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Surrey City zerlegt die Quebec Blues - Blues bleiben ohne Melodie

Es gibt Fußballabende, da fragt man sich, ob die Heimmannschaft noch im Bus sitzt. Der Samstagabend in Quebec gehörte genau in diese Kategorie. Vor 42.231 Zuschauern im Stade du Nord spielten die Quebec Blues gegen Surrey City - und verloren mit 0:4 (0:2). Das Ergebnis klingt deutlich, aber wer das Spiel sah, weiß: Es hätte schlimmer kommen können.

Von Beginn an setzten die Gäste aus Surrey ein Zeichen. Bereits in der achten Minute prüfte Jonas Van Remoortere den Quebec-Keeper James Prentiss mit einem satten Linksschuss. Der Torhüter parierte noch, doch das sollte nicht lange so bleiben. Surrey City spielte schnörkellos, direkt, zielstrebig - während die Blues eher wirkten, als würden sie noch auf die richtige Tonart warten.

In der 26. Minute war es dann so weit: Van Remoortere vollendete eine feine Kombination über Olivier Auclair zum 0:1. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", grinste der belgische Flügelstürmer nach der Partie. Trainer Günter Schwarz nickte zufrieden: "Das war kein Zufall, das war Trainingsarbeit. Wir üben das - und manchmal klappt’s sogar."

Sieben Minuten später durfte dann der Vorlagengeber selbst ran. Auclair zog aus 18 Metern ab - ein Schuss wie ein Versprechen, das der Ball prompt einlöste: 0:2 für Surrey City. Die Blues schauten sich an, als wüssten sie nicht, wer den Schalter zum Offensivmodus hat. Dabei war der Ballbesitz mit 49,8 Prozent fast ausgeglichen. Nur: Was die Gäste damit anfingen, war schlicht effektiver.

"Wir hatten eigentlich eine gute Struktur", verteidigte Blues-Coach Gerd Froebe später seine Mannschaft. "Aber wenn du 20 Torschüsse zulässt, dann ist das wie ein Konzert mit zu vielen Schlagzeugsoli - das wird unharmonisch."

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: Surrey City dominierte. Vitorino Ordonez tanzte auf der rechten Seite, als hätte er die Seitenlinie gemietet. Quebec versuchte, über Claude Leclair und Lewis MacLaren Nadelstiche zu setzen, doch die blieben stumpf. Sechs Torschüsse in 90 Minuten - das spricht für sich.

In der 74. Minute erhöhte dann ein Spieler, den man selten in der Torschützenliste findet: Rechtsverteidiger Santiago Coluna. Nach einer butterweichen Flanke von Carl Travassos stieg er höher als alle anderen und köpfte zum 0:3 ein. "Ich war selbst überrascht, dass der Ball reinging", gab Coluna später lachend zu. "Normalerweise bin ich der, der foult, nicht der, der trifft."

Doch damit nicht genug: Zehn Minuten vor Schluss legte Coluna nach. Wieder war Auclair beteiligt, wieder stand Coluna goldrichtig. 0:4 - und die Blues endgültig in Trümmern.

Die letzten Minuten wurden zum Schaulaufen für Surrey. Selbst Innenverteidiger Joel Clancy probierte sich noch mit einem Distanzschuss, während Quebecs Fans kollektiv in den Schal seufzten. Nur einmal brandete noch Hoffnung auf, als Milan Ivic in der 78. Minute aus der zweiten Reihe abzog - doch Surrey-Keeper Jacques McGowan war auf dem Posten.

Einziger kleiner Makel im Spiel der Gäste: der Gelbe Karton für den kurz zuvor eingewechselten Serge Fouquet (77.). "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch da bin", kommentierte er mit einem Schulterzucken.

Nach dem Schlusspfiff standen zwei sehr unterschiedliche Gesichter auf dem Rasen: Freude bei Surrey, Frust bei den Blues. Trainer Schwarz brachte es nüchtern auf den Punkt: "Wir haben gemacht, was nötig war - und dann noch ein bisschen mehr." Froebe dagegen suchte Trost in der Zukunft: "Wir müssen daraus lernen. Vielleicht auch zweimal."

Statistisch war die Geschichte klar: 20:6 Torschüsse für Surrey City, eine Zweikampfquote von 55 zu 45 Prozent zugunsten der Gäste - und ein Spiel, das nie wirklich kippte. Die Blues liefen, ackerten, kämpften - aber am Ende klang ihr Auftritt wie ein trauriges Solo im falschen Takt.

"Es war, als würden wir gegen eine Maschine spielen", murmelte Verteidiger Adam Fryer. "Sie liefen immer weiter, immer schneller, immer präziser."

Vielleicht war das der Unterschied. Surrey City spielte nicht spektakulär, aber mit Plan, Biss und Perfektion. Quebec dagegen hatte Ideen - aber keine Lösungen.

Und so blieb den Fans der Blues nur der bittere Nachgeschmack einer Lehrstunde. Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Verlassen des Stadions seufzte: "Die heißen Blues - und heute haben sie uns wirklich zum Weinen gebracht."

Ein Abend, an dem Surrey City zeigte, dass Effizienz auch schön sein kann - und Quebec lernte, dass Ballbesitz allein keine Musik macht.

20.01.644003 00:57
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Freundschaften zählen für mich sehr, aber nicht in diesem Geschäft. Ich habe Jürgen Gelsdorf vor die Tür gesetzt, der war sogar mein Trauzeuge.
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