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Teuflisch knapp: Manchester Devils zittern sich ins Pokal-Viertelfinale

Ein Tor, elf Torschüsse des Gegners, 49.244 Zuschauer und ein Trainer, der nach Abpfiff aussah, als hätte er gerade eine Runde mit dem Rasenmäher verloren - das war der Pokalabend im Old Trafford Park, an dem die Manchester Devils den FC Millwall mit 1:0 besiegten. Ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber an diesem kühlen Aprilabend alles andere als nüchtern zustande kam.

Der Held des Abends hieß Asen Christow. In der 15. Minute, als die Zuschauer noch ihre zweite Stadionwurst begutachteten, drosch der bulgarische Rechtsaußen einen abgefälschten Ball aus halbrechter Position ins lange Eck. Millwalls Keeper Ethan Caviness streckte sich vergebens, und die Devils-Fans feierten, als sei das Pokalfinale schon gewonnen. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Christow später, "und gehofft, dass Tobias nicht wieder meckert, weil ich nicht querlege." Tobias Ludwig, seines Zeichens Innenverteidiger und laut Statistik sogar der Passgeber des entscheidenden Tores, nickte nur trocken: "Ich hab ihm den Ball gegeben, damit er ihn verliert - aber er hat mich überrascht."

Danach allerdings wurde es ein zähes Stück Arbeit. Trainer Ronnie Ekström hatte seine Elf defensiv eingestellt, auf Konter lauernd, das Lehrbuch der kontrollierten Langeweile perfekt umgesetzt. Millwall, gecoacht vom stets sonnengebräunten Sonny Crocket, nahm die Einladung an, das Spiel zu machen - und scheiterte wieder und wieder an Devils-Torwart Amram Hanegbi, der einen dieser Abende erwischte, an denen selbst ein Flummi neidisch würde. Elf Schüsse aufs Tor ließ die Statistik für Millwall notieren, aber kein einziger fand den Weg über die Linie.

Besonders Joseph Lockwood, der junge Rechtsaußen der Gäste, durfte sich als tragische Figur fühlen. Schon in der 7. Minute prüfte er Hanegbi, in der 11. wieder - beide Male mit Vollspann, beide Male mit dem gleichen Ergebnis: Ball gehalten, Torwart grinst. "Ich dachte, irgendwann muss doch einer reingehen", sagte Lockwood später und verdrehte die Augen. Millwalls Trainer Crocket versuchte es mit Humor: "Wir hatten genug Chancen für zwei Spiele. Nur leider das Zählbare vergessen."

Die erste Hälfte gehörte trotz des knappen Vorsprungs eher den Gästen. Manchester verteidigte tief, manchmal so tief, dass man glaubte, sie wollten direkt aus dem Strafraum kontern. Doch die Taktik hielt. Ekström, gefragt nach der Strategie, erklärte: "Wir haben defensiv gespielt. Manche nennen das Mauern, ich nenne es Kunst."

Nach der Pause änderte sich wenig. Millwall kam, Manchester wartete. Daniel Darabont tauchte gleich dreimal gefährlich vor Hanegbi auf (22., 64., 89.), doch der Devils-Keeper reagierte jedes Mal blitzschnell. Als dann in der 81. Minute Millwalls Routinier Elliot Lockwood verletzt am Boden lag und durch James Thuringer ersetzt werden musste, schien der letzte Funke Angriffslust zu verlöschen. "Das war der Moment, in dem wir wussten, dass es unser Abend ist", meinte Devils-Kapitän John Devaney später.

Auch die Statistik sprach am Ende eine Sprache, die nur Fußball verstehen kann: 52 Prozent Ballbesitz für Manchester, aber weniger Torschüsse; 47 Prozent für Millwall, aber mehr Initiative - und trotzdem kein Tor. Tackling-Quote? Millwall knapp besser. Ergebnis? Egal. Pokal heißt, wer trifft, bleibt drin.

In der 88. Minute nahm Trainer Ekström noch Tobias Ludwig vom Feld - nicht etwa wegen Schwäche, sondern "weil er immer so nervös wird, wenn’s knapp wird", wie Ekström lachend sagte. Ersatzmann Timofej Tertyschny durfte dann noch eine Flanke klären und den Schlusspfiff erleben.

Nach dem Spiel herrschte im Stadion eine Mischung aus Erleichterung und Ungläubigkeit. "Das war kein schönes Spiel", gab Christow ehrlich zu, "aber schön ist ja auch relativ - wir sind weiter." Millwalls Spieler dagegen schlichen vom Platz, während ihr Trainer die Pressekonferenz mit einem bitteren Witz eröffnete: "Wir haben heute gelernt, dass Ballbesitz keine Währung ist, wenn das Tor geschlossen bleibt."

So endet ein Pokalabend, der weniger durch Glanz als durch Spannung glänzte. Die Devils stehen im Viertelfinale, dank eines frühen Treffers und einer Abwehr, die eher nach Betonwerk als nach Fußballteam klang.

Und irgendwo in der Kabine summte Torwart Hanegbi leise vor sich hin - vermutlich kein Lied, sondern einfach das Geräusch eines Mannes, der weiß, dass er seinen Verein mit zehn Fingern und einem Augenzwinkern weitergebracht hat.

Manchester Devils 1, FC Millwall 0 - ein Ergebnis, das sich nicht wie ein Paukenschlag liest, aber in der Pokalchronik der Devils vermutlich mit einem fetten Ausrufezeichen stehen wird.

18.09.643996 00:38
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Wir überlegten, jemanden vom Arbeitsamt zu holen, der den Spielern Alternativberufe zeigt.
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