A Bola
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Tiago Simao tanzt Nelas schwindelig - Lissabon siegt 2:1

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball kurz daran erinnert, warum man ihn liebt - und manchmal hasst. Der SC Lissabon gewann am Dienstagabend vor 29.061 Zuschauern im heimischen Estádio José Alvalade knapp, aber verdient mit 2:1 gegen tapfere Gäste aus Nelas. Und wieder einmal hieß der Held: Tiago Simao, 17 Jahre jung, frech wie ein Straßenkicker und eiskalt wie ein alter Hase.

Schon in der elften Minute ließ der Teenager das Stadion erzittern. Nach feinem Zuspiel von Rechtsverteidiger Noe Futre zog Simao aus 18 Metern ab - trocken, kompromisslos, unhaltbar. "Ich wollte eigentlich auf Pol [Antunez] passen, aber der Ball hat mich überredet, selbst zu schießen", grinste der Jungstar später in die Kameras. Trainer Knuppi Puppi, der Mann mit dem vielleicht charmantesten Namen der Liga, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Er hört nicht immer auf mich - in dem Fall bin ich froh darüber."

Lissabon spielte in der ersten Halbzeit mit jugendlicher Unbekümmertheit. 12 Torschüsse, 50 Prozent Ballbesitz, und dennoch das Gefühl, dass es eigentlich mehr als 1:0 hätte stehen müssen. Tiago Simao dirigierte das Mittelfeld, während Mirko Marchesato vorne ackerte, als hinge sein Leben davon ab. Nelas dagegen versuchte, mit langen Bällen und rustikaler Zweikampfführung dagegenzuhalten. "Wir wollten Lissabon nicht schön spielen lassen", erklärte Gästetrainer Graf Duencler später mit einem leicht müden Lächeln.

Nach der Pause kam Nelas allerdings wie verwandelt aus der Kabine. Vielleicht hatte Duencler in der Halbzeit an die Ehre seiner Mannschaft appelliert - oder einfach den Kaffee stärker dosiert. Jedenfalls dauerte es nur bis zur 50. Minute, ehe Carlos Vasco, der flinke Rechtsaußen, nach Vorlage von Marco Bischoff zum 1:1 traf. Der Jubel im Gästeblock war ohrenbetäubend, und Lissabon wirkte für ein paar Minuten tatsächlich verunsichert.

"Ich dachte kurz, wir verlieren die Kontrolle", gestand Lissabon-Kapitän Julian Capucho später. "Aber dann hat Tiago wieder das gemacht, was Tiago eben macht - Chaos in Ordnung verwandelt."

Gemeint war die 82. Spielminute. Wieder war es Simao, der nach feinem Doppelpass mit Capucho durch die Abwehr tanzte und den Ball lässig ins lange Eck schob. Der Teenager riss die Arme hoch, grinste in Richtung der Südtribüne - und das Stadion explodierte. "In dem Moment war ich einfach glücklich. Vielleicht auch ein bisschen frech", sagte er später mit einem Schulterzucken, das man nur mit 17 so hinbekommt.

Nelas versuchte in der Schlussphase alles. Duencler brachte frische Kräfte, ließ offensiver spielen, doch außer einer Gelben Karte für Marcio Adao (83.) sprang nichts Zählbares mehr heraus. Lissabon verteidigte mit Leidenschaft, Keeper Celalettin Kaya pflückte in der Nachspielzeit noch eine gefährliche Flanke aus der Luft und klatschte danach demonstrativ in die Hände. "Ich halte lieber Bälle als Reden", meinte er trocken nach dem Spiel.

Die Statistiken spiegelten das Geschehen treffend wider: 12 Torschüsse auf Lissabons Seite, 10 auf der von Nelas; Ballbesitz nahezu ausgeglichen; Zweikampfquote leicht zugunsten der Hausherren. Kurz: Ein enges, intensives Spiel, das durch den Unterschiedsspieler entschieden wurde.

Trainer Puppi zeigte sich nach dem Abpfiff erleichtert: "Solche Spiele sind gefährlich - wenn du jung bist, denkst du, es geht immer so weiter. Aber Tiago hat uns daran erinnert, dass Talent mit Mut am schönsten glänzt." Sein Gegenüber Duencler blickte derweil mit Galgenhumor auf die Niederlage: "Wir haben zwei Mal zugeschaut und einmal getroffen. Das reicht selten für Punkte."

Während die Fans noch in der lauen Mai-Nacht sangen, stand der 17-jährige Matchwinner am Spielfeldrand, das Trikot über die Schulter geworfen, und winkte in die Kurve. Neben ihm klopfte Mirko Marchesato auf den Rasen und murmelte: "Wenn der so weitermacht, müssen wir bald Eintritt zahlen, um mit ihm zu trainieren."

Fazit eines unterhaltsamen Abends: Der SC Lissabon bleibt in der Spitzengruppe der Liga, Nelas fährt mit erhobenem Kopf, aber leeren Händen nach Hause. Und Tiago Simao? Der wird wohl noch öfter überreden müssen - nicht nur den Ball, sondern auch ganz Portugal, ihm zuzusehen.

18.04.644000 00:52
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Ich habe ihn liquidiert. Wenn er etwas will, soll er sich vorher seinen Ausweis anhängen, damit seine Mutter ihn nicht nur an der Blutgruppe erkennt.
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