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SV?Beuel verspielt 3:1 - Hannover erkämpft sich wildes 3:3?Remis

Wenn 44 932 Zuschauer an einem Freitagabend ins Stadion kommen, um Fußball zu sehen, dann hoffen sie auf Spektakel - und genau das bekamen sie: sechs Tore, zwei Gelbe Karten, fünf Auswechslungen und ein Spiel, das so viele Wendungen hatte wie eine brasilianische Telenovela. Am Ende trennten sich der SV Beuel und Hannover mit 3:3, und irgendwie wirkte keiner so richtig glücklich.

Dabei fing alles an wie gemalt für die Gastgeber. Kaum hatte Schiedsrichterin Lehmann zum Anstoß gepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz. Ganze 60 Sekunden waren gespielt, als Beuels finnischer Flügelwirbel Joonas Kallio nach Vorarbeit von Bernt Burger zum 1:0 traf. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Trainer Rene Kuhl später, "aber Joonas hat wohl andere Pläne gehabt."

Beuel blieb am Drücker, hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent) und wirkte, als wollte man Hannover gleich mit in die Kabine schicken. Burger prüfte den Gästekeeper Warriner in der 4., 29., 35. und 40. Minute - so oft, dass man meinen konnte, die beiden hätten ein privates Duell laufen. Doch dazwischen meldete sich Hannover zurück: In der 36. Minute drosch Ediz Sargun, der bullige Rechtsaußen, den Ball nach Vorlage von Viktor Breschnew unter die Latte - 1:1.

Beuel schüttelte sich kurz, antwortete prompt. Nur vier Minuten später traf Burger selbst, diesmal nach feinem Steckpass von José Galisteo. Und weil es so schön war, legte Kallio in der 43. Minute noch das 3:1 nach. Der Assist kam von Christoph Schulz, der gerade erst für den müden Jorge Albacar eingewechselt worden war. "Ich hab’ einfach reingespielt, weil ich keine Lust auf Laufen hatte", witzelte Schulz später.

Zur Pause sah alles nach einem gemütlichen Heimabend aus. Doch Hannovers Trainer Daniel Dietrich hatte offensichtlich in der Kabine kräftig in die Motivationskiste gegriffen. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens mit Würde - oder mit Toren", verriet er augenzwinkernd. Und siehe da: In der 61. Minute traf der eingewechselte Georges Carriere zum 3:2, und plötzlich war Feuer im Spiel.

Beuel wankte, Hannover witterte Blut. Nur fünf Minuten später, in der 66., schlug wieder Ediz Sargun zu - diesmal nach Flanke von Mason Saint‑Pierre. 3:3! Der Gästeblock tobte, Trainer Dietrich riss die Arme hoch, und Beuels Coach Kuhl starrte fassungslos auf seine Ersatzbank, als suche er dort eine Erklärung.

Die letzten zwanzig Minuten waren ein Festival der vergebenen Chancen. Tiago Almeida, der zuvor Gelb gesehen hatte, vergab aus kurzer Distanz (64.), Galisteo scheiterte in der 94. Minute an Warriner, während auf der Gegenseite Damir Komljenovic in der 86. Minute fast den Lucky Punch setzte.

Statistisch war’s ein ausgeglichenes Duell: 12 Torschüsse Beuel, 10 Hannover; Zweikampfquote fast pari; dazu je eine Gelbe - McGee (Hannover, 23.) und Almeida (Beuel, 41.). Hannover ließ sich auch von einem frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen, während Beuel in der zweiten Halbzeit das Pressing vergaß, bis es zu spät war. Erst in der Schlussphase, als Kuhl von der Seitenlinie brüllte "Jetzt endlich draufgehen!", schaltete sein Team wieder auf aktives Pressing - da stand’s allerdings schon 3:3.

Interessant: Beide Mannschaften begannen offensiv, doch während Beuel vor der Pause auf kontrollierte Konter setzte, drehte Hannover in Hälfte zwei auf Dauerfeuer. Die Taktik‑Snapshots lesen sich wie ein Drehbuch - Offensive, Aggressivität "Strong", Pressing "Behind" - sinnbildlich für das Motto der Gäste: lieber spät als nie.

Nach Abpfiff mischten sich Erleichterung und Ärger. "Das fühlt sich an wie eine Niederlage", knurrte Beuels Doppelpacker Kallio. Sein Trainer Kuhl versuchte’s diplomatisch: "Wenn man 3:1 führt, muss man das nach Hause bringen. Punkt." Anders sah es Kollege Dietrich: "Wir haben Charakter gezeigt - und ein bisschen Glück, ehrlich gesagt."

Während die Fans klatschend, aber kopfschüttelnd das Stadion verließen, blieb das Gefühl: Dieses 3:3 war ein Spiel für die Geschichtsbücher - zumindest für diejenigen, die gerne Tore sehen und keine Nerven haben.

Und irgendwo auf der Tribüne, so will man meinen, saß ein alter Fußballgott, rieb sich die Hände und dachte: Ein bisschen Chaos muss sein.

14.08.643996 20:55
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Das Lokvenc-Foul an Lizarazu war das Übelste. Das war dunkelrot. Hätte Lizarazu nicht so einen Prachtkörper, wäre er mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht worden.
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