Diarios de Futbol
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Valentine trifft - St. Catharine feiert einen Arbeitssieg gegen Cerrense

Wer am Mittwochabend ins St. Catharine-Stadion kam, bekam kein Feuerwerk, aber ehrlichen Fußball - jene Sorte, bei der 27.000 Zuschauer nach dem Schlusspfiff zufrieden seufzen, weil sie wissen: Diese drei Punkte waren harte Arbeit. St. Catharine FC bezwang CD Cerrense mit 1:0, dank eines goldenen Treffers von Jay Valentine kurz vor der Pause.

Das Spiel begann mit vorsichtigem Abtasten, bis Cerrenses Nael Marques nach sieben Minuten erstmals gefährlich abschloss. Torwart Thijmen Landseer, der sonst eher als ruhiger Rückhalt auffällt, faustete den Ball mit solcher Wucht weg, dass er später scherzte: "Ich wollte nur sicherstellen, dass der Ball bis zur Busstation fliegt." Kurz darauf antwortete St. Catharine mit einem Schuss von Hanson Closson - ein Vorgeschmack darauf, dass dieses Duell kein Spaziergang würde.

Die Partie wogte hin und her, statistisch leicht zugunsten der Gäste (52 Prozent Ballbesitz, 10:9 Torschüsse), aber in der entscheidenden Kategorie - Tore - blieb nur eine Mannschaft erfolgreich. In der 38. Minute setzte sich Mateja Anicic auf der rechten Seite durch, flankte präzise auf Jay Valentine, und der köpfte aus kurzer Distanz ein. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste Valentine später, während er sich das Siegtor im Kabinengang auf einem Handy-Video ansah.

CD Cerrense, gecoacht von Leahcim Gnipeur, reagierte nach der Pause mit mehr Aggressivität und vollem Einsatz - die Statistik belegt’s: starkes Pressing, hohes Tempo, aber wenig Zählbares. "Wir haben alles versucht", seufzte Gnipeur. "Aber manchmal ist der Ball einfach ein kleiner, runder Verräter." Sein Team erspielte sich Chancen, besonders über die Flügel - Marques und MacPhee prüften Landseer mehrfach, doch der Torwart ließ sich nicht bezwingen.

St. Catharine dagegen setzte auf kontrolliertes Risiko. Kein Pressing, kein hektisches Nach-vorne-Rennen - Trainerstaffeln hätten es als "balanciertes Konzept" bezeichnet, die Fans nannten es eher "Zittern mit System". Kapitän Carlos Baiao erhielt in der 81. Minute noch Gelb, nachdem er Cerrenses Kay Schäfer gestoppt hatte, der seinerseits schon seit der 68. Minute mit einer Verwarnung lebte. "Ich wollte nur den Ball treffen", erklärte Baiao nach dem Spiel mit einem Grinsen, das keinen Schiedsrichter überzeugt hätte.

Die Schlussphase war ein einziges Nervenflattern. Cerrense drückte, St. Catharine verteidigte mit allem, was Schuhe trägt. Innenverteidiger Frank Fricke - früh Gelb gesehen - grätschte, köpfte und brüllte seine Mitspieler zusammen. "Wir haben uns geschworen, dass keiner heute Abend duschen darf, der keinen blauen Fleck hat", sagte er später halb im Spaß, halb im Ernst.

Als Schiedsrichterin Inez Duarte nach 94 Minuten endlich abpfiff, wirkte Coach Gnipeur kurz wie ein Mann, der den Bus verpasst hat. Sein Gegenüber - St. Catharines Assistenztrainer, der den abwesenden Chefcoach vertrat - fiel Landseer in die Arme. "1:0 ist das neue 4:0", lachte er in die Mikrofone.

Taktisch blieb St. Catharine seiner Linie treu: ausgewogen, geduldig, mit sicheren Abschlüssen statt wilden Distanzschüssen. Cerrense dagegen suchte das Glück im Risiko, erhöhte Aggressivität und Einsatz nach der Pause, ohne die Belohnung zu finden.

Die Zuschauer verabschiedeten ihr Team mit stehenden Ovationen. Nicht, weil es ein Spektakel war, sondern weil es ein Sieg war, wie er in der "Challenger League Quali" zählt: solide, umkämpft, mit einem Hauch von Drama. Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Schön war’s nicht - aber schön erfolgreich."

Und Jay Valentine? Der Held des Abends verschwand als Letzter vom Platz, klopfte dem Balljungen auf die Schulter und sagte mit einem Augenzwinkern: "Wenn du das nächste Mal flankst wie Mateja, darfst du meinen Platz haben."

Ein Arbeitssieg, ein Valentinsgruß an die Tabelle - St. Catharine FC ist angekommen in der Gruppenrunde. Cerrense dagegen weiß jetzt, dass Fußball manchmal ein Spiel der Millimeter ist. Und vielleicht auch der besseren Geschichten.

22.03.643997 08:36
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