Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

VfB Merseburg kämpft sich nach 0:2 zurück - Späte Erlösung durch Romano

Merseburg. - 29.733 Zuschauer im ausverkauften Stadion an der Geiseltalstraße hielten an diesem lauen Maiabend den Atem an, als in der 87. Minute Michele Romano zum Schuss ausholte. Der Rest war ein kollektiver Ausbruch aus Hoffnung, Wut und Erleichterung. Der Ball zischte ins linke Eck, der Ausgleich war perfekt - und der VfB Merseburg hatte nach einem 0:2-Pausenrückstand tatsächlich noch ein 2:2 gegen den Bornaer SV gerettet.

"Ich hab’ einfach draufgehalten. Wenn du da anfängst zu denken, ist es schon zu spät", grinste der Torschütze des späten Ausgleichs hinterher, noch schweißgebadet, aber glücklich.

Dabei hatte es nach 45 Minuten alles andere als nach einem Happy End ausgesehen. Borna spielte, Merseburg staunte - und vor allem Javier Galisteo hatte offenbar beschlossen, das Spiel im Alleingang zu entscheiden. In der 21. Minute traf der flinke Rechtsaußen nach feinem Pass von Knut Brandt zum 0:1, nur vier Minuten später legte er nach - diesmal bedient von Giovanni Sosti. Zwei Chancen, zwei Tore, und plötzlich wirkte die ansonsten so sattelfeste Merseburger Abwehr wie ein Kartenhaus im Wind.

"Wir wussten, dass Galisteo gefährlich ist", knurrte VfB-Trainer Dieter Bergmann später. "Aber dass er so früh so wach ist, das war dann doch unangenehm ehrlich."

Die erste Halbzeit ging klar an die Gäste. Borna stand tief, lauerte auf Konter, spielte genau so, wie es Trainer Wer Ninho offenbar in seiner DNA hat: defensiv, diszipliniert, destruktiv. "Wir wollten sie laufen lassen, und das hat funktioniert - bis zur Pause", sagte er mit einem Lächeln, das ahnen ließ, dass er den Rest des Abends lieber ungeschehen machen würde.

Denn nach dem Seitenwechsel drehte Merseburg plötzlich auf. Die Statistik spricht Bände: 18 Torschüsse gegenüber 9 der Gäste, fast ausgeglichener Ballbesitz (49 zu 51 Prozent), aber ein deutlich höheres Zweikampfplus für den VfB (54 zu 46 Prozent). Es war, als hätte jemand in der Kabine den Stecker wieder eingesteckt.

In der 62. Minute fiel dann der Anschlusstreffer. Agustin Obregon, der unermüdliche Linksaußen, schlenzte den Ball nach Zuspiel von Zbynek Licka herrlich ins lange Eck - 1:2, und das Stadion bebte. "Da war endlich Leben drin", jubelte Bergmann an der Seitenlinie, während sein Gegenüber Ninho nur die Arme verschränkte und genervt auf die Uhr blickte.

Merseburg drückte weiter, spielte plötzlich mit einer Mischung aus Wut und Witz. Martin Pudil hatte Chancen im Minutentakt, Amaury Brito scheiterte zweimal knapp, und der eingewechselte Youngster Fernando de Torre brachte frisches Chaos in die gegnerische Hälfte.

Doch die Uhr tickte unbarmherzig, und Borna verteidigte mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit Händen, Schultern und theatralischen Stürzen. In der 61. Minute sah Thierry Bernard Gelb für ein Foul der rustikaleren Sorte, später gesellte sich Vitorino Escudero (88.) dazu.

Dann kam die 87. Minute. Wieder war es Licka, der mit einem präzisen Pass von rechts Romano fand. Der Italiener nahm den Ball direkt - und traf. 2:2. Stadion im Ausnahmezustand.

"Ich hab ihm vorher gesagt, er soll einfach mal schießen", grinste Licka später. "Er hört ja sonst nie auf mich." Romano konterte im Kabinengang trocken: "Ich dachte, er meint den Kaffeeautomaten."

In den letzten Minuten versuchte Merseburg sogar noch, das Spiel komplett zu drehen, doch Borna rettete den Punkt mit Glück, Geschick und einem Torwart, der plötzlich alles hielt, was kam.

Am Ende stand ein 2:2, das sich für die Gäste wie eine Niederlage und für die Hausherren wie ein kleiner Sieg anfühlte. "Wenn du 0:2 hinten bist und so zurückkommst, zeigt das Charakter", lobte Bergmann. "Und die Fans waren heute unser zwölfter, dreizehnter und vierzehnter Mann."

Sein Kollege Ninho dagegen wirkte weniger philosophisch: "Wir haben zwei Punkte verloren. Punkt."

Vielleicht hat er recht. Aber wer an diesem Abend die aufrechte Haltung, das Aufbäumen und den puren Willen des VfB gesehen hat, der weiß: Merseburg hat mehr gewonnen als nur einen Zähler.

Und als die Flutlichter langsam erloschen, blieb das Gefühl, dass dieser späte Ausgleich nicht nur ein Tor war - sondern ein Lebenszeichen. Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne sagte: "Die Jungs können mich ruhig öfter so ärgern - aber bitte mit Happy End."

25.03.644000 21:59
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Druck entlädt sich beim Torschuss - ein Wahnsinns-Feeling. So ähnlich wie beim Sex.
Jürgen Klinsmann
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager