Irish Sports
+++ Sportzeitung für Irland +++

St. Patricks Athletic trotzt Ballbesitzflut: 2:1 gegen Dundalk

Ein lauer Maiabend, 35.898 Zuschauer im Richmond Park - und ein Spiel, das alles hatte: frühe Tore, zittrige Minuten, und ein Dundalk-Team, das zwar den Ball, aber selten die Kontrolle hatte. Am Ende jubelte der Gastgeber St. Patricks Athletic über ein 2:1 (2:0) gegen die favorisierten Lilywhites - ein Ergebnis, das in seiner Ironie kaum schöner hätte komponiert werden können.

Schon die 13. Minute brachte Unruhe in die ruhige Dubliner Abendluft. Rechtsverteidiger José Maria Estevez - ja, ein Verteidiger - tauchte plötzlich vorn auf, als hätte er kurz vergessen, dass er eigentlich hinten wohnt. Nach einem feinen Zuspiel von Evan Cascarino zog er trocken ab - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Estevez später. "Aber dann dachte ich: Ach, probier’s halt mal."

Dundalk, die unter Trainer Daniel Düsentrieb (der Name ist hier wirklich kein Witz) mit 58 Prozent Ballbesitz glänzten, sahen in dieser Phase aus, als wollten sie den Ball lieber adoptieren, statt mit ihm Tore zu schießen. Währenddessen spielten die "Saints" schnörkellos, fast altmodisch - und vor allem effektiv.

In der 42. Minute folgte der zweite Schlag. Linksverteidiger Jakob Bjorklund, normalerweise der Typ, der lieber Grätschen als Glanzmomente liefert, tauchte nach feiner Vorarbeit von Luca Rosati am Strafraumrand auf und hämmerte den Ball flach ins Eck. 2:0 - und Trainer Thomas Rumpelt riss die Arme hoch, als habe er gerade das Champions-League-Finale gewonnen. "Wir wollten kompakt stehen und giftig sein", erklärte er nach dem Spiel. "Und wenn dann zwei Außenverteidiger treffen, ist das... sagen wir: unorthodox erfolgreich."

Zur Pause sprach vieles für den Gastgeber, außer vielleicht die Statistik. 42 Prozent Ballbesitz, aber 2 Tore. 15 Schüsse, 8 davon in der ersten Halbzeit - Effizienz war das Wort des Abends. Düsentrieb hingegen stapfte in die Kabine, als suche er dort eine Formel gegen die Fußballphysik. "Wir hatten Kontrolle, aber keine Konsequenz", murmelte er später. "Vielleicht sollte ich das nächste Mal die Spielanteile zählen lassen, nicht die Tore."

Nach der Pause wurde es ruppiger, die Präzision wich Nervosität. Rumpelt wechselte dreifach in der 56. Minute, brachte frische Beine - Cedro, Vidigal und Wyler - und hoffte, das Momentum zu halten. Doch Dundalk kam, langsam, aber spürbar. In der 74. Minute fiel schließlich der Anschlusstreffer: Louis Finnan, der bis dahin eher unauffällig geblieben war, schob nach Vorlage von Oldie Daniel O’Dea zum 2:1 ein. Der Gästeblock erwachte, und plötzlich wackelte St. Pats bedenklich.

Ein sarkastischer Fan auf der Haupttribüne rief: "Jetzt bloß kein drittes Tor - sonst wird’s zu langweilig!" Und tatsächlich: die letzten 15 Minuten waren alles andere als langweilig. Dundalk drückte, schoss, verzweifelte - gleich fünf Mal in den letzten zehn Minuten zielten sie auf das Tor, aber Keeper Danko Sulejmani hielt, was zu halten war.

In der 89. Minute sah Salvatore Rinaldi nach einem rustikalen Einsteigen die Gelbe Karte - ein Symbolbild für den Abend: viel Einsatz, wenig Ertrag. "Er hat den Ball fast getroffen", kommentierte Düsentrieb trocken.

Rumpelt indes schickte seine Spieler nach Abpfiff zu den Fans. "Die Jungs haben sich reingeschmissen, als gäbe es Freibier pro Grätsche", sagte er lachend. Estevez, der Held des Abends, nahm’s gelassen: "Ich hab das Tor schon ein bisschen gespürt, als ich aufgelaufen bin. Vielleicht lag’s an den neuen Schuhen. Oder am warmen Rasen. Oder am Glück."

Statistisch blieb Dundalk das bessere Team auf dem Papier: mehr Ballbesitz, 10 Schüsse aufs Tor, mehr Pässe, mehr Ordnung - und doch weniger Glück. St. Patricks dagegen: weniger vom Spiel, aber mehr vom Leben. Zwei Tore, drei Punkte, und ein Trainer, der nach Spielende sogar ein Tänzchen wagte.

Vielleicht, so könnte man sagen, war das kein Sieg der Taktik, sondern einer der Entschlossenheit. Oder, wie Rumpelt es zusammenfasste: "Manchmal musst du einfach den Ball ins Tor prügeln, bevor der Gegner überlegt, wie das Spielsystem heißt."

Ein versöhnliches Schlusswort? Vielleicht das von Dundalks Kapitän O’Dea: "Wir hatten die Kugel, sie hatten den Mut. Und am Ende zählt halt das Netz, nicht der Prozentsatz."

So bleibt der Abend in Erinnerung - nicht wegen der Statistiken, sondern wegen der stillen Wahrheit, dass Fußball manchmal ein einfaches Spiel ist, das sich weigert, einfach zu sein.

16.04.644000 06:48
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist Schnee von morgen.
Jens Jeremies
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager