El Peruano
+++ Sportzeitung für Peru +++

Uusimäki dreht auf - Academia Lima zerlegt Ancash mit 4:1

Ein Abend wie gemalt für Offensivfußball: 42.634 Zuschauer im Estadio Nacional von Lima, warme Mai-Luft, die Sonne verschwindet gerade hinter den Anden - und dann dieses Spektakel! Academia Lima schickt Deportivo Ancash mit einem 4:1 nach Hause, das sich noch schmeichelhaft liest.

Schon nach zwei Minuten war klar, wer Herr im Haus ist. Seppo Uusimäki, der finnische Wirbelwind auf der rechten Seite, zog nach einem schnellen Doppelpass über Lucas Moura einfach mal ab - und der Ball schlug unhaltbar im langen Eck ein. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Uusimäki nach dem Spiel, "aber wenn sie so reingehen, beschwer’ ich mich nicht."

Ancash, das sich eigentlich vorgenommen hatte, geduldig zu bleiben, antwortete überraschend schnell. In der 16. Minute nutzte Ricardo Morais die erste und fast einzige Unsicherheit in Limas Abwehr. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Ilias Smolarek stand Morais plötzlich frei und schob eiskalt ein - 1:1. Trainer Olli Kahn tobte an der Seitenlinie. "Das war so unnötig wie ein Regenschirm in der Wüste", fauchte der deutsche Coach später.

Doch Academia blieb cool. Der Ball lief flüssig, das Passspiel war präzise, und die Offensive kombinierte sich in einen Rausch. Allein David Galindo prüfte den Gästetorwart Dominguez drei Mal innerhalb von zehn Minuten. In der 29. Minute war es erneut Uusimäki, der nach Vorlage von Moura humorlos zum 2:1 traf. Der Finne stand da, wo ein Stürmer stehen muss - und ließ sich feiern.

"Manchmal sieht das leicht aus, aber glaub mir, es ist harte Arbeit", sagte Uusimäki später mit einem Augenzwinkern. Ob er an seinen Hattrick dachte, wollte er nicht verraten.

Zur Pause führte Lima verdient. 19 Torschüsse sollten es am Ende werden - Ancash brachte es auf ganze zwei. Und trotzdem hatte der Gast den höheren Ballbesitz: 52 Prozent, die allerdings meist in der eigenen Hälfte stattfanden. "Das war Ballbesitztherapie, keine Offensive", kommentierte ein Fan süffisant auf der Tribüne.

Nach dem Seitenwechsel kam der Moment des jüngsten Spielers: Leandro Bischoff, gerade einmal 17 Jahre alt, wurde zur Halbzeit eingewechselt - und lieferte in der 47. Minute gleich den Assist für das 3:1. Pieter Tilleman, der fliegende Belgier auf der linken Seite, schloss den Angriff mit einem satten Vollspannschuss ab. "Leandro hat mir den Ball so perfekt hingelegt, da hätte selbst Olli Kahn getroffen", witzelte Tilleman später. Der Coach grinste nur: "Naja, früher vielleicht."

Die Gäste fanden keine Antwort mehr. Ihr Pressing blieb ein theoretisches Konstrukt, ihr Angriffsspiel eine Fußnote. Als Uusimäki in der 77. Minute nach erneuter Vorarbeit von Moura seinen dritten Treffer markierte, brach die Arena endgültig in Jubel aus. Ein lupenreiner Hattrick über die Spielzeit verteilt - und das mit einer Leichtigkeit, die an große Zeiten erinnerte.

Kurz vor Schluss musste David Galindo verletzt raus. Nichts Schlimmes, wie Kahn beruhigte: "Er hat mehr gelitten, weil er kein Tor geschossen hat, als wegen des Schlags aufs Schienbein."

Statistisch betrachtet war Academia Lima in allen relevanten Bereichen überlegen: 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 19 Abschlüsse, vier Tore. Ancash dagegen wirkte wie ein Team, das sich selbst in Zeitlupe betrachtete. Ihr Trainer - der nach dem Spiel wortlos in die Kabine verschwand - wird sich fragen müssen, wofür 52 Prozent Ballbesitz eigentlich gut sind, wenn man sie nur in der eigenen Hälfte verbringt.

In den Katakomben des Stadions war Olli Kahn überraschend gelöst. "Wir haben das Spiel von der ersten Minute an kontrolliert. Ich will trotzdem, dass wir in der Abwehr konzentrierter bleiben. Aber offensiv war das schon fast bayerisch", sagte er mit einem schelmischen Grinsen.

Und der Held des Abends? Uusimäki stand da, die Haare noch nass vom Duschen, und zuckte mit den Schultern: "Ich mag einfach Tore. Vielleicht backe ich mir einen Kuchen, vielleicht auch zwei."

Ein Abend, an dem Fußball wieder leicht aussah - und Academia Lima zeigte, dass Offensive manchmal die beste Verteidigung ist. Ancash dagegen wird sich wünschen, dieser 31. Spieltag wäre einfach nur ein Albtraum gewesen.

Schlusswort: Wenn Olli Kahn lächelt, weiß man, dass etwas Außergewöhnliches passiert ist. Und das war es - vier Tore, ein Hattrick, ein Publikum in Ekstase. Nur der Rasen braucht jetzt Urlaub.

03.06.644000 04:35
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
25 Jahre alt und schon keine Ziele mehr.
Mehmet Scholl nach dem gewonnen EM-Finale 1996
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager