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Sparta Nijkerk ringt Rad Belgrad nieder - 2:1 im Champions-League-Krimi

Ein lauer Maiabend, 59.000 Zuschauer und zwei Mannschaften, die so taten, als hinge das Schicksal Europas von diesem Ballspiel ab: Sparta Nijkerk gegen Rad Belgrad, Play-off-Hinspiel der Champions League. Am Ende gewann der niederländische Underdog mit 2:1 - und das war nicht nur verdient, sondern auch ein kleiner Triumph der Nervenstärke über serbische Härte.

Schon nach 13 Minuten wurde es laut, allerdings nicht im Sinne der Heimfans. Rad Belgrads Innenverteidiger Michael Ergic, der sonst für rustikale Grätschen bekannt ist, köpfte nach Flanke von Sami Kisa zum 0:1 ein. "Ich dachte, der Ball sei nur zur Klärung in die Wolken gegangen", meinte Sparta-Trainer Markus Kuzmich später augenzwinkernd. "Aber dann landete er eben im Netz. Kann passieren."

Sparta antwortete mit Wut im Bauch und Flügelspiel wie aus dem Lehrbuch. Besonders Rechtsaußen Iker Villar dribbelte, als wolle er seine Geburtsurkunde zurückfordern. Nach mehreren verpassten Chancen war es ausgerechnet Villar, der in der 39. Minute zum 1:1 traf - vorbereitet von Joris Winchel, dem heimlichen Regisseur im Mittelfeld. "Ich hab’ ihn gesehen, bevor er sich selbst gesehen hat", grinste Winchel nach dem Spiel, während Villar nur trocken meinte: "Endlich mal ein Pass, der ankam."

Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause, und während Belgrad-Coach Thomas Kuzi an der Linie wild gestikulierte, schien Kuzmich in der Kabine lieber Tee eingeschenkt zu haben. Seine Mannschaft kam ruhiger, aber nicht weniger bissig zurück. Der Ballbesitz sprach Bände: 56,8 Prozent für Nijkerk, und 14 Torschüsse gegenüber 11 der Gäste - Zahlen, die so nüchtern sind wie ein holländischer Hafenarbeiter, aber im Spielverlauf fühlte sich das wie ein Dauerfeuer aus orangefarbenen Trikots an.

Belgrad versuchte, über Härte und lange Bälle zurückzukommen. In der 71. Minute sah Michael Ergic Gelb, wohl auch, weil er dachte, Ball und Gegner seien eine Einheit. Drei Minuten später wurde er zum Symbol für Belgrads Überhitzung: Noch immer lamentierend, als Joshua Patton auf der linken Seite durchstartete. Der 33-jährige Flügelspieler, sonst eher zurückhaltend, nutzte den Moment, zog ins Zentrum und schloss kalt wie ein nordischer Fjord ab - 2:1 in der 74. Minute.

"Ich hab einfach mal draufgehalten", sagte Patton nach dem Abpfiff. "Wenn du so viele Flanken siehst, irgendwann willst du auch mal den Ball im Tor statt auf dem Parkplatz." Das Stadion tobte, Kuzmich ballte die Faust - und Belgrad begann, in den roten Bereich der Emotionen zu driften. Trainer Kuzi wechselte gleich dreimal in 15 Minuten, brachte Jevtic, Baier und Strauss - Namen, die mehr nach Komponisten klingen, aber das Spiel nicht wirklich harmonischer machten.

Die Schlussphase wurde ein einziger Belgrader Sturmlauf. Pressing auf "YES" gestellt, wie die Statistik nüchtern sagt, und Effort auf "STRONG". Doch Sparta verteidigte mit niederländischer Sturheit und einem Torwart, Gaspar Hirzer, der plötzlich Hände überall hatte. "Ich hab nicht gezählt, wie oft ich den Ball gefangen hab", lachte er. "Aber ich weiß, dass ich ihn kein einziges Mal gesucht hab."

In der Nachspielzeit sah Joris Winchel noch Gelb - wohl für zu ehrliche Gesten in Richtung Schiedsrichter - und Sparta rettete das 2:1 ins Ziel. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen, während Belgrad in der Mixed Zone wortlos Richtung Bus schlurfte.

Trainer Kuzi gab sich betont gelassen: "Wir haben das Auswärtstor, das war der Plan." Kuzmich konterte mit einem Lächeln: "Ich wusste gar nicht, dass man ein Gegentor planen kann."

So geht Sparta Nijkerk mit einem kleinen, aber wertvollen Vorsprung ins Rückspiel. Und wer diesen Abend im Stadion erlebt hat, weiß: Das war kein Zufall, sondern ein Team, das bereit ist, Geschichte zu schreiben - oder sie wenigstens noch zwei Spiele lang zu träumen.

Und irgendwo im Katakombenflur hörte man Winchel zu Villar sagen: "Gleiche Zeit nächste Woche?" Worauf Villar nur grinste: "Klar - aber diesmal machen wir’s früher klar."

15.01.644000 21:07
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Wenn ich heute fünf Talente einbaue und mehrere Spiele hintereinander verliere, dann lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.
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