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Ein lauer Juniabend, 54.910 Zuschauer im St. Mary’s Stadium, und eine Europaliga-Partie, die zunächst nach gemütlichem Sommerfußball aussah, sich dann aber zu einem munteren Tanz entwickelte. Der FC Southampton besiegte Brabrand BK aus Dänemark mit 3:1 (1:1) - und vor allem Gabriel Beecroft spielte dabei den Taktstock. Schon in den ersten Minuten war klar: Hier wollte keiner einfach nur den Ball hin- und herschieben. Brabrand, trainiert von Thierry Henry, presste früh, Southampton unter Michael Böning konterte mit forschem Offensivdrang. "Wir wollten zeigen, dass wir auch Europafußball können - nicht nur englisches Aprilwetter", sagte Böning nach dem Spiel mit einem Grinsen. Den ersten ernsthaften Warnschuss gab Brabrands Max Neil in der 7. Minute ab - Southampton-Keeper Brandon Lithgow zeigte, dass er auch ohne Kaffee hellwach war. Danach übernahm Southampton zunehmend die Kontrolle, wenngleich der Ballbesitz mit 49 zu 51 Prozent fast ausgeglichen blieb. Es war die Effizienz, die den Unterschied machte. In der 24. Minute, nach einer feinen Kombination über Adam Hennessy, war es Gabriel Beecroft, der den Ball trocken ins rechte Eck setzte. Sein Torjubel erinnerte eher an einen entspannten Spaziergang als an ekstatische Freude. "Ich wollte cool bleiben - schließlich war’s erst das 1:0", erklärte Beecroft später, während er sich lachend eine Banane vom Physio schnappte. Doch wer glaubte, Brabrand würde sich in britischer Höflichkeit ergeben, wurde schnell eines Besseren belehrt. Nur sieben Minuten später traf Serge Besserer nach Vorarbeit von Innenverteidiger Timo Schlotterbeck zum 1:1. Ein kurioser Treffer - Schlotterbeck hatte sich in bester Stürmermanier in den Strafraum geschlichen, während Besserer den Ball mit der Präzision eines Uhrmachers ins Eck beförderte. "Ich hab einfach die Lücke gesehen", sagte Besserer, "und dachte: Wenn schon, denn schon." Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, in der Thierry Henry seine Spieler offenbar an seine Arsenal-Zeiten erinnerte. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen wieder Spaß haben. Leider hatten danach nur die anderen Spaß", meinte Henry später trocken. Denn nach Wiederanpfiff drehte Southampton auf. Der eingewechselte Kai Peter brachte frischen Wind in die Defensive und wurde prompt zweimal zum Assistgeber. Erst in der 55. Minute, als Gerritt Van Cortlandt nach Peters Zuspiel das 2:1 erzielte - ein wuchtiger Schuss, der die Latte küsste und dann im Netz zappelte. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Van Cortlandt, "und gehofft, dass der Ball nicht in den Solent fliegt." In der 68. Minute war erneut Beecroft zur Stelle, wieder nach Vorarbeit von Kai Peter. Der Linksaußen traf zum 3:1 und krönte damit eine bärenstarke Leistung. Von der Bank her rief Trainer Böning: "Jetzt reicht’s, Gabriel! Lass auch mal die anderen!" - natürlich mit einem Augenzwinkern. Brabrand versuchte in der Schlussphase, das Ruder herumzureißen. Henry brachte frische Kräfte - Paul Boulanger, Filip Bisgaard und Gudmund Björklund kamen ins Spiel. Doch außer einem satten Schuss von Jolovic in der 79. Minute (Lithgow hielt glänzend) sprang nichts Zählbares mehr heraus. Die Dänen kämpften mit viel Herz, aber auch mit einer gewissen Naivität in der Abwehr. Southampton dagegen spielte die Partie routiniert zu Ende, mit kurzen Pässen und klugem Zeitmanagement. Dass Brabrands Saweli Karpow in der 62. Minute Gelb sah, passte ins Bild - zu viel Leidenschaft, zu wenig Präzision. Am Ende standen 16:11 Torschüsse für Southampton und ein verdienter 3:1-Erfolg. "Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne es zu langweilig zu machen", bilanzierte Böning, der sich kurz darauf von einem Journalisten erklären ließ, dass man in England so etwas "professional job" nennt. Thierry Henry hingegen blieb gelassen: "Ich habe lieber ein Team, das mutig verliert, als eines, das feige 0:0 spielt." Und dann lächelte er - dieses berühmte Henry-Lächeln, halb Charme, halb Trotz. Während die Fans mit Pint in der Hand das Stadion verließen, summte ein älterer Herr auf der Tribüne: "So muss Fußball sein - schön, schnell, schweißtreibend." Und in der Tat: Southampton hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte geholt, sondern auch ein Stück Fußballfreude zurückgebracht. Fazit des Abends? Brabrand kämpfte tapfer, aber Beecroft tanzte sie aus. Und irgendwo auf der Trainerbank grinste Michael Böning - vielleicht, weil er wusste, dass seine Mannschaft gerade den ersten großen Schritt Richtung K.-o.-Phase gemacht hatte. 19.01.644003 21:47 |
Sprücheklopfer
Das Lokvenc-Foul an Lizarazu war das Übelste. Das war dunkelrot. Hätte Lizarazu nicht so einen Prachtkörper, wäre er mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht worden.
Franz Beckenbauer