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SVB Leverkusen lässt Bad Kleinen keine Chance - ein 4:0 mit Ansage

Wer am Sonntagabend ins Stadion kam, hat sein Eintrittsgeld bestens angelegt. 42.513 Zuschauer sahen ein Spiel, das man getrost als Lehrstunde bezeichnen darf - allerdings eine, bei der die Gäste aus Bad Kleinen wohl lieber früher den Unterricht verlassen hätten. SVB Leverkusen fertigte die tapferen, aber überforderten Nordlichter mit 4:0 ab, und das Ergebnis schmeichelte den Gästen sogar noch.

Von Beginn an war klar, wer hier das Kommando führt. Schon in der fünften Minute prüfte Dorinel Piturca den Gästetorwart mit einem satten Schuss - der erste von insgesamt 19 Versuchen auf das Tor. "Ich dachte, wenn ich gleich mal draufhalte, merken sie, dass wir heute keinen Spaß machen", grinste Piturca später. Und tatsächlich: Spaß hatte fast nur der SVB.

Bad Kleinen, mit einer Startelf, die mehr nach Jugend forscht als nach Bundesliga klang, versuchte zwar offensiv zu starten, doch das war eher so erfolgreich wie ein Regenschirm im Orkan. Nach vorne ging nichts, hinten hingegen jede Menge. Torwart Yannik Wilhelm, 34 Jahre alt und mit der Lebenserfahrung von drei Abstiegen gesegnet, rettete mehrfach in höchster Not, ehe ihn in der 35. Minute Samuel Roades bezwang. Nach feiner Vorarbeit von Alex Collantes drosch der Engländer den Ball kompromisslos ins Netz - 1:0, die logische Konsequenz aus einer halben Stunde Einbahnstraßenfußball.

"Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte Gästecoach Cw WC nach dem Spiel. "Aber irgendwie standen wir dann überall - nur nicht kompakt."

Zur Pause wechselte Leverkusen gleich dreimal. Trainer Meister Leverkusen - nomen est omen - grinste bei der Pressekonferenz: "Ich wollte den Jungs auf der Bank auch mal zeigen, wie schön Fußball sein kann, wenn man ständig den Ball hat." Und Ball hatten sie: knapp 60 Prozent Ballbesitz, und das fühlte sich noch untertrieben an.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte - mit einem Tor. Wieder Roades, diesmal nach Zuspiel von Piturca (49.). Eine Minute später durfte auch der eingewechselte Arik Tartman jubeln, der einen perfekten Pass von Linksverteidiger Jake Haddington ins lange Eck schob. Zwei Tore in zwei Minuten - und Bad Kleinen taumelte wie ein Boxer, der nicht weiß, aus welcher Richtung die Schläge kommen.

Der junge Ersatztorwart Daniel Zimmer, gerade mal 18, kam zur Halbzeit für den erschöpften Wilhelm und bekam gleich eine Lektion, die er wohl nicht so schnell vergisst. "Ich hab den Ball kommen sehen, aber dann war er auch schon wieder weg", sagte Zimmer mit einem tapferen Lächeln.

Leverkusen spielte sich in einen Rausch. Damir Komljenovic setzte in der 78. Minute den Schlusspunkt, als er eine butterweiche Flanke von Collantes volley ins Eck setzte - 4:0. Das Publikum stand, die Ersatzspieler klatschten, und Trainer Leverkusen nickte zufrieden. Nur einmal wurde es kurz unruhig: In der 29. Minute musste Bad Kleinens 18-jähriger Mittelfeldspieler Christopher Pfeifer verletzt raus. "Ich glaube, der hat einfach zu viel Dorinel gesehen", witzelte ein Zuschauer auf der Tribüne.

Die Statistik sprach ohnehin Bände: 19 Torschüsse für die Gastgeber, ein (!) Versuch auf das Tor von Bad Kleinen - in der 40. Minute durch den jungen Stefan Albrecht. Torwart Liam Hensley musste sich immerhin die Hände abklopfen, "damit die Fans sehen, dass ich noch da bin", wie er lachend meinte.

Nach dem Spiel fasste Meister Leverkusen das Geschehen trocken zusammen: "Das war heute eine runde Sache. Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur Ballbesitz, sondern auch Tore können." Sein Gegenüber Cw WC hingegen blickte in die Ferne und murmelte: "Naja, wenigstens haben wir keinen Platzverweis bekommen."

Die Fans verabschiedeten ihr Team mit stehenden Ovationen, und man hatte das Gefühl, dass selbst die Zuschauer aus Bad Kleinen heimlich anerkennend nickten. Denn bei aller Überlegenheit der Leverkusener: Es war ein Spiel mit Stil, Spielfreude und einer Prise Humor.

Oder wie Samuel Roades es mit einem Augenzwinkern formulierte: "Wenn’s läuft, dann läuft’s. Und heute ist’s halt gerannt."

Ein 4:0, das man als Statement lesen darf - Leverkusen ist obenauf, Bad Kleinen hat immerhin Erfahrung gesammelt. Und wenn Fußball manchmal ungerecht ist, dann war er an diesem Abend einfach ehrlich.

31.01.644003 16:13
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