El Peruano
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Uusimäki doppelt, Hathaway dazwischen - Academia Lima tanzt Ancash aus

Huaraz, 19. April 2026 - 32.000 Zuschauer, ein klarer Himmel über den Anden und drei Tore, die Deportivo Ancash wohl noch eine Weile in den Träumen verfolgen werden. Academia Lima, trainiert von Olli Kahn, zeigte beim 3:0-Auswärtssieg am 34. Spieltag der 1. Liga Peru eine Demonstration in Sachen Effizienz, Spielfreude - und lehrbuchhaftem Kurzpassspiel.

Schon in den ersten Minuten war zu spüren, dass Lima nicht zum Wandern in die Höhenluft gekommen war. Rechtsverteidiger Manuel de Gogorza prüfte in Minute 4 erstmals Ancash-Keeper Rui Baro - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Acht Minuten später feuerte Jukka Hietanen knapp vorbei, während Ancashs junge Hoffnung Aaron Onnington auf der Gegenseite immerhin den ersten Schuss der Gastgeber verbuchte.

In der 20. Minute fiel dann, was sich abzeichnete: Hietanen tanzte auf der rechten Seite zwei Verteidiger aus, legte quer, und Seppo Uusimäki schob eiskalt zum 0:1 ein. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Hietanen nach dem Spiel, "aber Seppo hat den Ball einfach behalten. Typisch Finne - nimmt sich, was er braucht."

Ancash wehrte sich tapfer, hatte aber kaum Ideen gegen Limas sicheres Kurzpassspiel. Der Ballbesitz war mit 47 zu 52 Prozent zwar fast ausgeglichen, doch die Qualität der Aktionen machte den Unterschied. Während die Hausherren viel quer passten, kombinierte Lima zielstrebig - wie ein Orchester, das Olli Kahn am Spielfeldrand mit verschränkten Armen dirigierte.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne zu überdrehen", meinte Kahn später in der Pressekonferenz. "Die Jungs haben begriffen, dass Ruhe auch Aggressivität sein kann. Und Seppo… na ja, der schießt halt lieber zweimal als einmal."

Zur Pause blieb es beim 0:1, doch nach dem Seitenwechsel geschah, was in der Kabine wohl nur kurz thematisiert wurde: "Bleibt einfach dran, irgendwann platzt der Knoten", soll Ancashs Kapitän Luka Schade lautstark gerufen haben. Leider platzte der Knoten - auf der falschen Seite. In der 59. Minute zog Oscar Hathaway aus der Distanz ab, der Ball senkte sich wie in Zeitlupe ins rechte obere Eck. 0:2. Assistgeber: Ivan Anicic, der das Spiel schon vorher mit einem eleganten Pass öffnete.

Limas Freude wurde kurz durch die Verletzung von Matteo Pedivigliano (56.) getrübt, der humpelnd den Platz verließ. Doch sein Ersatz Hathaway machte das Beste daraus - ein Tor quasi als Genesungsgruß.

Ancashs Trainer - dessen Name in den offiziellen Unterlagen leider verschollen scheint - reagierte spät, brachte in Minute 68 Ricardo Morais für den angeschlagenen Christo Petrow. Just in diesem Moment kassierte Nelio Hernando Gelb - sinnbildlich für einen Abend, an dem Ancash immer einen Schritt zu spät kam.

Dann kam wieder Uusimäki. In der 75. Minute, fast eine Kopie des ersten Treffers: Hietanen flankte von rechts, Uusimäki stand goldrichtig. 0:3. "Ich war einfach da, wo der Ball hingehört", sagte der Doppeltorschütze trocken. Seine skandinavische Gelassenheit hätte mancher Ancash-Spieler gut gebrauchen können.

Die Schlussphase wurde zum Schaulaufen für Lima. Olli Kahn brachte den 18-jährigen Paulo Benito, der gleich mit zwei eleganten Ballannahmen auffiel. Auf der Gegenseite versuchte Joao Mascarenhas noch einmal, den Ehrentreffer zu erzwingen - zweimal scheiterte er an Torwart Luis Enriquez, der wohl nicht wusste, dass er so wenig beschäftigt werden würde.

Zwei späte Gelbe für Ancash (Hernando 70., del Rio 87.) rundeten einen frustrierenden Abend ab. Die Statistik sprach Bände: 11 zu 8 Schüsse aufs Tor für Lima, 52,1 Prozent Ballbesitz, 52,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Keine Dominanz auf dem Papier - aber auf dem Rasen ganz eindeutig.

Nach dem Abpfiff versuchte Ancashs junger Mittelfeldspieler Onnington, das Positive zu sehen: "Wir haben wenigstens bis zum Ende gekämpft. Und ich hab gelernt: Wenn du gegen einen Finnen spielst, bleib ihm besser nicht zwei Meter Platz."

Reporterfazit: Academia Lima spielte so abgeklärt, als hätten sie die Höhenluft in Flaschen abgefüllt und mitgebracht. Ancash dagegen wirkte bemüht, aber ideenarm - ein Team, das mehr Statistiken als Chancen sammelte. Und über allem stand Olli Kahn, der beim Handschlag nach dem Spiel lächelte. Ein seltenes Bild. Vielleicht wusste er einfach: Solche Spiele sind die besten Lehrstunden - für Gegner und Zuschauer gleichermaßen.

15.02.643997 10:49
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