Football Today
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Southampton tanzt Sheffield aus - 3:1-Auswärtssieg mit Stil und Spielfreude

Es war ein kühler Maiabend in Sheffield, aber auf dem Rasen kochte es: Der FC Southampton nahm den FC Sheffield mit 3:1 auseinander und ließ dabei keinen Zweifel, wer an diesem 34. Spieltag der 1. Liga England das Heft in der Hand hatte. 32.453 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen eine Partie, in der Tempo, Technik und - aus Sicht der Hausherren - tragische Naivität Hand in Hand gingen.

Gleich zu Beginn machten die Gäste klar, dass sie keine Lust auf ein gemächliches Auswärtsspiel hatten. Schon in der 7. Minute rauschte Rechtsverteidiger Leo Broderick heran, nahm einen Pass von Liam Allington mit und hämmerte den Ball aus 20 Metern unhaltbar in den Winkel. "Ich dachte erst, der Ball sei zu weit vorgelegt - und dann hat er ihn einfach reingezimmert", grinste Teamkollege William Corey nach dem Spiel.

Sheffield wankte kurz, fing sich aber. In der 18. Minute fiel der Ausgleich - und das auf die rustikalste Art, die der englische Fußball zu bieten hat: Nach einem Eckball von Tomas Hlinka stieg Innenverteidiger Lucas Carsley am höchsten und wuchtete das Leder wuchtig in die Maschen. "Das war so ziemlich die einzige Szene, in der wir körperlich dagegenhielten", knurrte später Trainer Erich Speithvenne. Und man konnte ihm kaum widersprechen.

Danach übernahm Southampton wieder das Kommando. Der Ball lief elegant durch die Reihen, während Sheffield oft aussah, als suche man noch den passenden Menüpunkt auf der Fernbedienung. Zwar war das Spiel zur Pause mit 1:1 noch offen, doch schon die Statistik sprach Bände: 10 Torschüsse der Gäste gegen 3 der Hausherren, 52 Prozent Ballbesitz für die Saints - und ein klarer Eindruck von Überlegenheit.

In der zweiten Hälfte machte Southampton dort weiter, wo sie aufgehört hatten - nur zielstrebiger. In der 57. Minute kombinierte sich das Offensivtrio Beecroft, Hennessy und Allington durch die Abwehr, bis Gabriel Beecroft schließlich aus kurzer Distanz das 2:1 markierte. Die Fans der Saints jubelten, während auf der Tribüne der Heimfans ein resigniertes Murmeln einsetzte.

Neun Minuten später war der Drops gelutscht: Liam Allington, der zuvor schon als Passgeber glänzte, zog selbst ab und traf - diesmal nach Vorarbeit von William Corey - zum 3:1. Ein Tor, so sauber herausgespielt, dass selbst die Heimfans höflich klatschten.

"Wir wollten in der zweiten Halbzeit mehr Kontrolle, mehr Ruhe - und die Jungs haben das perfekt umgesetzt", lobte Gäste-Trainer Michael Böning. Sein Gegenüber Speithvenne hingegen versuchte, Humor zu bewahren: "Wir haben heute viel gelernt. Zum Beispiel, wie man einem Gegner beim Fußballspielen zuschaut."

Die letzten 20 Minuten plätscherten dann dahin - zumindest aus Sicht der Statistik. Southampton hatte alles im Griff, wechselte klug durch (Beecroft raus, Pizanti rein; später Nilsson für Ovesen), während Sheffield zwar noch ein paar Torschüsse sammelte, aber nie wirklich gefährlich wurde. Samuel Hoskins versuchte sich in der 90. Minute mit einem Verzweiflungsschuss, den der Southampton-Keeper Brandon Lithgow lässig pflückte - sinnbildlich für den Abend.

Einziger Wermutstropfen für die Gäste: Linksverteidiger Matthew Finnan sah in der 80. Minute Gelb, nachdem er den enteilten Hlinka umräumte. "Der Ball war da irgendwo, glaube ich", grinste Finnan nach dem Spiel.

Am Ende stand ein 3:1 für Southampton - verdient, überlegen und fast schon zu nüchtern. 18 Torschüsse zu 6, 51 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von über 54 Prozent sprechen eine deutliche Sprache. Sheffield kämpfte, aber mehr wie ein Boxer, der schon in der dritten Runde weiß, dass der Gong Gnade bedeutet.

Während die Fans der Gäste ausgelassen sangen, trotteten die Heimspieler vom Platz. Lucas Carsley, einziger Torschütze der Gastgeber, fasste das Elend trocken zusammen: "Wenn der Innenverteidiger das einzige Tor schießt, weißt du, dass vorne was schiefläuft."

Und so endete ein Abend, an dem Sheffield zwar Fußball spielte, Southampton aber den Takt vorgab. Die Saints nehmen drei Punkte mit - und vielleicht auch das Gefühl, dass dieser Maiabend der Auftakt zu etwas Größerem war.

Zum Schluss blieb Trainer Böning noch Zeit für einen kleinen Seitenhieb: "Wir haben offensiv gespielt, defensiv gestanden und zwischendurch sogar Spaß gehabt. Das ist wohl verboten in Sheffield."

Ein Lächeln, ein Händedruck - und dann verschwand er in den Katakomben, während Speithvenne draußen noch lange auf den Rasen starrte. Vielleicht suchte er dort nach Antworten. Oder einfach nach dem Ball, den Broderick in der 7. Minute ins Glück geschossen hatte.

08.07.644000 00:20
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Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass die Mannschaft noch nicht reif für die Bundesliga ist. Aber dass einige Spieler so weich in der Birne sind, hätte ich nicht gedacht.
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