Sporski Journal
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Vlasina Vlasotince kämpft sich zum 1:0 gegen Mlados Lucani

Es war einer dieser Abende im April, an denen der Fußball mehr mit Geduld als mit Glanz zu tun hat. 39.802 Zuschauer in Vlasotince sahen ein Spiel, das sich phasenweise wie ein Schachmatch mit Stollenschuhen anfühlte - nur dass einer der Springer, genauer gesagt Semjon Mogilny, in der 31. Minute kurz die Regeln vergaß und einfach ein Tor schoss. Es blieb das einzige. Endstand: 1:0 für Vlasina Vlasotince.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass beide Teams heute keine taktische Revolution anzetteln würden. "Wir wollten kontrolliert spielen", murmelte Vlasina-Coach nach Abpfiff, dessen Namen man sich wohl besser merkt, wenn man Schlafprobleme hat. Beide Mannschaften traten mit nahezu identischer taktischer DNA an: ausgewogen, sicher, standardmäßig aggressiv - Fußball aus dem Lehrbuch, Seite 1.

Doch während Mlados Lucani anfangs durch Heinrich Reichert in der 1. Minute gleich mal ein Lebenszeichen sendete, übernahmen die Hausherren bald die Regie. Erland Johnsson prüfte den Gästetorwart bereits in der 8. Minute, Gerard Preher folgte wenig später. Es war, als würde Vlasina Schritt für Schritt die Lunte legen - und Mogilny schließlich das Feuerzeug zücken.

Die 31. Minute: Joseph Charpentier, der alte Routinier auf der rechten Seite, setzte zu einem seiner typischen Läufe an, halb Sprint, halb Tanzschritt. Mit einem butterweichen Pass fand er Mogilny, der mit 31 Jahren längst weiß, dass man nicht immer voll durchziehen muss. Ein kurzer Blick, ein kontrollierter Schuss - 1:0. Das Stadion tobte, als wäre gerade der Meistertitel entschieden. "Ich hab eigentlich gedacht, dass der Ball zu weit war", grinste Mogilny später. "Aber dann dachte ich: Ach, probier’s halt."

Lucani wirkte danach kurz geschockt, fand aber langsam zurück ins Spiel. Nemanja Kolarov (27.) und Milan Svitlica (57.) versuchten es aus der Distanz, doch Torwart Michael Townsend hatte einen jener Abende, an denen man Bälle fängt, als wären sie verirrte Luftballons.

In der 66. Minute wurde es unglücklich für die Gäste: Svitlica musste verletzt raus, Jakob Naumann kam. "Das war ein Bruch im Spiel", gab Lucani-Trainer Du Dado später zu. "Milan war unser Zündfunke vorne - und dann war’s, als hätte jemand das Licht gedimmt."

Vlasina ließ sich davon wenig beeindrucken, blieb geduldig und verwaltete das knappe Ergebnis mit der Präzision eines Steuerberaters. Zwar kassierte der junge Rechtsverteidiger Bojan Krupnikovic in der 74. Minute eine gelbe Karte ("Ich schwöre, ich hab nur geschaut, wo der Ball ist!", verteidigte er sich lachend), doch sein Einsatz passte ins Bild: hinten kompromisslos, vorne genügsam.

Lucani drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, besonders in der 85. Minute, als Naumann nach einem hohen Ball von Nilsson frei zum Abschluss kam - doch wieder war Townsend da. In der Nachspielzeit versuchte es noch einmal Reichert, der auffälligste Gästespieler, doch der Ball rauschte knapp am Pfosten vorbei.

Am Ende stand ein 1:0, das in seiner Schlichtheit fast poetisch wirkte. 50,1 Prozent Ballbesitz für Vlasina, 12:7 Torschüsse, 52,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die man nicht einrahmt, aber auch nicht vergisst, wenn man drei Punkte braucht.

"Wir haben uns heute belohnt", sagte Mogilny mit einem müden Lächeln. "Und ehrlich gesagt, ich bin froh, dass ich getroffen hab - sonst hätte mich Charpentier auf dem Heimweg noch genervt."

Lucani-Trainer Dado hingegen war weniger amüsiert: "Wir haben zu brav gespielt. Pressing? Fehlanzeige. Vielleicht dachten meine Jungs, das sei ein Freundschaftsspiel."

Das Publikum verabschiedete beide Teams mit höflichem Applaus, wohl wissend, dass man nicht jeden Abend ein Feuerwerk bekommt. Aber manchmal reicht eben ein Funke - und der kam an diesem Abend von Semjon Mogilny.

Ein Abend der kleinen Dinge also: ein Pass, ein Schuss, ein Tor, ein leicht überforderter Trainer und ein Torwart, der seinen Job einfach machte. Fußball pur, ohne Schnörkel - und vielleicht gerade deshalb so schön.

Oder, wie ein älterer Fan beim Rausgehen sagte: "Manchmal ist 1:0 einfach das perfekte Ergebnis. Weniger Stress, mehr Bier."

10.10.643996 08:53
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