Tuttosport
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Valenzana verliert 1:2 - Gela dreht das Spiel mit kalter Effizienz

Ein lauer Maiabend, 27.000 Zuschauer, Flutlicht, Pizza-Geruch und ein Hauch von Drama - das war der 17. Spieltag in der 1. Liga Italien, als Valenzana den Gästen aus Gela mit 1:2 unterlag. Es war eines dieser Spiele, bei denen man sich fragt: War das Pech, Planlosigkeit oder einfach Gela in Bestform? Wahrscheinlich eine Mischung aus allem.

Valenzana begann furios. Bereits in der dritten Minute prüfte Balazs Hannich den Gästekeeper Albert Valente, der offenbar beschlossen hatte, heute keine Geschenke zu verteilen. "Ich dachte, ich hab ihn schon ausgespielt", knurrte Hannich später, "aber der Typ hat Arme wie ein Krake." Es war der Auftakt zu einem Spiel, das Valenzana zwar mit viel Herz, aber wenig Fortune bestritt.

In der 15. Minute dann die Explosion im Stadion: Edoardo Bianchi, der 33-jährige Dauerläufer auf der linken Seite, zog nach einem feinen Doppelpass mit Paulo Costa ab - und der Ball zappelte im Netz. 1:0, Valenzana jubelte, Trainer Jupp Kaiser ballte die Faust und schrie seinem Team zu: "Weiter so, Männer! Heute holen wir uns was!" Zu diesem Zeitpunkt sah alles nach einem gelungenen Abend aus.

Doch wie so oft im Fußball ist das Glück ein flatterhaftes Wesen. Gela brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden, aber als sie es taten, taten sie es gründlich. Besonders David Martin, ein wieselflinker Linksaußen mit dem Selbstbewusstsein eines Stürmers, der schon weiß, dass er gleich trifft. In der 44. Minute war es dann soweit: Nach klugem Zuspiel von Daniel Fabbri zog Martin ab - und der Ball landete unhaltbar für Torhüter Szabolcs Sas im rechten Eck. 1:1, genau vor der Pause. "Das war der Knackpunkt", sagte Kaiser später, "da verlieren wir den Faden - und Gela riecht Blut."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig am Bild. Valenzana rannte, kämpfte, biss - Gela wartete, lauerte und stach zu. In der 62. Minute dann der entscheidende Moment: Ignacio Barbosa, der rechte Flügelmann, tänzelte elegant an zwei Verteidigern vorbei und legte quer auf Gawriil Tregubow. Der Russe musste nur noch einschieben. 1:2 - eiskalt, effizient, typisch Gela. "Wir wussten, dass Valenzana Räume lässt, wenn sie Druck machen", grinste Gela-Trainer Michael Müller nach dem Spiel. "Da musst du nur geduldig bleiben. Und ein bisschen Gawriil haben."

Valenzana versuchte zu reagieren. Jupp Kaiser ließ offensiv spielen - seine Mannschaft blieb bei der offensiven Ausrichtung und drückte, als ginge es um alles. In der 84. Minute hatte der junge Loris Esposito die Riesenchance zum Ausgleich, doch Valente im Gela-Tor pflückte den Ball aus dem Winkel, als hätte er ihn bestellt. "Ich hab kurz gedacht, der Ball sei schon drin", gestand Esposito später, "aber der Typ war einfach zu gut."

Die Statistik zeigte am Ende ein fast ausgeglichenes Spiel: 7 Torschüsse von Valenzana, 8 von Gela, Ballbesitz 47,6 zu 52,4 Prozent - aber das bessere Ende für die Gäste. Auch in den Zweikämpfen hatte Gela mit 51,6 Prozent leicht die Nase vorn. Kleine Unterschiede, die große Wirkung haben können.

Gelb gab’s reichlich: Kian MacCallum (27.) und Ronny Levy (45.) sahen für Valenzana den Karton, Jeno Lisztes (49.) und Jozef Kona (96.) bei Gela ebenso. "Das war kein böses Spiel", meinte Schiedsrichter Paolo Donati nach Abpfiff, "aber jeder wollte zeigen, dass er noch Kraft hat - auch in der Nachspielzeit."

Nach dem Spiel herrschte auf der Pressekonferenz eine Mischung aus Frust und Galgenhumor. "Wir haben uns selbst geschlagen", sagte Kaiser, "zwei Fehler, zwei Tore - das ist wie ein schlechtes Rezept: viel Aufwand, wenig Geschmack." Müller dagegen grinste zufrieden: "Wenn du auswärts so cool bleibst, darfst du auch mal ein Bier mehr trinken. Oder zwei."

Die Fans verließen das Stadion mit einem Seufzer zwischen Enttäuschung und Respekt. Valenzana hatte alles gegeben, Gela aber das Nötige getan. Und manchmal, im Fußball wie im Leben, gewinnt eben der, der weniger redet und mehr trifft.

Ein augenzwinkerndes Fazit: Valenzana spielte wie ein Orchester ohne Dirigenten - laut, engagiert, aber nicht immer im Takt. Gela dagegen? Wie eine Jazzband: locker, präzise, mit einem Solo von Tregubow, das den Unterschied machte.

12.12.643999 15:00
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Toni Polster
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