Fréttablaðið
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Valur stürmt los: Kay Weiss führt Reykjavik-Derby zur frühen Entscheidung

Ein kühler Maiabend in Reykjavik, 21.529 Fans im Stadion, der Wind peitscht vom Atlantik herüber - und Valur Reykjavik zeigt gleich zum Saisonauftakt der 1. Liga Island, dass man in diesem Jahr keine Zeit für Smalltalk hat. Mit einem frühen Doppelschlag von Kay Weiss (16. und 21. Minute) besiegte die Mannschaft von Trainer Jozin Bazin den Stadtrivalen Fjölnir Reykjavik mit 2:0 und ließ dabei zeitweise den Eindruck entstehen, man habe die Gäste zu einem Trainingsspiel eingeladen.

Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, wohin die Reise gehen würde. Valur, taktisch wie immer offensiv ausgerichtet, nahm sofort das Zepter in die Hand. 58 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - das sind keine Zahlen, das ist eine Liebeserklärung an den Angriff. Fjölnir dagegen: bemüht, aber blass. Fünf Torschüsse, zwei davon so harmlos, dass Valur-Keeper Adrian Kolvidsson sie vermutlich mit geschlossenen Augen gefangen hätte.

Der Mann des Abends war ohne Frage Kay Weiss. Der 33-jährige Linksaußen zeigte, dass Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist. In der 16. Minute verwertete er eine präzise Flanke von Duarte Galindo, als hätte er den Ball schon in der Kabine gerochen. Nur fünf Minuten später war es erneut Weiss, diesmal nach einem langen Pass des Innenverteidigers Ferdinand Gudjohnsen, der eiskalt zum 2:0 vollendete. "Ich hab nur gesehen, dass der Ball kommt, und dachte mir: Warum nicht gleich wieder?", grinste Weiss nach dem Spiel.

Fjölnirs Trainer Michael Wright stand da schon mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und sah aus, als wollte er den Rasen nach verborgenen Fluchtwegen absuchen. Spätestens nach der Verletzung seines Abwehrchefs Marco Santos in der 19. Minute war klar, dass dieser Abend kein guter für die Blau-Gelben werden würde. Ersatzmann Pierre Young machte seine Sache zwar ordentlich, aber Ordnung allein reicht nicht, wenn vorne kaum etwas passiert.

"Wir hatten uns vorgenommen, mutig zu spielen", erklärte Wright später mit gequältem Lächeln. "Aber nach 20 Minuten mussten wir feststellen: Mut allein schießt keine Tore."

Auch Gelbe Karten fehlten nicht: Valurs junger Rechtsaußen Björn Kolvidsson sah in der 24. Minute Gelb, offenbar weil er kurzzeitig vergaß, dass Grätschen kein olympischer Sport ist. Auf der Gegenseite kassierte Ezequiel Ze Castro nach der Pause ebenfalls Gelb - ein Symbol für Fjölnirs Frust, der sich in harmloser Aggression entlud.

Nach der Pause verwaltete Valur das Geschehen souverän, fast schon zu entspannt. Die Fans forderten ein drittes Tor, doch Coach Bazin winkte nur ab. "Wir haben genug getan. Die Jungs müssen noch fit bleiben - die Saison ist lang", sagte er mit einem schelmischen Zwinkern.

In der 58. Minute musste Valur erneut wechseln: Linksverteidiger Patrick Reich verletzte sich nach einem Zweikampf und wurde durch Marcio Granados ersetzt. Bazin nahm’s locker: "Patrick hat gesagt, er wollte nur testen, wie weich der Rasen ist. Jetzt weiß er’s."

Fjölnir versuchte in der Schlussphase noch einmal Druck aufzubauen. Rene Billet hatte in der 76. Minute die beste Chance, doch sein Schuss rauschte knapp am Pfosten vorbei - die Szene wurde vom Valur-Anhang mit einem ironischen "Uuuuh!" begleitet, das lauter klang als jeder Torjubel der Gäste.

In den letzten zehn Minuten wechselte Wright noch Thomas Müller (nicht der aus München, aber fast so blond) ein, um "neue Impulse" zu setzen. Der neue Mann traf allerdings nur den Balljungen beim Aufwärmen - sinnbildlich für einen Abend, an dem bei Fjölnir wenig zusammenlief.

Als der Schlusspfiff ertönte, fielen sich die Valur-Spieler in die Arme, während Fjölnir mit gesenkten Köpfen in die Kabine trottete. Zwei Tore Vorsprung, keine Gegentreffer, ein souveräner Start: Valur hat sich gleich am ersten Spieltag an die Spitze gespielt - zumindest moralisch.

"Ich sag’s mal so", meinte Trainer Bazin in der Pressekonferenz, "wir haben heute gezeigt, dass man auch ohne Pressing gewinnen kann. Vielleicht schreiben Sie das besser nicht, sonst fangen die anderen an, uns nachzumachen."

Und so endete der Reykjavik-Abend mit einem lässigen 2:0, einem gut gelaunten Publikum und der Gewissheit, dass es in dieser Saison wohl schwer wird, Valur vom Thron zu stoßen. Fjölnir dagegen wird sich anstrengen müssen, um nicht schon früh zum Lieblingsgegner der Liga zu werden.

Man darf gespannt sein, ob Wrights Mannschaft beim nächsten Spiel mehr Zielwasser findet - oder ob Valur einfach die Stadt weiterhin rot färbt. In Reykjavik jedenfalls redet man schon jetzt wieder vom "alten neuen" Favoriten.

11.08.644000 17:20
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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