Sverige Fotboll
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Spektakel in Stockholm: Brommapojkarna und Luleå liefern sich ein 3:3-Krimi

Es gibt Spiele, bei denen man sich fragt, warum Fußball immer noch als "Ergebnissport" bezeichnet wird. Das Duell zwischen IF Brommapojkarna und IFK Luleå am 32. Spieltag der 1. Liga Schweden war jedenfalls eher ein emotionales Freudenfeuerwerk mit eingebautem Nervenzusammenbruch - und das vor 37.579 bestens gelaunten Zuschauern. Am Ende hieß es 3:3 (1:0), ein Resultat, das sich wie ein Sieg und eine Niederlage zugleich anfühlte.

Von Beginn an machte Brommapojkarna klar, wer Herr im eigenen Haus ist. Schon in den ersten zehn Minuten feuerte Sergi Antunes gleich dreimal auf das Tor - als wollte er prüfen, ob der Ball vielleicht noch zu kalt für den Maiabend war. Luleås Torhüter Antonio Serna hatte jedenfalls alle Hände voll zu tun, und sein Schienbein vermutlich auch. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball auf mich zuflog", grinste Serna später.

Das erste Tor fiel dann in der 36. Minute, als Dragan Mihajlovic nach mustergültiger Vorlage von Nick Reinhardt zum 1:0 einschob. Ein Treffer, so fein herausgespielt, dass man ihn fast einrahmen möchte. Trainer Andreas Godejohann kommentierte trocken: "Genau so haben wir’s im Training… naja, fast so."

Nach der Pause kam Luleå wie verwandelt aus der Kabine. Jonas Miller, ihr Coach, hatte offenbar auf den Tisch gehauen - oder auf die Taktiktafel. Jedenfalls war sein Team plötzlich da, wach, bissig, fast schon charmant unverschämt. In der 53. Minute belohnte sich der erst 19-jährige Georg Bureau nach Vorarbeit von Ashton Satchmore mit dem Ausgleich. Ein Treffer, der das Stadion kurz verstummen ließ.

Doch Brommapojkarna antwortete prompt: Fünf Minuten später zirkelte Antunes den Ball nach Pass von Hugo Nani humorlos ins Netz - 2:1. Der Jubel hallte bis hinaus auf den Parkplatz. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Antunes hinterher und grinste, "der Ball wollte wohl auch mal feiern."

Aber Luleå wäre nicht Luleå, wenn sie sich damit abgefunden hätten. Manuel Valentin (67.) und Hugo Quaresma (74.) drehten das Spiel mit zwei blitzsauberen Treffern - beide vorbereitet vom unermüdlichen Mittelfeldmotor Ewan Stewart. 2:3, und plötzlich schauten die Heimfans, als hätte jemand den Strom abgestellt.

Doch es war noch nicht vorbei. Drei Minuten nach dem Rückstand, als die Gäste gerade das Verteidigen übten, tauchte Rechtsverteidiger Javi Martins im Strafraum auf - warum, weiß vermutlich nicht einmal er selbst - und drosch das Leder nach Vorlage von Reinhardt zum 3:3-Ausgleich in die Maschen. Ein Verteidiger als Lebensretter - Fußball schreibt die besten Komödien selbst. "Ich wollte eigentlich nur Flanken absichern", sagte Martins lachend, "und plötzlich war ich der Stürmer."

Die Schlussphase war ein einziger Schlagabtausch. Brommapojkarna, mit 59 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüssen, versuchte alles, während Luleå mit 7 Schüssen und einer ordentlichen Portion Chaosgeist dagegenhielt. In der 85. Minute setzte Mihajlovic noch einen wuchtigen Schuss knapp drüber - das Stadion hielt kollektiv den Atem an.

Trainer Godejohann zeigte sich nach dem Spiel gespalten: "Wenn du drei Tore schießt, willst du eigentlich gewinnen. Aber wenn du drei kassierst, bist du froh, dass es vorbei ist." Sein Gegenüber Jonas Miller dagegen war sichtlich stolz: "Wir haben Moral gezeigt. Und ein bisschen Wahnsinn gehört dazu, wenn man hier einen Punkt holt."

Im Publikum summte man noch lange nach Abpfiff, einige Fans diskutierten hitzig darüber, ob das nun ein verschenkter oder ein gewonnener Punkt war. Ein älterer Herr auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "So ein Spiel ist wie schwedisches Wetter - du weißt nie, was du kriegst, aber langweilig wird’s nie."

Und so bleibt dieses 3:3 ein Paradebeispiel für Fußball, wie man ihn liebt: unvorhersehbar, dramatisch und mit einer Prise Selbstironie. Brommapojkarna dürfte sich über die verpassten zwei Punkte ärgern, Luleå über den gewonnenen einen freuen - und alle anderen einfach nur über 90 Minuten, die viel zu schnell vorbei waren.

Am Ende des Abends lächelten beide Trainer, gaben sich die Hand - und man konnte fast hören, wie sie dachten: "Bloß gut, dass wir heute nicht verlieren mussten."

25.06.644000 04:25
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Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.
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