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Southampton tanzt Crewe Alexandra mit 3:0 vom Platz

Es war ein Abend, an dem der FC Southampton einfach alles richtig machte - und Crewe Alexandra alles andere. 44.873 Zuschauer im St. Mary’s Stadium sahen eine Partie, die früh entschieden war und dann doch noch 90 Minuten dauerte. 3:0 stand es am Ende, und wer es gut meinte mit den Gästen, sprach von einem "lehrreichen Auswärtsspiel".

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass sich die defensive Grundordnung der Mannschaft von Urs Lustig eher an der Idee orientierte, den Ball möglichst lange nicht zu haben. Während Crewe hinten versuchte, sich in Fünferreihen zu sortieren, stürmte Southampton wie entfesselt. Nach vier Minuten prüfte Jan Ovesen erstmals Keeper Millington, kurz darauf donnerte Linksverteidiger Kai Whitman einen Ball aus 25 Metern über die Latte - da ahnte man bereits, in welche Richtung der Abend laufen würde.

In der 15. Minute dann das logische Ergebnis dieses Dauerdrucks: Nicolaas Derrick schickte Manuel Tiago steil, der blieb cool, schob Millington den Ball durch die Beine - 1:0. Tiago rannte jubelnd zur Eckfahne, während Trainer Michael Böning an der Seitenlinie nur lässig die Faust ballte. "Wir wollten früh zeigen, dass wir hier zu Hause sind", sagte der Coach später. "Und Manuel hat das verstanden - offenbar sogar wörtlich."

Crewe Alexandra antwortete mit… nun ja, einem Schussversuch von Robert Fryer in der 23. Minute, der so harmlos war, dass selbst der Balljunge nicht den Eindruck hatte, eingreifen zu müssen. Dann kam Pech dazu: Mittelfeldmann Gyula Weisz verletzte sich in der 34. Minute ohne gegnerische Einwirkung - Muskelprobleme, wie es hieß - und musste raus. Für ihn kam Ethan Devaney, und kaum war der aufs Feld, klingelte es erneut.

Wieder Manuel Tiago, diesmal nach feiner Vorarbeit von Liam Allington. 35. Minute, 2:0, und das Stadion sang. Crewe wirkte konsterniert - und ehrlich gesagt, auch ein bisschen beleidigt. Torwart Millington schimpfte lautstark auf seine Vorderleute, die wiederum nur die Schultern zuckten.

Nach der Pause änderte sich wenig. Southampton nahm etwas Tempo raus, spielte den Ball dafür aber umso geschmeidiger durch die Reihen. Böning hatte die Taktik auf Kurzpassspiel umgestellt, und seine Elf zelebrierte das mit sichtbarer Freude. Der junge Dusko Pantelic, 19 Jahre jung und offenbar ohne Angst vor irgendwem, tanzte sich auf der rechten Seite mehrfach in den Strafraum. In der 60. Minute legte er dann quer - und Derrick, der Vorlagengeber des ersten Treffers, bedankte sich artig: 3:0.

"Pantelic hat Beine wie ein Gummiband", grinste Tiago später. "Du weißt nie, in welche Richtung er als Nächstes wackelt - wahrscheinlich weiß er’s selbst nicht."

Crewe Alexandra wechselte fröhlich durch: Musgrave kam für den blassen Fryer, später durfte auch der 18-jährige Lewis Greaves noch ein bisschen Erstligaluft schnuppern. Aber egal, wer kam - Southampton hatte Antwort auf alles. Selbst als Böning in der 85. Minute seine Torschützen vom Feld nahm, blieb das Spiel unter Kontrolle. Ersatzkeeper Brandon Lithgow, der schon nach zehn Minuten den routinierten Corey Stanton ersetzt hatte, musste kaum eingreifen.

Statistisch gesehen hatte Crewe sogar etwas mehr Ballbesitz (51,6 Prozent). Nur: Was nützt der Ball, wenn man damit nichts anfängt? 17 Torschüsse der Gastgeber standen 9 der Gäste gegenüber, und auch die Zweikampfquote sprach mit 52,7 Prozent für Southampton.

"Wir haben den Plan gehabt, aber der Plan hat uns nicht geholfen", meinte Urs Lustig ehrlich nach Abpfiff. "Vielleicht sollten wir mal einen neuen Plan machen."

Michael Böning hingegen zeigte sich entspannt: "Das war solid, nicht spektakulär - aber wenn du 3:0 gewinnst, darfst du das ruhig genießen."

Die Fans jedenfalls genossen es in vollen Zügen. Als der Schlusspfiff kam, war längst klar: Der FC Southampton bleibt die heimische Macht im Süden, und Crewe Alexandra fuhr mit dem Gefühl nach Hause, dass 90 Minuten manchmal sehr, sehr lang sein können.

Und irgendwo in der Mixed Zone hörte man einen Southampton-Spieler sagen: "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald einen größeren Pokalschrank." - Man darf gespannt sein.

03.02.643997 23:15
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