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Sparta Vrable dreht auf - 3:2-Spektakel gegen FK Senec begeistert 39.000 Fans

Es war ein Montagabend, der in Vrable noch lange nachhallen dürfte. 39.074 Zuschauer - so viele, dass mancher Bierstand schon zur Halbzeit am Limit war - sahen ein 3:2-Spektakel zwischen Sparta Vrable und FK Senec, das alles bot: Tempo, Drama, Gelbe Karten und ein Lokalheld namens Ethan Stokes.

Die Partie begann, wie man es von Senec unter Trainer Bert Schnell erwartet: offensiv, mutig, mit der Körpersprache eines Teams, das keine Angst vor einem Auswärtsspiel hat. Schon nach zwei Minuten prüfte Stanislav Hlinka den Heimkeeper Ivan Kristofik mit einem Distanzschuss. "Ich wollte nur mal sehen, ob er wach ist", grinste Hlinka später. Kristofik war es - und er blieb es auch.

Vrable tat sich zunächst schwer, den Rhythmus zu finden. Trainer Roman Szabo gestikulierte wild an der Seitenlinie, während Tomas Bolf und Karol Skrtel vorne für Senec ein Feuerwerk an Chancen abbrannten. Doch Sparta wäre nicht Sparta, wenn nicht irgendwann ein Geistesblitz von Agemar Derlei folgen würde. In der 40. Minute war es soweit: Derlei zog nach einem feinen Seitenwechsel von Claudios Swartwout nach innen und schlenzte den Ball mit rechts ins lange Eck - 1:0. "Ich habe einfach gespürt, dass das der Moment war", erklärte Derlei hinterher mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Erleichterung und Selbstzufriedenheit pendelte.

Der Jubel hielt allerdings nur drei Minuten. Mika Lagerblom, der stille Taktgeber im Mittelfeld der Gäste, setzte nach einem Doppelpass mit Hlinka zum Schuss an - und traf in der 43. Minute trocken zum 1:1. Ein gerechter Pausenstand, auch wenn Sparta leicht mehr Ballbesitz hatte (56,9 Prozent).

Nach der Pause schien Senec das bessere Rezept gefunden zu haben. Skrtel, der an diesem Abend mehr Kilometer machte als so mancher Linienrichter, belohnte sich in der 60. Minute. Lagerblom hatte den Ball clever durchgesteckt, Skrtel blieb cool und ließ Kristofik keine Chance - 1:2. Auf der Gästebank ballten sich die Fäuste, Trainer Schnell brüllte ein "Weiter so!" Richtung Platz, als wolle er den Sieg herausschreien.

Doch Vrable antwortete prompt. Nur fünf Minuten später donnerte Jozef Valachovic, der bis dahin vor allem als Abräumer aufgefallen war, einen Abpraller aus 20 Metern zum 2:2 ins Netz. Die Vorlage kam von Jan Labant, der auf der linken Seite unermüdlich rackerte. "Ich habe einfach gedacht: Wenn keiner will, mache ich’s halt selbst", sagte Valachovic trocken - und grinste.

Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Gelb für Swartwout in der 66. Minute, Gelb für Joao Manuel in der 86. - die Zweikämpfe wurden härter, die Pässe riskanter, die Gesichter röter. Senec blieb gefährlich, kam insgesamt auf 16 Torschüsse, doch Vrable hatte den längeren Atem.

In der 79. Minute dann der Moment, der das Stadion explodieren ließ: Ethan Stokes, eigentlich rechter Verteidiger, rückte bei einem Eckball mit nach vorne. Derlei brachte die Flanke, Stokes stieg hoch und wuchtete den Ball per Kopf zum 3:2 ins Tor. "Ich wusste gar nicht, dass ich so springen kann", witzelte der Brite nach dem Spiel.

Die letzten Minuten waren ein Abnutzungskampf. Senec wechselte gleich dreimal, brachte frische Kräfte - Mladen Dordevic, Hatay Mert und den jungen Stanislav Labant - doch das Bollwerk der Hausherren hielt. Kristofik fischte in der 94. Minute noch einen Schuss von Skrtel aus dem Winkel und wurde zum heimlichen Helden des Abends.

"Wir haben gegen ein starkes Team gewonnen. Aber ehrlich gesagt, ich brauche jetzt eine Woche Urlaub", keuchte Trainer Szabo nach dem Abpfiff. Sein Gegenüber Schnell zeigte sich trotz der Niederlage sportlich: "Wenn man auswärts drei Tore kassiert und trotzdem fast einen Punkt holt, sagt das einiges über den Charakter meines Teams."

Statistisch war’s ein offenes Duell: 16:12 Torschüsse für Senec, dafür mehr Ballbesitz für Vrable. Die Zuschauer bekamen jedenfalls ihr Geld mehr als wert - und wohl auch das eine oder andere graue Haar.

Zum Schluss fragte ein Reporter den Torschützen Stokes, ob er den Siegtreffer geahnt habe. "Nein", lachte der, "aber meine Mutter hat gesagt, ich soll heute mal was Ordentliches machen. Ich hoffe, sie hat’s im Fernsehen gesehen."

Ein Spiel, das man in Vrable unter "Fußballfest mit Nervenkitzelgarantie" abheften wird - und das zeigt: Auch montags kann Fußball magisch sein.

28.09.643996 05:31
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