Dagbladet
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Spektakel in Bärum: Sechs Tore, Gelbe Karten und kein Sieger

Wer am Freitagabend ins Bærum Stadion kam, bekam für sein Eintrittsgeld mehr als genug geboten: sechs Tore, Drama bis in die Nachspielzeit und zwei Teams, die offenbar beschlossen hatten, dass Verteidigen etwas für andere sei. Am Ende trennten sich Bærum FB und Moss FK 3:3 - ein Ergebnis, das genauso verrückt war, wie es klingt.

Von Beginn an war klar: Niemand wollte hier abwarten. Moss legte los wie die Feuerwehr. Schon in der zweiten Minute prüfte der 19-jährige Ole Karadas den Heimkeeper Dorinel Lacatus mit einem satten Schuss - der Beginn einer wilden ersten halben Stunde. "Ich dachte, wir führen nach zehn Minuten schon 2:0", grinste Moss-Trainer nach dem Spiel sarkastisch. Doch der Ball wollte zunächst nicht rein.

Dann schlug Bærum zurück. In der 22. Minute war es der jugendliche Flügelstürmer Corey Carey, nur 18 Jahre alt, der einen perfekten Pass von Csaba Miriuta verwertete. 1:0! Das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Carey später, "mein Trainer hat eh gesagt, ich soll weniger nachdenken."

Doch Moss antwortete sofort. Nur zehn Minuten später vertauschten Carey und Miriuta die Rollen - diesmal legte Carey auf, Miriuta traf zum 2:0. Was nach einer klaren Angelegenheit aussah, wurde binnen acht Minuten komplett auf den Kopf gestellt.

Zuerst traf André Bergmann (36.) nach schönem Zuspiel von Humberto Maniche zum 2:1, dann sorgte Karadas (44.) für den Ausgleich. Der 19-Jährige, zuvor schon verwarnt, rutschte beim Jubel fast in die Ersatzbank - vielleicht ein Symbolbild für diese wilde Partie.

"Ich hab ihm gesagt, er soll sich beim Feiern nicht noch die zweite Gelbe holen", lachte Moss-Trainer. Auf der anderen Seite schüttelte Bærum-Coach Savo Partizan nur den Kopf: "Wir führen 2:0, und dann schenken wir zwei Tore her. Da kriegst du graue Haare - wenn du nicht schon welche hast."

Zur Pause stand es 2:2, und beide Teams schienen beschlossen zu haben: Wir machen einfach weiter. In der 61. Minute brachte der 18-jährige Maik Stock Bærum wieder nach vorn. Nach Flanke von Benyamin Albert traf er volley zum 3:2 - ein Treffer, der so schön war, dass selbst die gegnerischen Fans kurz klatschten.

Doch wie schon zuvor hielt die Führung nicht lange. Nur sechs Minuten später (67.) schlich sich Moss-Verteidiger Martin Berg nach vorn und köpfte nach einer Flanke von Karadas zum 3:3 ein. Der 33-Jährige grinste hinterher: "Ich dachte, ich hab mich verlaufen. Aber wenn man schon mal da ist, kann man ja auch treffen."

Die letzten 20 Minuten waren ein Abnutzungskampf: Gelbe Karten links und rechts, wütende Gesten, Schiedsrichter mit Dauerlaufleistung. Am Ende standen sechs Verwarnungen - drei pro Team - und zwei erschöpfte Mannschaften, die sich gegenseitig auf die Schultern klopften.

Statistisch war Moss leicht überlegen: 55 Prozent Ballbesitz, acht Schüsse aufs Tor, aber eben auch drei Gegentreffer. Bærum kam auf elf Abschlüsse und wirkte in der Offensive frischer, in der Defensive dagegen wie beim sonntäglichen Frühschoppen. "Wir spielen offensiv, weil wir’s nicht besser können", witzelte Trainer Partizan mit einem Augenzwinkern.

Selbst die 13.271 Zuschauer wussten irgendwann nicht mehr, ob sie jubeln oder stöhnen sollten. Ein älterer Fan auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt: "Das war kein Fußballspiel, das war eine Achterbahnfahrt."

In der Nachspielzeit (95.) bekam Bærums junger Rechtsverteidiger Csaba Kabat noch Gelb - wohl auch, weil der Schiri zeigen wollte, dass er noch da ist. Danach war Schluss. 3:3. Ein Ergebnis, das beide Teams irgendwie zufrieden und unzufrieden zugleich zurücklässt.

"Wir hätten gewinnen können, wir hätten verlieren können - also passt’s", meinte Moss-Torschütze Bergmann mit einem Schulterzucken. Und Savo Partizan? Der fasste den Abend in seinem typischen Stil zusammen: "Wenn man sechs Tore sieht, sollte man sich eigentlich freuen. Nur schade, dass die Hälfte davon in meinem Netz gelandet ist."

So ging ein verrückter Abend in Norwegen zu Ende - mit jungen Torjägern, alten Routiniers und einem Spiel, das keiner so schnell vergessen wird. Oder wie es ein Fan beim Verlassen des Stadions rief: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald Herztabletten im Fanshop!"

08.01.644003 10:45
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Der soll ruhig sein, den mussten wir doch zwei Jahre lang durchschleppen!
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