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Ein Pokalabend, wie ihn die Fans des SC Forst wohl schnell vergessen möchten: 26.100 Zuschauer sahen am Montagabend ein 0:4-Debakel ihres Teams gegen den TSV Rain - ein Spiel, das schon nach einer halben Stunde mehr nach Lehrstunde als nach Überraschung roch. Während die Forster bemüht, aber überfordert wirkten, spazierte der Gast aus Rain mit stoischer Ruhe und chirurgischer Präzision in die nächste Runde. Dabei hatte es gar nicht so schlecht angefangen. Schon in der dritten Minute prüfte Ulf Bengtsson, Forsts junger Mittelstürmer, den Gästekeeper Marek Marko mit einem beherzten Schuss aus spitzem Winkel. Zwei Minuten später zog Manuel Alcantara nach, doch auch diesmal blieb Marko cool. Marius Groß, Trainer des SC Forst, grinste da noch selbstbewusst an der Seitenlinie: "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur verteidigen können." Nun ja - das taten sie auch. Nur leider auch nicht besonders lange. Ab der 30. Minute nahm das Unheil Gestalt an. Erst rauschte ein abgefälschter Ball von Bjarni Pettersson knapp am Pfosten vorbei, dann war es Anders Frigard, der in der 31. Minute das Tor auf seine ganz eigene, trockene Art eröffnete. Nach Vorarbeit von Mateusz Jop traf der rechte Flügelstürmer aus zehn Metern - und der Jubel der rund 300 mitgereisten Rain-Fans war ohrenbetäubend. Vier Minuten später folgte der nächste Stich ins Forster Herz: Gabri Goncalves flankte butterweich von rechts, Connor Irwin stieg höher als alle und köpfte zum 0:2 ein. Der SC Forst wirkte nun wie eine Mannschaft, die in einem Computerspiel auf "Pause" gedrückt hat, während der Gegner weiterspielt. "Wir sind gar nicht mehr hinterhergekommen", stöhnte Innenverteidiger Vilmos Braun später. Zur Halbzeit lagen die Gastgeber also mit 0:2 hinten - und das schmeichelte ihnen noch. Rain hatte da schon neun Torschüsse, Forst deren drei. Der Ballbesitz sprach mit 56 zu 44 Prozent ebenfalls für die Gäste. Groß versuchte in der Kabine angeblich, seine Spieler mit einem energischen "Wir sind noch im Spiel!" aufzuwecken. Das Problem: Rain war auch noch da. Kaum fünf Minuten nach Wiederanpfiff durften die Forster erneut zusehen, wie Connor Irwin sich in den Strafraum tanzte, wieder von Jop bedient wurde und eiskalt zum 0:3 einschob (50.). Ein Doppelschlag à la Irwin - und der Mann war nicht zu stoppen. "Ich hab mich einfach gut gefühlt heute", grinste der dreifache Torschütze später. "Und wenn’s läuft, dann läuft’s eben." Forst versuchte, wenigstens den Ehrentreffer zu erzwingen, doch offensiv war die Partie spätestens jetzt eine Einbahnstraße - in die falsche Richtung. Bengtsson kämpfte, Alcantara lief, und der junge Keeper Marcio Futre hielt, was zu halten war. Aber in der 80. Minute kam der finale Akt des Abends: Anders Frigard legte quer, und Connor Irwin vollendete mit seinem dritten Treffer zum 0:4. Der Rest war Schweigen - zumindest auf den Rängen des SC Forst. Patrick Müller, Trainer des TSV Rain, zeigte sich nach Abpfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben das Spiel kontrolliert, die Chancen genutzt, fertig. Pokal ist immer gefährlich, also nehmen wir das mit Demut." Man hätte fast meinen können, der Mann rede über einen Spaziergang im Park. SC-Coach Groß hingegen stand mit verschränkten Armen da, das Gesicht irgendwo zwischen Trotz und Resignation: "Wir haben uns vorgenommen, mutig zu spielen. Leider war der Gegner noch mutiger - und besser." Rein statistisch war es eine klare Geschichte: 16 Torschüsse des TSV Rain gegenüber nur drei von Forst. 56 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 56,5 Prozent - Zahlen, die so nüchtern wie vernichtend wirken. Für den SC Forst bleibt der Trost, dass Pokalträume manchmal eben kurz, aber intensiv sind. Und vielleicht auch die Erkenntnis, dass "offensives Auftreten", wie es Groß vor dem Spiel angekündigt hatte, nicht automatisch mit "offensivem Erfolg" gleichzusetzen ist. Als die Mannschaft nach Schlusspfiff in die Kabine schlurfte, rief ein älterer Fan von der Tribüne: "Kopf hoch, Jungs, nächstes Jahr holen wir den Pokal!" Bengtsson drehte sich um, lächelte müde und nickte. "Klar", sagte er, "aber dann fangen wir vielleicht mit der Abwehr an." Ein Abend, der zeigt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze - und manchmal auch seine eigenen Richter. In diesem Fall hieß der schlicht Connor Irwin. 18.05.643997 23:33 |
Sprücheklopfer
Meine Frau und ich, wir sind jetzt seit zwei Jahren verheiratet und bei uns läuft alles gut.
Mehmet Scholl ausweichend auf die Frage, wann ihm Rehagel denn mitgeteilt habe, dass er wieder nur Ersatzspieler sein werde