Football Today
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Southampton tanzt in Oxford: Pantelic & Co. zerpflücken City mit 5:2

Es war ein milder Frühlingsabend in Oxford, die 41.912 Zuschauer im Kassam Stadium hofften auf ein kleines Wunder. Am Ende sahen sie eins - allerdings das der Gäste. Der FC Southampton, von Trainer Michael Böning mit unverschämter Offensivlaune ausgestattet, spielte Oxford City phasenweise schwindelig und gewann hochverdient mit 5:2 (3:2).

Dabei begann alles, wie es an einem englischen Sonntagabend beginnen muss: mit viel Kampf, noch mehr Emotion - und einem Torwartwechsel, der die Fans schon nach zehn Minuten nervös machte. Coreys Stanton musste verletzt raus, der erst 20-jährige Brandon Lithgow übernahm. "Ich hatte kaum Zeit, meine Handschuhe richtig anzuziehen", grinste der Debütant später - und hielt trotzdem, was zu halten war.

In der 16. Minute schlug es zum ersten Mal ein. Dusko Pantelic, gerade mal 19, aber mit der Frechheit eines alten Hasen, zog von rechts nach innen und traf nach Vorlage von Jan Ovesen trocken ins Eck. 1:0 für Southampton, und Trainer Böning jubelte so ausgelassen, dass sein Kaugummi in hohem Bogen Richtung Seitenlinie flog.

Oxford City wirkte nicht geschockt, doch die Saints rochen Blut. Nur sechs Minuten später schnürte Manuel Tiago nach feiner Vorarbeit von Billy Benett das 2:0. Und als Meir Pizanti in der 32. Minute das 3:0 nachlegte, schien alles entschieden. "Da dachte ich kurz, wir könnten heute zweistellig gewinnen", witzelte Benett nach dem Spiel.

Doch Oxford wäre nicht Oxford, wenn sie nicht wenigstens kurz das akademische Herz der Stadt zum Schlagen gebracht hätten. Zwei Tore binnen drei Minuten - das Stadion tobte. In der 34. Minute war es Halvor Paulsen, der nach schöner Vorlage von Jamie Ackland traf. Und noch ehe Southampton sich sortiert hatte, köpfte Ackland selbst zum 2:3 ein. Trainer David Klockzien ballte die Fäuste: "Da war plötzlich Feuer drin. Ich dachte, jetzt kippt’s!"

Aber es kippte nicht. Southampton blieb cool, spielte weiter mit technischer Überlegenheit und einer Selbstverständlichkeit, die fast arrogant wirkte. Nach der Pause legte Billy Benett in der 49. Minute das 4:2 nach, sehenswert bedient von Pizanti. Der junge Flügelstürmer ließ sich feiern - und scherzte später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber dann war der Ball drin. Also tue ich jetzt so, als wäre alles geplant gewesen."

Oxford versuchte, den Rückstand durch Ballbesitz zu kompensieren - immerhin 54 Prozent der Zeit lief der Ball in den eigenen Reihen. Nur leider zählte das nicht auf der Anzeigetafel. Die neun Torschüsse der Gastgeber verpufften gegen eine stabile Saints-Abwehr. Citys Tacklingquote von 47 Prozent zeigte, dass man zwar kämpfte, aber selten wirklich erfolgreich war.

In der 77. Minute wurde Jamie Ackland nach einem unglücklichen Zweikampf verletzt vom Platz getragen. Sein Ersatz Andres Chalana brachte neuen Schwung, scheiterte aber an Lithgow. "Der Junge hat Nerven aus Stahl", lobte Böning seinen jungen Keeper - und grinste süffisant in Richtung Presse: "Vielleicht lasse ich ihn nächste Woche gleich wieder ran. Stanton hat ja jetzt Zeit, seine Netflix-Liste abzuarbeiten."

Den Schlusspunkt setzte erneut Dusko Pantelic in der 80. Minute. Nach einem butterweichen Pass von Pizanti drosch er den Ball aus 18 Metern unter die Latte - das 5:2 war ein Meisterwerk der jugendlichen Unbekümmertheit. Danach nahm Southampton das Tempo raus, kontrollierte die Partie und ließ Oxford gnädig am Leben.

Kurz vor Schluss sah Linksverteidiger Kai Whitman noch Gelb - wohl aus Langeweile, wie er später meinte: "Wenn du 5:2 führst, willst du auch mal deinen Namen im Spielbericht lesen."

Trainer Klockzien blieb trotz der Klatsche humorvoll: "Wir hatten mehr Ballbesitz, also haben wir moralisch gewonnen. Leider zählt die Moral in der Tabelle nicht."

Southampton dagegen zeigte, warum sie im Saisonendspurt noch ein Wörtchen um die europäischen Plätze mitreden können. Mit 17 Torschüssen, fünf Toren und einer Mannschaft, die zwischen jugendlicher Leichtigkeit und professioneller Kaltblütigkeit pendelt, war das ein Fußballabend zum Staunen.

Oder wie der 19-jährige Pantelic es formulierte: "Ich spiele einfach, als wäre’s auf dem Schulhof - nur dass die Jungs hier ein bisschen schneller laufen."

Ein kleiner Trost für Oxford: Ihre Fans sangen noch nach Abpfiff. Vielleicht nicht vor Freude, aber immerhin im Takt. Und das ist in dieser Saison auch schon eine Art Erfolg.

15.02.643997 15:27
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