Dagbladet
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Viking FK zerlegt Grand Bodo - ein nordisches Spektakel in Blau

Es gibt Spiele, die beginnen mit einem vorsichtigen Abtasten, einem taktischen Schachspiel, zwei Teams, die sich respektvoll belauern. Und dann gibt es Spiele wie dieses. Viking FK nahm Grand Bodo am 9. Spieltag der 1. Liga Norwegen auseinander - 5:0 hieß es am Ende vor 15.721 begeisterten Zuschauern in Stavanger. Und ehrlich gesagt: es hätte auch höher ausgehen können.

Schon nach zehn Minuten war klar, wohin die Reise geht. Jørn Flo, der flinke Linksaußen mit dem unnachahmlichen Sinn fürs Spektakel, nutzte die erste Unsicherheit der Gäste gnadenlos aus. Nach einem langen Pass von Innenverteidiger Solveig Mykland (ja, der Mann, der sonst hinten abräumt), zimmerte Flo den Ball ins rechte obere Eck - 1:0. Trainer Markus Frey ließ sich zu einem Lächeln hinreißen, das ungefähr so selten ist wie ein norwegischer Sommer ohne Regen. "Wir wollten früh Druck machen - und die Jungs haben das wörtlich genommen", schmunzelte er später.

Grand Bodo versuchte, mit kontrolliertem Ballbesitz (am Ende leichtes Plus mit 50,1 Prozent) Ruhe ins Spiel zu bringen. Doch was nützt der Ball, wenn der Gegner daraus Tore macht? Viking war aggressiv, laufstark und spielte mit einer Entschlossenheit, die man sonst nur von Eishockey-Teams kennt. In der 41. Minute schlug Flo wieder zu, diesmal nach einer butterweichen Hereingabe von Luís Gama. Der Torjubel? Eine Mischung aus Erleichterung, Stolz und - ja - demonstrativer Freude über den zweiten Streich.

Pause. 2:0. Die Zuschauer sangen, die Gäste schauten betreten zu Boden, und auf der Tribüne wurde schon über die Torquote Flos in dieser Saison spekuliert. "Zwei Tore vor der Pause? Da ist noch Luft nach oben", soll ein älterer Fan augenzwinkernd gesagt haben.

Nach Wiederanpfiff dauerte es keine zehn Minuten, da setzte Makis Kalitzakis den dritten Treffer drauf (55.). Der Grieche im norwegischen Mittelfeld - ein Mann, der aussieht, als könnte er auch im antiken Sparta mithalten - knallte einen Abpraller ins Netz. Vorlage wieder Mykland, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, mit seiner Defensivrolle zu brechen.

Nun brach Grand Bodo völlig auseinander. Die Gäste wirkten, als hätten sie den Faden verloren und suchten ihn verzweifelt in der eigenen Hälfte. In der 63. Minute durfte dann der erfahrene Per Gran jubeln - nach klugem Zuspiel von Gama, der über links unermüdlich rackerte. 4:0. Viking spielte wie im Rausch.

Trainer Frey wechselte später den 17-jährigen Roland Zofcak ein, der in der 75. Minute sein Ligadebüt gab. "Ich hab gesagt: Junge, spiel einfach Fußball. Und er hat gefragt: Welchen?", erzählte Frey lachend nach dem Spiel.

Die Krönung des Abends kam in der Nachspielzeit: Die erst 19-jährige Ragnhild Høgmo, frisch eingewechselt und sichtlich unbeeindruckt von der Kulisse, machte in der 94. Minute den Deckel drauf - 5:0. Nach Vorlage von Rechtsverteidiger Hassan Frigard schob sie den Ball eiskalt ein. "Ich hatte gar nicht Zeit, nervös zu sein", sagte Høgmo danach, noch immer mit rotem Kopf. "Hassan hat den Ball perfekt gespielt - ich musste ihn nur noch reinmachen."

Grand Bodo? Nun ja - fünf Torschüsse in 90 Minuten, eine Gelbe Karte (Erland Høiland, 92.) und vermutlich den dringenden Wunsch nach einer langen Busfahrt mit geschlossenen Vorhängen. Trainer der Gäste (dessen Name der Verein lieber verschweigt) sprach von "einem Tag, an dem nichts funktionierte". Diplomatensprache für: Wir wurden überrollt.

Viking FK dagegen demonstrierte Effizienz pur: 20 Torschüsse, fünf Tore, 55,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe, kaum Fouls. Eine Mannschaft, die derzeit auf einer Erfolgswelle surft und dabei aussieht, als könnte sie jeden Gegner in der Liga zerlegen.

Am Ende stand Trainer Markus Frey zufrieden am Spielfeldrand und fasste es mit trockenem Humor zusammen: "Wenn du 5:0 gewinnst und trotzdem weniger Ballbesitz hast, dann weißt du: Die Jungs haben’s verstanden."

Ein nordischer Abend, an dem alles passte - vom Sonnenuntergang über Stavanger bis zum letzten Torschuss in Minute 96. Grand Bodo dürfte diesen Ausflug so schnell nicht vergessen. Und für Viking FK? Ein Festtag, der sich in die Vereinschronik brennen wird - in großen, blauen Lettern.

19.01.644003 21:05
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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