El Peruano
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Später Treffer dreht das Spiel: Quixano zerschießt Deportes Pena

36289 Zuschauer im Estadio de la Peña hatten sich am Mittwochabend bereits mit einem Heimsieg angefreundet. 85 Minuten lang sah alles danach aus, als würde Deportes Pena die Academia Lima mit 1:0 bezwingen - bis ein junger Mann namens Iban Quixano beschloss, das Drehbuch umzuschreiben. Zwei Tore des 21-jährigen Mittelstürmers in der Schlussphase (82. und 89. Minute) ließen die Hausherren konsterniert und die Gäste euphorisch zurück: Endstand 1:2 (1:0).

Das Spiel begann, wie es für Deportes Pena nicht besser hätte laufen können. Schon in der 5. Minute drückte Routinier Martin Rielo, 34 Jahre jung und immer noch mit dem linken Fuß gesegnet, den Ball nach einem Durcheinander im Strafraum über die Linie. "Ich dachte, der Torwart hätte ihn schon sicher", grinste Rielo später, "aber manchmal hilft ein bisschen Altersfrechheit."

Danach verlegte sich Pena auf kontrollierten Ballbesitz - 52 Prozent standen am Ende auf dem Statistikzettel -, während Lima früh zeigte, dass Offensive für sie kein Fremdwort ist. Trainer Olli Kahn, der neben der Seitenlinie unruhig hin und her tigerte, hatte seine Mannschaft klar auf Angriff getrimmt. 19 Torschüsse der Gäste gegenüber nur zwei der Hausherren sprechen eine deutliche Sprache.

"Wir hätten schon zur Pause führen müssen", knurrte Kahn in der Pressekonferenz. Tatsächlich verpassten Galindo (18. und 40. Minute) und Quixano (41., 44.) mehrfach den Ausgleich. Pena hingegen verteidigte leidenschaftlich, manchmal auch etwas rustikal - Jose Enrique Mendivil sah dafür in der 74. Minute Gelb, nachdem er Quixano eher in die Bande als vom Ball getrennt hatte.

Zur Pause sah alles nach einem typischen Auftaktspiel aus: ein frühes Tor, viel Mittelfeldgeplänkel, wenig Risiko. Doch Kahn reagierte. Zur zweiten Halbzeit brachte er Nestor Delgado für den verwarnten Andre Seidel, später den 19-jährigen Pedro Yago - ein Wechsel, der sich bezahlt machen sollte. "Ich wollte mehr Druck über links", erklärte Kahn. "Pedro ist jung, aber er spielt, als wäre er schon zehn Jahre dabei."

In der 77. Minute musste Lima kurz zittern, als Rechtsverteidiger Santiago Andrade nach einem Zusammenprall verletzt liegen blieb. Während er behandelt wurde, hallte aus der Gästekurve ein aufmunterndes "Vamos Academia!". Andrade machte Platz für Manuel de Gogorza, der wenig später beim Ausgleich eine wichtige Rolle spielte.

Dann kam die 82. Minute: Ecke von Delgado, Kopfball Quixano - drin. 1:1. Der Jubel war ausgelassen, und Olli Kahn brüllte so laut, dass selbst die Kameraleute kurz zusammenzuckten. "Da war einfach pure Erleichterung", sagte er später mit einem seltenen Lächeln.

Doch Lima wollte mehr. Während Pena sichtlich die Kräfte schwanden und Trainer der Heimmannschaft vergeblich Anweisungen brüllte, rollte Angriff um Angriff auf Keeper Marc Henriquez zu. In der 89. Minute dann der endgültige K.o.: Pieter Tilleman setzte sich auf links durch, flankte punktgenau - und wieder stand Quixano goldrichtig. Kopfball, Tor, 1:2.

"Ich habe einfach gespürt, dass der Ball kommt", erzählte Quixano danach, als er noch immer halb ungläubig grinste. "Zwei Tore? Das ist mein schönster Tag im Trikot der Academia."

Deportes Pena versuchte in den letzten Minuten noch einmal, den Ball nach vorne zu prügeln, doch der Wille war größer als die Präzision. "Wir haben es hergeschenkt", räumte Kapitän Anthony Sorbo San Basile selbstkritisch ein. "Vielleicht haben wir nach dem 1:0 zu früh gedacht, das Ding sei durch."

Statistisch gesehen hätte die Partie ohnehin kaum anders ausgehen können: 19:2 Torschüsse für Lima, eine Zweikampfquote von 56 Prozent - das war Dominanz, die erst spät ihren Lohn fand.

Für Olli Kahn war es der perfekte Einstand in die neue Saison der 1. Liga Peru. "Ich habe immer gesagt, dass Spiele bis zur letzten Minute dauern", grinste er - ein Satz, der wohl noch öfter zitiert werden dürfte.

Für Deportes Pena hingegen war es eine bittere Lektion in Sachen Konsequenz. "Einmal nicht aufgepasst, und der Junge köpft dir zweimal den Abend kaputt", murmelte Verteidiger Harrison Kilbane beim Verlassen des Platzes.

So endete ein Spiel, das lange nach Routine roch, in einem Drama, das keiner kommen sah. Die Moral von der Geschicht? Wer zu früh jubelt, bekommt manchmal noch Besuch von Iban Quixano.

22.03.643997 07:11
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Wer am Samstag nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, der kann ja am Sonntag noch laufen.
Werner Lorant
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