Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Southampton verschenkt Sieg - Bournemouth dreht das Spiel mit englischem Humor

Ein lauer Aprilabend, 50.494 Zuschauer im St. Mary’s Stadium, Flutlicht, Fisch und Chips-Geruch in der Luft - und am Ende ein Spiel, das die Fans des FC Southampton noch eine Weile beschäftigen dürfte. Trotz zweimaliger Führung verlor die Mannschaft von Michael Böning gegen Bournemouth FC mit 2:3. Es war ein Duell mit allem, was die Premier League so charmant macht: frühe Tore, späte Nackenschläge, eine Prise Drama und ein Schiedsrichter, der offenbar "Let it flow" als Lebensmotto hat.

Schon in der 10. Minute bebte die Tribüne: Der junge Gabriel Nilsson, 21 Jahre, Rechtsaußen mit dem Selbstbewusstsein eines gestandenen Torjägers, vollendete nach Vorlage von Gerritt Van Cortlandt zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Nilsson nach dem Spiel. "Und dann war der Ball drin. Ich dachte erst, das Tornetz hätte ein Loch."

Bournemouth wankte, aber fiel nicht. Die Gäste von Trainer Raffael Vogelsang hielten mit 52 Prozent Ballbesitz und 14 Torschüssen dagegen, wirkten abgeklärter und geduldiger. Southampton dagegen presste hoch, jagte die Bälle, als gäbe es Punkte für Kilometer. "Wir wollten Bournemouth den Spaß am Fußball nehmen", erklärte Trainer Böning später - was in Halbzeit eins auch gelang. Nur einmal musste Keeper Gabriel Clancy ernsthaft eingreifen, als Ashton Millington in der 18. Minute aus spitzem Winkel abschloss.

Die zweite Halbzeit begann dann so, wie man sie in Southampton lieber nicht beginnen wollte: 46. Minute, William Lansbury nickt eine Flanke von Ethan Lankford zum 1:1 ein. Kaum hatte man sich auf der Tribüne noch geärgert, jubelte man schon wieder: Nur zwei Minuten später stellte Manuel Tiago, nach feinem Zuspiel von Liam Allington, die Führung wieder her. 2:1 - St. Mary’s kochte. "Da dachte ich, das wars, wir nehmen das Ding mit nach Hause", sagte Tiago mit einem Schulterzucken, das nach dem Abpfiff leicht bitter wirkte.

Doch Bournemouth hatte noch nicht genug. In der 55. Minute traf Millington selbst - wieder nach Vorlage von Harrison Satchmore - zum 2:2. Und als Southampton kurz darauf den verletzten Owen Hartshorn auswechseln musste, kippte die Partie endgültig. "Das hat uns aus dem Rhythmus gebracht", meinte Böning. Sein Ersatz, der junge Billy Benett, mühte sich redlich, aber Bournemouth roch Blut.

In der 71. Minute kam der Moment des Abends: Harrison McGeady, gerade erst seit zehn Minuten im Spiel, fasste sich ein Herz und traf trocken ins lange Eck. 3:2 für Bournemouth - und aus dem St. Mary’s wurde ein kollektives Seufzen. "Ich hab’s einfach versucht", lachte McGeady später. "Und das Ding flog rein. Ich wollte eigentlich flanken."

Die letzten 20 Minuten waren dann ein einziger Sturmlauf der Hausherren. Nilsson prüfte den Gästetorwart Locklear gleich dreimal (67., 69., 72.), Tiago köpfte knapp vorbei (74.), und Van Cortlandt hatte in der 77. Minute den Ausgleich auf dem Fuß. Doch Bournemouth verteidigte zäh - und mit der Portion Glück, die man braucht. "Wir haben uns reingebissen", sagte Vogelsang. "Manchmal muss man einfach mehr wollen. Und heute wollten wir mehr."

Die Statistik unterstreicht das: 14 zu 11 Torschüsse für die Gäste, etwas mehr Ballbesitz, etwas bessere Zweikampfquote. Southampton kämpfte, rannte, presste - aber am Ende fehlte die Cleverness. Selbst die Gelbe Karte für Rechtsverteidiger Leo Broderick (81.) wirkte eher wie ein Akt der Verzweiflung als der Entschlossenheit.

Als der Schlusspfiff ertönte, sank Böning auf die Knie - nicht als religiöse Geste, sondern wohl eher aus Erschöpfung. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber Fußball ist manchmal ein grausamer Lehrer", sagte er mit leichtem Lächeln. "Heute haben wir die Lektion bekommen."

Und so bleibt Bournemouths Comeback das Gesprächsthema des Abends. Die Fans sangen, McGeady tanzte, und Coach Vogelsang klopfte jedem Spieler auf die Schulter. Southampton dagegen muss sich fragen, wie man ein Spiel, das zweimal gewonnen schien, noch verlieren kann. Vielleicht, weil Bournemouth einfach ein bisschen frecher war. Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions treffend murmelte: "Das war typisch Southampton - schön gespielt, blöd gelaufen."

Ein Fazit, das selbst der Trainer so unterschreiben dürfte.

18.09.643996 03:32
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.
Andreas Möller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager