Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Villa Hispana rettet spät ein Remis gegen mutige Cerrense

Ein lauer Maiabend, 28.834 Zuschauer im Estadio Hispano, und zwei Mannschaften, die beschlossen hatten, Fußball als Mischung aus Geduldsspiel und Gelegenheitsdrama zu zelebrieren. Am Ende stand ein 1:1 zwischen Villa Hispana und CD Cerrense - ein Resultat, das beiden irgendwie passte, auch wenn es sich wohl keiner so richtig gewünscht hatte.

Cerrense, von Trainer Leahcim Gnipeur mit einer offensiven Grundordnung auf den Platz geschickt, begann, als wolle man die Hausherren gleich überrollen. Schon nach vier Minuten prüfte Jose Enrique Vazquez den Villa-Keeper Ernst Wegner mit einem wuchtigen Abschluss. Tabárez, der erfahrene Heimtrainer, saß da noch entspannt auf seiner Bank und kaute an einem Kaugummi, das er später als "mein einziger Ruheanker" beschreiben sollte.

Die Gäste blieben am Drücker. Ricardo Manuel und Pol Longas schossen aus allen Lagen, während Villa Hispana sich auf das Wesentliche konzentrierte: den Ball möglichst weit wegzuhalten. Doch in der 41. Minute war es dann soweit: Duarte Galindo, Cerrenses quirliger Rechtsaußen, schlenzte nach feiner Vorarbeit von Domingo Andrade den Ball ins rechte Eck - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, und dann war er drin", grinste Galindo später, "vielleicht war’s auch Glück, aber Glück gehört ja zur Taktik."

Villa Hispana ging mit hängenden Köpfen in die Pause. Tabárez reagierte ruhig, fast väterlich. "Ich hab ihnen gesagt: Wir haben 45 Minuten Zeit, um wenigstens so zu tun, als hätten wir das unter Kontrolle." Und tatsächlich, nach dem Wechsel wurde das Spiel der Hausherren strukturierter. Der Ball zirkulierte, Aitor Bosingwa und Inigo Estevez kamen über die Flügel, und plötzlich roch es im Stadion nach Ausgleich.

Allerdings blieb Cerrense gefährlich. Nael Marques hatte gleich dreimal die Chance, die Führung auszubauen (46., 51., 54.), scheiterte aber jeweils an Wegner, der an diesem Abend all seine 34 Jahre Erfahrung in die Waagschale warf. "Ich hab einfach beschlossen, heute mal nichts reinzulassen", sagte Wegner mit trockenem Humor. "Klappt ja nicht immer."

In der 59. Minute sah Rechtsverteidiger Joshua Rose Gelb - und zwei Minuten später folgte Xabier Sainz. "Das war kein Foul, das war Kunst", schimpfte Gnipeur an der Seitenlinie, während der vierte Offizielle nur die Augen verdrehte. Spätestens da wurde klar: Cerrense spielte jetzt auf Kante.

Und dann, in der 71. Minute, passierte das, was sich abgezeichnet hatte. Villa Hispana kam über rechts, Nelson Couto setzte sich mit einem beherzten Lauf durch, flankte scharf in den Strafraum, und Joseph Broderick - bisher eher unauffällig - hielt einfach den Fuß hin. 1:1. Der Jubel war ohrenbetäubend. Broderick rannte zur Eckfahne, riss die Arme hoch und brüllte etwas, das wohl ungefähr "Endlich!" bedeutete.

"Ich hab nur den Ball gesehen und gedacht: Wenn ich den verfehle, bin ich morgen in der Zeitung - und zwar nicht auf der schönen Seite", erklärte Broderick nach dem Spiel mit einem Grinsen.

Die letzten Minuten wurden zu einem offenen Schlagabtausch. Cerrense drückte, Villa konterte, Marques hatte in der Nachspielzeit sogar noch die Chance auf den Sieg, doch Wegner war wieder zur Stelle. Am Ende blieb es beim gerechten 1:1 - statistisch wie gefühlt. 13 Torschüsse für Cerrense, 7 für Villa Hispana, Ballbesitz nahezu ausgeglichen, Zweikampfquote leicht zugunsten der Gäste.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber das Ergebnis nicht", murmelte Gnipeur hinterher. Tabárez konterte trocken: "Das nennt man Fußball. Und Nervenstärke."

Ein 1:1 also, das keinem weh tat, aber beiden die Grenzen aufzeigte. Villa Hispana bleibt damit weiter im Mittelfeld der "1. Liga Uruguay", Cerrense nimmt wenigstens einen Punkt mit - und vielleicht die Erkenntnis, dass man nicht immer gewinnen muss, um Eindruck zu hinterlassen.

Auf der Pressekonferenz stichelte ein Journalist: "Herr Tabárez, war das heute die Rückkehr der uruguayischen Mauer?" Der Coach lachte. "Eher die Geburt einer Terrakotta-Armee - hübsch anzusehen, aber ein bisschen brüchig."

So endete ein Spiel, das kein Spektakel war, aber viele kleine Geschichten erzählte - von jungen Flügelstürmern, alten Torhütern und Trainern, die zwischen Ironie und Weisheit pendeln. Und irgendwo in der Kabine summte Joseph Broderick zufrieden: "Ein Punkt ist besser als keiner." Vielleicht hatte er damit das Schlusswort des Abends gefunden.

27.10.643999 11:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.
Jürgen Klinsmann
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager