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TuS Hordel verliert turbulentes Duell gegen SC Hennef mit 2:3

Ein Freitagabend, Flutlicht, 26.704 Zuschauer - und ein Spiel, das keinem der Beteiligten so schnell aus dem Kopf gehen dürfte. TuS Hordel und der SC Hennef lieferten sich am 29. Spieltag der 2. Liga Deutschland ein Spektakel, das alles hatte: Tore, Gelbe Karten, Emotionen und eine Prise Chaos. Am Ende jubelten die Gäste aus Hennef - 3:2 stand es nach 94 aufreibenden Minuten.

Schon der Beginn versprach Unterhaltung. Hordel-Trainerin Ute Finkeldy hatte ihre Mannschaft auf "volle Offensive" getrimmt. Und tatsächlich: Nach kaum sechs Minuten zappelte der Ball im Netz. Mateja Anicic, der flinke Rechtsaußen, traf nach feinem Zuspiel von Georg Heller zum 1:0. Die Hordeler Fans tobten, die Bratwurstverkäufer kamen kaum hinterher.

Doch der SC Hennef, von Giovanni Diaco mit der ruhigen Hand eines italienischen Pragmatikers geführt, blieb cool. "Wir wussten, dass Hordel heiß starten würde. Aber Fußball dauert länger als zehn Minuten", sagte Diaco später mit einem kaum merklichen Grinsen. Seine Mannschaft reagierte abgeklärt: In der 25. Minute war es der 19-jährige Jürgen Adam, der nach einem blitzsauberen Doppelpass mit Dominique Hayman den Ausgleich erzielte - und sich danach beim Jubel fast in der Eckfahne verhedderte.

Das Spiel nahm nun richtig Fahrt auf. Hordels rechter Verteidiger Robert Held sah in der 36. Minute Gelb, wohl mehr aus Begeisterung als aus Bosheit, nachdem er Hayman etwas zu herzlich "begrüßt" hatte. Kaum sortiert, lag Hordel wieder hinten: John Lockhart, 20 Jahre jung, traf in der 37. Minute nach Vorarbeit von Caio Alves zum 1:2. "Ich dachte, ich sei im falschen Film", schnaufte Hordel-Keeper Jacob Montgomery später.

Doch die Gastgeber gaben nicht auf. Noch vor der Pause brachte Curt Schöne die Fans wieder zum Singen. Georg Heller, der Regisseur im Mittelfeld, schickte ihn steil, und Schöne schloss eiskalt zum 2:2 ab (42.). Der Jubel war laut, der Optimismus groß - und Trainerin Finkeldy rief ihren Spielern zu: "Mehr davon, Jungs, aber bitte mit weniger Herzinfarkt!"

Nach der Pause beruhigte sich das Geschehen etwas, zumindest für ein paar Minuten. Beide Teams neutralisierten sich, Hordel mit langen Bällen, Hennef mit kurzen Pässen und viel Geduld. Die Statistiker im Stadion notierten 47 Prozent Ballbesitz für Hordel und 53 für die Gäste - fast ein Gleichgewicht, das aber täuschte. Denn die entscheidenden Momente hatte Hennef.

In der 72. Minute war es wieder der quirlige Hayman, der nach einer feinen Flanke von Jorge da Costa den Ball per Direktabnahme ins Netz jagte. 3:2 für Hennef - das Stadion verstummte kurz, ehe sich ein resigniertes Murmeln breit machte. "Ich hab ihn nicht kommen sehen", murmelte Hordels Innenverteidiger Luke Kinsella, als hätte er gerade ein Gespenst beschrieben.

Hordel rannte an, hatte Chancen: Curt Schöne in der 93. Minute, Lennard Rothe kurz zuvor - beide Male fehlten Zentimeter. "Wenn wir ein bisschen Glück haben, reden wir hier über ein 4:3", haderte Finkeldy nach dem Spiel, während sie den Spielberichtsbogen unterzeichnete.

Giovanni Diaco hingegen lächelte zufrieden: "Das war kein leichtes Spiel, aber meine Jungs haben Charakter gezeigt. Und ein bisschen Glück gehört im Fußball nun mal dazu."

Am Ende sprachen auch die Zahlen für die Dramatik: 13 Torschüsse Hordel, 12 Hennef, drei Gelbe Karten, und ein Publikum, das für sein Eintrittsgeld mehr bekam, als es erwartet hatte.

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - wohl wissend, dass man an diesem Abend nicht an Einsatz, sondern an Effizienz gescheitert war. Während die Flutlichtmasten langsam erloschen, sagte Curt Schöne noch mit einem Augenzwinkern: "Wenn wir das nächste Mal so spielen, gewinnen wir. Vielleicht."

Und irgendwo im weiten Rund des Hordeler Stadions summte jemand leise: "Fußball - du schönes, grausames Spiel."

Ein Fazit bleibt: TuS Hordel zeigte Moral, SC Hennef die Reife. Und am Ende ging der Sieger lächelnd vom Platz - wohl wissend, dass solche Abende in der 2. Liga selten sind, aber unvergesslich.

30.12.643987 17:30
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Ich hab früher schon in der Westkurve gestanden und Lothar Matthäus beschmissen.
Mario Basler
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