Irish Sports
+++ Sportzeitung für Irland +++

Waterford Reds scheitern nach Chancenflut - Drumcondra eiskalt im Elfmeterglück

Es war ein Pokalabend, wie ihn nur der Fußball schreibt - und manchmal grausam zu Ende bringt. 38.548 Zuschauer im Waterford Stadium sahen am Donnerstagabend ein Spiel, das eigentlich nur einen Sieger verdient gehabt hätte. Doch am Ende jubelten die anderen: Die Drumcondra Reds gewannen mit 3:1 nach Elfmeterschießen, obwohl sie in 120 Minuten kaum den Ball gesehen hatten.

Schon die Zahlen lassen den neutralen Beobachter staunen: 25 Torschüsse der Waterford Reds, gerade einmal zwei auf der Gegenseite. 52 Prozent Ballbesitz, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe - eine Statistik, die normalerweise für einen klaren Erfolg reicht. Nur: Der Ball wollte einfach nicht über die Linie. "Ich glaube, wir hätten noch bis Mitternacht spielen können, der Ball wäre trotzdem nicht reingegangen", knurrte Waterfords Trainer Costa Brava nach dem Abpfiff, während er mit einer Wasserflasche fuchtelte, als wäre sie der Schiedsrichter.

Schon in der Anfangsphase brannte es im Strafraum der Gäste. Billy Baker prüfte Drumcondras Keeper Matias Agirre in der 5. Minute, Juan Pablo Albinana zog zwei Minuten später nach - und das war erst der Anfang eines Abends, an dem Agirre zum unüberwindbaren Helden wurde. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", grinste der Torwart, als man ihn auf die Paradeflut ansprach. "Vielleicht sollte ich morgen Lotto spielen."

Die Waterford Reds kombinierten, drückten, schossen - und verzweifelten. Vincent Villar scheiterte mehrfach, Aaron Brady traf den Pfosten, und als Mirko Conte in der 37. Minute wieder nur den Keeper warm schoss, rief ein Fan aus der ersten Reihe: "Versuch’s doch mal mit der Hand!" - was Schiedsrichter Callum O’Shea immerhin zum Lächeln brachte.

Drumcondra indes zeigte, dass Minimalismus auch eine Kunst sein kann. Zwei Torschüsse in 120 Minuten - beide harmlos, beide dennoch mit Applaus des Trainerstabs bedacht. "Wir wussten, dass wir heute leiden müssen", sagte Gästecoach Declan Moore trocken. "Aber wir leiden gern, wenn wir am Ende weiterkommen."

Nach 90 torlosen Minuten ging es in die Verlängerung, und das Drehbuch blieb dasselbe: Waterford drückte, Drumcondra verteidigte. Villar hatte in der 114. Minute die beste Chance, als er nach einer Flanke von Winston zum Flugkopfball ansetzte - aber Agirre hielt auch diesen Versuch mit einem Reflex, der die Physik kurzzeitig außer Kraft setzte.

Dann kam das Elfmeterschießen - jener grausame Moment, in dem Statistik, Logik und Gerechtigkeit in den Umkleideraum gehen. Benjamin McGeady trat als Erster für Waterford an - und drosch den Ball in die Wolken. Drumcondras Reece Reid machte es besser und versenkte eiskalt. Villar, der zuvor schon fast alles probiert hatte, scheiterte ebenfalls, während Oscar Cascarino auf der anderen Seite traf. Als auch Albinana und Conte verschossen, war die Tragödie perfekt. Nur Hartmut Siebert traf für Waterford - ein kleiner Trost in einem großen Drama. Drumcondras Benjamin Carsley setzte schließlich den Schlusspunkt, als er den entscheidenden Elfer trocken ins rechte Eck jagte.

"Ich wusste, dass er trifft", behauptete Moore später mit einem Grinsen, das keinem so recht glaubwürdig erschien. Costa Brava dagegen stand reglos an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und murmelte: "Wenn Schönheit im Fußball zählen würde, wären wir heute weiter."

Im Publikum herrschte nach dem Abpfiff betretenes Schweigen - bis ein älterer Fan den Mut fand, die Bilanz zusammenzufassen: "Wir sind eben Waterford. Wir machen alles richtig - bis auf die Tore."

Und so endete ein Spiel, das in Erinnerung bleiben wird - nicht wegen der Tore (es gab ja keine regulären), sondern wegen der Ironie des Sports. Die Waterford Reds spielten, als hätten sie den Ball erfunden, und verloren gegen ein Team, das ihn kaum berührte.

Vielleicht tröstet die Erkenntnis, dass man manchmal alles tun kann und doch verliert - oder, wie Billy Baker später sagte: "Das war kein Fußballspiel, das war eine Therapie. Leider ohne Happy End."

Nun zieht Drumcondra in die nächste Pokalrunde ein - und Waterford bleibt nur der bittere Trost, dass selbst 25 Schüsse kein Glück erzwingen. Costa Brava verabschiedete sich mit einem Schulterzucken und den Worten: "Wir trainieren morgen wieder. Vielleicht auf kleinere Tore. Dann treffen wir wenigstens die Latte."

Ein Pokalabend zum Vergessen - oder zum Erinnern, je nachdem, auf welcher Seite man stand.

01.12.643999 01:15
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Es war von vornherein klar, dass Leverkusen die stärkere Mannschaft ist. Wir haben derzeit niemanden, der gegen Neuville hätte spielen können - außer mir vielleicht.
Felix Magath
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager