El Peruano
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Uusimäki erlöst Academia Lima spät - mühsamer 1:0-Arbeitssieg gegen AD Joan Galves

Wenn 44.545 Zuschauer im Estadio Nacional von Lima kollektiv aufstöhnen, weil der Ball schon wieder nur das Außennetz streift, dann weiß man: Academia Lima spielt. Und zwar wie so oft - schön anzusehen, aber bisweilen frustrierend ineffektiv. Am 29. Spieltag der 1. Liga Peru mühte sich das Team von Trainer Olli Kahn zu einem 1:0 gegen AD Joan Galves. Es war ein Sieg, der in die Kategorie "verdient, aber zäh wie Kaugummi" fällt.

Von Beginn an rollte Angriff auf Angriff auf das Tor der Gäste. Bereits in der 7. Minute prüfte Pieter Tilleman Galves-Keeper Filipe Pelegrin zum ersten Mal ernsthaft. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", grinste Tilleman später, "aber Pelegrin hat wohl Spiderman im Stammbaum." Tatsächlich parierte der 33-Jährige über das ganze Spiel hinweg, als wolle er den Altersschnitt seiner Mannschaft mit jeder Flugparade rechtfertigen.

Insgesamt 23 Torschüsse verzeichnete Academia Lima - gegenüber kümmerlichen zwei der Gäste. Und doch stand es zur Pause 0:0. Der Ballbesitz war fast ausgeglichen (48 zu 52 Prozent), aber die Zweikampfquote von 58 Prozent für Lima erzählte die Wahrheit: Die Hausherren wollten es einfach mehr. Trainer Olli Kahn, an der Seitenlinie wie gewohnt eine Mischung aus Vulkan und Schachgroßmeister, rief mehrfach "Mehr Druck!", wobei unklar blieb, ob er sein Team oder den vierten Offiziellen meinte.

AD Joan Galves dagegen hatte offenbar beschlossen, Minimalismus als Kunstform zu betreiben. Ihr erster Schuss auf das Tor - durch Leandro Godino in der 25. Minute - war zugleich ihr gefährlichster. Danach passierte lange nichts. "Wir wollten ruhig bleiben und auf den Moment warten", erklärte Gästetrainer Jacinto Meireles mit stoischer Mine. Der Moment kam nie.

Nach der Pause verstärkte Lima das Pressing, die Aggressivität stieg sichtbar. Oscar Hathaway prüfte Pelegrin aus der Distanz (52., 56.), Seppo Uusimäki scheiterte mehrfach knapp (58., 63., 74.). Die Zuschauer wechselten zwischen Begeisterung und Verzweiflung, ein älterer Herr auf der Haupttribüne rief nach dem 20. Torschuss: "Olli, zieh dich selbst ein, vielleicht hilft’s!" Kahn grinste - oder fletschte die Zähne, so genau wusste man das nicht.

Dann, in der 76. Minute, endlich die Erlösung: Rechtsverteidiger Joaquin Gutierrez sprintete die Linie entlang, flankte flach in den Strafraum, und Seppo Uusimäki rauschte heran wie ein finnischer Güterzug. Mit dem rechten Fuß drückte er den Ball aus zehn Metern ins Netz - 1:0! Keine Frage, das Stadion explodierte. "Ich habe einfach gespürt, dass es jetzt sein muss", sagte der Torschütze später, "und dann habe ich einfach draufgehalten. Ganz finnisch, ohne nachzudenken."

Nach dem Treffer zog Lima das Spiel clever auf Zeit. Kahn brachte in der 91. Minute den 19-jährigen Pedro Yago und den jungen Javier Sa Pint, um noch etwas Frische und Nervosität zugleich ins Spiel zu bringen. "Wir wollten das Ergebnis verwalten", erklärte Kahn nach dem Abpfiff, "auch wenn das Wort ’verwalten’ bei uns manchmal eher nach Abenteuersport klingt."

Joan Galves bemühte sich in den letzten Minuten um einen Angriff, blieb aber harmlos wie ein Pudel im Sturm. Der zweite und letzte Schuss aufs Tor kam in der 68. Minute durch Aitor Lupus - ein eher freundlicher Versuch, den Torwart Luis Enriquez wachzuhalten.

Am Ende stand ein 1:0, das knapper klingt, als es war. Academia Lima dominierte, hatte Chancen für drei Spiele und schoss doch nur ein Tor. Doch die drei Punkte bleiben in der Hauptstadt, und das zählt. "Wir hätten heute auch 5:0 gewinnen können", meinte Mittelfeldmotor Matteo Pedivigliano, "aber wo bleibt da die Spannung für die Fans?"

Taktisch blieb Kahn seiner offensiven Linie treu: offensive Ausrichtung, ausgeglichenes Angriffsspiel, starkes Pressing zum Schluss. Joan Galves hingegen blieb über 90 Minuten brav "balanced" - ein Begriff, der in diesem Spiel eher "harmlos" bedeutete.

Beim Abpfiff atmete das Stadion kollektiv auf. Ein knapper Sieg, aber einer mit Charakter. "Manchmal", sagte Kahn beim Hinausgehen, "ist ein schmutziges 1:0 schöner als ein 4:0. Zumindest für den Trainer."

Und während die Fans noch jubelten, wischte Uusimäki sich den Schweiß von der Stirn und grinste: "Wenn ich heute nicht getroffen hätte, hätte Olli mich wahrscheinlich ins Tor gestellt."

Fazit: Academia Lima siegt spät, aber verdient. Ein Tor, das Erlösung brachte - und vielleicht den Glauben, dass Effizienz manchmal doch wichtiger ist als Ästhetik.

11.05.644000 01:02
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Das muss man verstehen, dass er Schwierigkeiten hat sich einzugewöhnen. Er ist die deutsche Sprache noch nicht mächtig.
Jürgen Wegmann
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