Football Today
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**Southampton zittert sich mit Ein-Tor-Feuerwerk in die Pokalrunde**

Wer 17 Torschüsse abfeuert und dabei nur einmal trifft, verdient entweder Mitleid oder Applaus - im Falle des FC Southampton wohl beides. Die "Saints" gewannen am Freitagabend ihr Pokalspiel der 2. Runde gegen die Watford Hornets mit 1:0 (0:0) und zogen damit verdient, wenn auch mit reichlich Mühe, in die nächste Runde ein. 44.250 Zuschauer im St. Mary’s Stadion sahen eine Partie, die eher an Dauerbelagerung als an Fußball auf Augenhöhe erinnerte.

Von Beginn an spielte Southampton so, als wolle man die Hornets in ihre eigene Hälfte einmauern. Schon in der 5. Minute prüfte Manuel Tiago den wackeren Watford-Keeper Samuel Fairchild mit einem wuchtigen Schuss. Zwei Minuten später versuchte es Meir Pizanti - ebenfalls vergebens. Es war der Auftakt zu einem Abend, an dem die Hornets in etwa so viel Ballbesitz hatten wie ein Passagier im Cockpit: 36 Prozent.

Trainer Michael Böning, der nach eigener Aussage "offensiv und mit Spaß" spielen lassen wollte, sah eine Mannschaft, die diese Ansage sehr wörtlich nahm. "Wir hätten zur Halbzeit schon 4:0 führen können", grinste Böning nach der Partie, "aber wir wollten’s wohl spannend machen. Der Pokal lebt ja von Dramen."

Dramen gab es reichlich - nur eben ohne Gegentor. Watford verlegte sich nach wenigen Minuten auf das, was man im Englischen "damage limitation" nennt. Die Gäste schafften es tatsächlich, 90 Minuten ohne einzigen Torschuss zu überstehen, was einerseits diszipliniert, andererseits bedenklich ist. Ihr Rechtsverteidiger Sean Dennehy sorgte immerhin für einen gewissen Unterhaltungswert: Erst Gelb in der 58. Minute, dann Gelb-Rot in der 80. - das war dann die einzige Statistik, in der Watford gefährlich wurde.

Das Tor des Abends fiel schließlich in der 71. Minute, und es war so schön, dass selbst der gegnerische Trainer kurz applaudierte - zumindest innerlich. Meir Pizanti, der schon in Halbzeit eins unermüdlich gewirbelt hatte, bekam den Ball von Manuel Tiago mustergültig aufgelegt und drosch ihn aus 16 Metern unhaltbar ins rechte obere Eck. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte der Torschütze später lachend. "Manuel meinte noch: ’Mach ihn endlich rein, sonst schießt dich der Trainer vom Platz.’"

Von da an war es eher Verwaltungsarbeit. Southampton spielte weiter nach vorn, aber ohne das letzte Risiko. Böning wechselte munter durch - erst der junge Dusko Pantelic für Dylan Marley, dann Evan Gage für Theo Winston, später Kai Peter für den erschöpften Gage. Es war ein Abend, an dem sogar die Teenager der Saints aussahen, als hätten sie schon 100 Pflichtspiele in den Beinen.

Watford dagegen wirkte ratlos. "Wir wollten offensiv spielen", erklärte ihr Coach mit einem Seufzer, "aber ohne Ball ist das schwierig." Fairchild im Tor verhinderte mit mehreren Glanzparaden eine deutlichere Niederlage und wurde nach Abpfiff von den heimischen Fans mit Applaus verabschiedet - eine Geste, die man nicht oft sieht.

Statistisch betrachtet war das Spiel eine Einbahnstraße: 17:0 Torschüsse, 63,9 Prozent Ballbesitz, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Southampton dominierte alles außer der Chancenverwertung. Manchmal sah es aus, als wollten sie herausfinden, wie oft man das Aluminium treffen kann, ohne dass es bricht.

Und doch blieb es bis zum Schluss spannend. In der Nachspielzeit lag ein kollektiver Seufzer über dem Stadion, als Bailey Kendall zum 18. Mal abzog - und wieder knapp vorbeischoss. Böning drehte sich lachend zur Bank: "Die Jungs wollen’s wohl auf die nächste Runde verschieben."

Am Ende war es ein Arbeitssieg - nicht schön, aber effektiv. Southampton ist weiter, Watford draußen, und der Pokal bleibt das, was er immer war: ein Ort für Geschichten, die man kaum glauben würde, wenn man sie nicht selbst gesehen hätte.

Oder, um es mit Pizanti zu sagen, der nach dem Spiel mit einem Grinsen in die Kameras rief: "Wir haben 17-mal geschossen - ich bin froh, dass wenigstens einer reinging. Sonst würden wir jetzt noch hier stehen und üben."

Ein knapper Sieg, der sich wie ein Triumph anfühlt - zumindest für alle, die lieber zittern als gähnen.

18.03.643994 17:50
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Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni
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