Jornal do Brasil
+++ Sportzeitung für Brasilien +++

UD Teresina überrollt Botafogo - Vier Tore, viel Tempo, keine Gnade

Wenn ein Spiel schon nach fünf Minuten nach Kaffeepause riecht, dann war es wohl dieses: AD Botafogo gegen UD Teresina, 3. Spieltag der 1. Liga Brasilien, 20.000 Zuschauer, Flutlicht, tropische Luft - und ein Gast, der keine Blumen, sondern Vollgas mitgebracht hatte. Am Ende hieß es 2:4 (1:3), und ehrlich gesagt, das Ergebnis schmeichelte den Hausherren.

Schon in der 5. Minute donnerte Jari Kuqi, der flinke Finne auf Teresinas rechter Seite, den Ball nach einem feinen Pass von Torsten Geiger unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Kuqi später und zuckte mit den Schultern. "Aber wenn der Ball rein will, will er halt rein." Botafogos Torwart Nevio Varela sah dabei aus, als hätte er kurz an den freien Montag gedacht.

Teresina blieb dran, als wäre der Rasen ein Laufband. In der 26. Minute legte der erst 18-jährige Pedro Sa Pint nach, eiskalt und mit der Unbekümmertheit eines Teenagers, der noch nie eine Steuererklärung abgegeben hat. Vorlage? Natürlich wieder Kuqi, der an diesem Abend wohl auch im Dunkeln noch Vorlagen hätte spielen können.

Botafogo wankte, aber sie fielen noch nicht. In der 32. Minute durfte das heimische Publikum endlich jubeln: David Solodkin traf nach schöner Vorarbeit von Agemar Sousa zum 1:2. "Da dachte ich kurz, jetzt kippt das Spiel", sagte Solodkin nachher. "Leider war’s nur eine optische Täuschung." Denn kaum war der Torjubel verklungen, stellte Eugenio Rogliano auf 1:3 - eine Minute später! Pedro Sa Pint bediente, Rogliano vollendete. "Das war wie ein Faustschlag in Zeitlupe", meinte Botafogos Kapitän Javier Meireles.

Die erste Halbzeit war ein Lehrfilm in Sachen Effizienz: Teresina hatte nur leicht weniger Ballbesitz (48 Prozent), aber fast doppelt so viele Torschüsse (13:6). Und während Botafogo den Ball liebkoste, jagten die Gäste ihn in die Maschen.

Nach der Pause dann kurz Hoffnung: In der 50. Minute traf Luke Millington zum 2:4, nachdem Rui Aguas einen dieser "ich-haue-einfach-mal-drauf"-Bälle durch den Strafraum drosch. Millingtons Fuß war da, wo ein Stürmerfuß hingehört. "Das war der Moment, in dem wir dachten, wir könnten noch was reißen", sagte Trainer (der Name blieb ungenannt - vielleicht besser so) nach dem Spiel. Doch Teresina hatte längst den Stecker gezogen - nur nicht bei sich selbst.

Denn kurz zuvor, in der 48. Minute, hatte Rogliano mit seinem zweiten Treffer des Abends die Weichen endgültig gestellt. Wieder war es Geiger, der auf links das Spiel ankurbelte und den Ball so präzise servierte, dass man ihm eigentlich ein GPS-Gerät ins Trikot nähen müsste.

Botafogo versuchte es mit Herz, aber ohne Fortune. Gelbe Karten für Ricardo Ze Castro (14.), Alexander Mironow (47.) und Luke Kavanagh (71.) zeigten, dass man wenigstens den Kampf annahm - wenn auch etwas spät. Taktisch blieb alles beim Alten: Das Team spielte "balanced", wie es die Daten so schön nennen, also irgendwo zwischen "abwarten" und "verloren".

UD Teresina dagegen strahlte Spielfreude aus, als hätte Trainer Tobias Lang den Jungs vor dem Spiel versprochen, dass jeder Treffer eine Runde Eis bringt. "Wir wollten offensiv bleiben, egal was passiert", sagte Lang nach Abpfiff. "Und das hat funktioniert - abgesehen von den zwei Gegentoren, aber man kann ja nicht alles haben."

In der Schlussphase hätte es sogar noch deutlicher werden können: Rogliano und Sa Pint feuerten noch mehrere Male auf Varelas Tor, aber der Keeper hielt, was es zu halten gab - und manchmal auch, was eigentlich schon drin war.

Am Ende blieb ein klarer Sieg für Teresina, das sich mit dieser Leistung in die Spitzengruppe der Liga schiebt. Botafogo hingegen muss sich fragen, wie man mit 52 Prozent Ballbesitz so wenig anfängt. Vielleicht hilft ein bisschen Selbstironie - oder wie Solodkin nach dem Spiel schmunzelnd meinte: "Manchmal ist der Ball halt rund, und manchmal dreht er sich gegen dich."

Ein Spiel voller Tempo, Witz und jugendlicher Frechheit - zumindest auf einer Seite. Wenn Teresina so weitermacht, werden sie bald nicht nur Punkte, sondern auch Herzen sammeln. Botafogo dagegen sollte vielleicht mal Pressing üben - oder wenigstens das Verteidigen in der 5. Minute.

14.04.643997 08:37
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Netzers Kommentare sind wie sein Haarschnitt - langweilig.
Stefan Effenberg
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager