Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Warnemündes Sturmlauf: Vier Treffer, ein Platzverweis und viel Gesprächsstoff

Ein kalter Januarabend an der Ostsee, doch auf dem Rasen des Ostseestadions brannte das Flutlicht - und wie! Der SV Warnemünde besiegte den FC Godesberg mit 4:2 (2:0) und bescherte seinen 21.749 frierenden, aber bestens gelaunten Fans ein Spektakel, das alles bot: frühe Tore, rasante Angriffe, jugendliche Unbekümmertheit - und am Ende einen Platzverweis, der fast noch für Wirbel sorgte.

Kaum hatte Schiedsrichter Keller das Spiel angepfiffen, da jubelte schon die Küste: In der dritten Minute zappelte der Ball im Netz. Günter Kunze, der pfeilschnelle Rechtsaußen, nahm eine Flanke von Jakob Brandt artistisch an und drosch sie volley ins linke Eck. "Ich hab gar nicht nachgedacht - wahrscheinlich deshalb ging er rein", grinste Kunze später. Die Godesberger Hintermannschaft dagegen wirkte, als wäre sie noch auf der Autobahn gewesen.

Der FC Godesberg, trainiert von Rafael Nadal (nein, nicht der Tennisspieler - auch wenn er ähnlich leidenschaftlich dirigierte), kam nach dem Schockmoment zwar besser ins Spiel, hatte mit über 56 Prozent Ballbesitz gefühlt mehr vom Ball, aber weniger vom Leben. Warnemünde war gnadenlos effizient: In der 23. Minute legte Maik Stephan nach, nach feinem Doppelpass mit dem erst 19-jährigen Mark Noack. "Die Jungs haben das gespielt, als wären sie schon ewig zusammen - das war Fußball zum Mitklatschen", lobte Trainer Horst Horstmann, der an der Seitenlinie mit verschränkten Armen wirkte, als hätte er alles geplant.

Mit 2:0 ging’s in die Kabine, und selbst die Bratwurstverkäufer hatten Mühe, mit dem Andrang mitzuhalten. Nach der Pause meldete sich Godesberg zurück: Jakob Carlsen traf in der 51. Minute, nach Vorarbeit von Sven Hanke, eiskalt ins rechte Eck. Die Gäste witterten Morgenluft, doch Warnemünde antwortete prompt. Wieder war Noack beteiligt - diesmal als Vorlagengeber für den eingewechselten Manfred Seifert (65.). Der Youngster traf flach ins lange Eck und feierte mit ausgestreckten Armen, als wäre er gerade Weltmeister geworden.

Doch die Partie blieb launisch. Nur sechs Minuten später brachte Hanke selbst Godesberg wieder heran (71.), nach schöner Kombination mit Mirko Conte. "Da haben wir kurz gedacht, jetzt kippt’s", gab Keeper Kai Wild zu. Doch zwei Minuten später war es erneut Kunze, der alle Zweifel beseitigte: 4:2, der zweite Treffer des Abends für den Mann mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen. "Ich hab Maik nur rufen gehört - und dann war das Ding irgendwie drin", erzählte Kunze, der anschließend noch zwei Mal aufs Tor schoss, als wolle er den Ball endgültig in die Ostsee befördern.

Statistisch gesehen war Godesberg sogar leicht überlegen: mehr Pässe, mehr Ballbesitz, zehn Abschlüsse - aber gegen die Effizienz der Küstenkicker half das alles nichts. Warnemünde brachte 15 Schüsse aufs Tor, vier davon landeten im Netz. "Wir waren heute einfach galliger", sagte Trainer Horstmann, und das passte zum Spielbild.

Für Aufregung sorgte dann noch der junge Mark Noack: In der 86. Minute sah er Rot, nachdem er bei einem Zweikampf etwas zu engagiert zur Sache ging. "Ich wollte nur den Ball treffen - leider war der Gegner schneller", meinte der 19-Jährige kleinlaut. Horstmann nahm’s sportlich: "Lernprozess. Wenn du so jung bist und so gut spielst, darfst du auch mal drüber sein."

Godesberg-Coach Nadal hingegen war bedient. "Wir spielen schön, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb", knurrte er, während seine Spieler vergeblich aufmunternde Worte suchten.

Als der Schlusspfiff ertönte, tanzten die Warnemünder Fans auf den Rängen. 4:2 - ein Ergebnis, das Lust auf mehr machte. "Wenn wir so weitermachen, wird’s eine heiße Rückrunde", versprach Doppeltorschütze Kunze.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, raunte ein Fan auf der Tribüne: "Wenn die Jungs so weitermachen, brauchen wir bald ein größeres Stadion." Mag sein. Aber an diesem Abend reichte das, was da war - Leidenschaft, Tore und ein bisschen Chaos. Fußball, wie man ihn liebt.

18.06.643987 15:22
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager