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Das Flutlicht glitzerte über dem Stadion von Nitra, als 40.975 Zuschauer an diesem kühlen Aprilabend Zeugen einer kleinen Fußball-Demonstration wurden. Trogari Nitra, unter der Leitung von Trainer Chris Armstrong, spielte sich mit einer Mischung aus Spielfreude, Präzision und einer Prise Übermut in einen regelrechten Rausch - während FK Ratykovce meist damit beschäftigt war, die eigene Ordnung zu suchen. Das Ergebnis: ein klares, fast gnadenloses 5:0. Von Beginn an ließ Nitra keinen Zweifel daran, wer Herr im Haus ist. Schon in der dritten Minute prüfte Franck Bergen den gegnerischen Torwart Juanito Vázquez mit einem satten Schuss, und das sollte nur der Auftakt sein zu einer wahren Flut an Angriffen. 21 Torschüsse insgesamt, 52 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die Ratykovce-Trainer nach Abpfiff nur trocken kommentierte: "Wenn du den Ball nicht hast, kannst du auch keine Tore schießen. Leider hatten wir den Ball nie." Das erste Tor fiel in der 29. Minute, als Aleksandar Drulic nach feinem Zuspiel von Stanislav Tobollik die Nerven behielt und eiskalt vollendete. "Ich hab kurz überlegt, ob ich nochmal querlege - aber dann dachte ich mir: Ach was, die Fans wollen was sehen", grinste Drulic später. Ratykovce reagierte mit Gelb statt mit Ideen: Erst Marek Moravcik (39.), dann Luke Grantham (44.) trugen sich in die Notiz des Schiedsrichters ein - vermutlich als Beweis, dass sie überhaupt am Spiel teilgenommen hatten. Nach der Pause drehte Nitra endgültig auf. Der frisch eingewechselte Pau Tonel brauchte nur vier Minuten, um den Ball nach Vorarbeit von Marek Harsanyi zum 2:0 in die Maschen zu dreschen (49.). Und weil es so schön war, legte Tonel in der 66. Minute gleich nach - diesmal nach Pass von Helmut Maus. "Ich hatte das Gefühl, wir könnten heute bis Mitternacht spielen, ohne dass sie uns stoppen", sagte er lachend. Doch das Offensivfeuerwerk war noch nicht vorbei. In der Schlussphase zeigte Nitra, dass man auch in der 89. und 91. Minute noch Tore schießen kann, wenn man Lust dazu hat. Erst traf Halvor Clemmensen, wieder auf Vorlage von Maus, dann schnürte Drulic in der Nachspielzeit seinen Doppelpack - assistiert von niemand Geringerem als Tonel. Fünf Tore, fünf verschiedene Vorlagengeber: eine Teamleistung, wie sie im Lehrbuch steht. Armstrong, sonst eher ein Mann der Understatements, gönnte sich nach Abpfiff ein breites Grinsen: "Wir wollten Spaß haben - und das hat man, wenn man Fußball spielt, der funktioniert." Auf die Frage, ob er mit dem Offensivdrang seiner Mannschaft zufrieden sei, sagte er trocken: "Wenn ich unzufrieden wäre, würde ich Golf trainieren." Während Nitra auf dem Rasen tanzte, stapften die Spieler von Ratykovce mit gesenkten Köpfen in die Kabine. Ihr Trainer, der anonym bleiben wollte, murmelte nur: "Wir haben heute viel gelernt - leider alles über den Gegner." Auch die Zuschauer gingen beschwingt nach Hause. Ein älterer Fan fasste es auf der Tribüne so zusammen: "Das war kein Spiel, das war eine Oper - und Drulic der Tenor." Statistisch untermauert war das Spektakel ohnehin: 21 zu 2 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fünf verschiedene Torschützenbeteiligte. Ratykovce kam kaum über die Mittellinie, und wenn doch, stand Nitra-Torwart Heinz Kunkel gelangweilt in der Sonne, pardon, im Flutlicht. Kurzzeitig sorgte nur eine Verletzung von Robert Ivana (59.) für Schrecken im Stadion, doch Armstrong reagierte sofort - brachte Spiridon Tertyschny und behielt den Rhythmus im Spiel. "Robert wollte weiterspielen, aber ich habe ihm gesagt: Wir führen 3:0, du darfst dich ausruhen", erklärte der Coach schmunzelnd. So endete ein Abend, der für Trogari Nitra fast märchenhaft verlief: Eine offensive Ausrichtung, die nie ins Leichtsinnige kippte, präzises Passspiel, disziplinierte Abwehr - und vorne ein Trio Drulic-Tonel-Clemmensen, das Ratykovce Albträume bereiten dürfte. Und während der Stadionsprecher das Endresultat "Fünf zu null für Trogari Nitra" hinausposaunte, summte man auf den Rängen schon den alten Fußballklassiker: "So sehen Sieger aus!" Ein augenzwinkerndes Schlusswort sei erlaubt: Wenn Trogari Nitra so weitermacht, sollte man vielleicht anfangen, den Ballbesitz zu messen - nicht in Prozent, sondern in Minuten, die der Gegner zusehen darf. 25.08.643996 23:07 |
Sprücheklopfer
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