El Peruano
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Zapatero trifft, Lima verzweifelt - Iquitos gewinnt 1:0 im Tropenkrimi

Ein Tor. Mehr brauchte Sporting Iquitos an diesem feuchtwarmen Samstagabend im April nicht, um Academia Lima an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Vor 32.000 schwitzenden Zuschauern im Estadio Max Augustín gewann die Elf aus dem Regenwald mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber so ziemlich alles war, nur nicht nüchtern.

Der Held des Abends hieß Fernando Zapatero. In der 22. Minute nahm der 32-jährige Rechtsaußen eine butterweiche Flanke von Linksverteidiger Christopher Kendall direkt und drosch sie volley ins rechte Eck. "Ich hab ihn gar nicht richtig gesehen, ich hab einfach draufgehalten", grinste Zapatero nach dem Spiel - und das Publikum jubelte, als wäre gerade die Meisterschaft entschieden.

Dabei hatte das Spiel eigentlich anders verlaufen sollen. Academia Lima, trainiert vom stets angespannten Olli Kahn, schoss aus allen Lagen. 21 Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikbogen - und kein einziger Treffer. Schon nach drei Minuten prüfte David Galindo den Keeper mit einem satten Schuss aus 16 Metern, und es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Zwischen Minute 3 und 19 schoss der arme Galindo fünfmal aufs Tor, jedes Mal fand er in Ruben Barbosa, dem Torwart der Iquiteños, seinen Meister. "Manchmal ist der Ball eben ein Viereck", murmelte Galindo später, als er wortlos in die Kabine stapfte.

Barbosa hingegen strahlte in der Mixed Zone wie ein frisch poliertes Pokalblech. "Ich hatte heute einfach das Gefühl, dass nichts reingeht", sagte der 34-jährige Keeper. "Vielleicht lag’s am neuen Glückstrikot. Oder am Mückenspray."

Die Statistik sprach eigentlich für Lima: 51 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe (57 Prozent Tacklingquote) und eine optische Überlegenheit, die sich allerdings nur selten in echte Chancen verwandelte. Sporting Iquitos verteidigte mit Leidenschaft, aber auch mit einer Portion Chaos. In der 69. Minute sah Innenverteidiger Miguel Tortosa Gelb, weil er Galindo an der Mittellinie umsäbelte, "um mal ein Zeichen zu setzen", wie er später erklärte - halb ernst, halb stolz.

Kahns Mannschaft verlor nicht nur die Nerven, sondern auch einen Spieler: In der 81. Minute flog Innenverteidiger Andre Seidel nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz. Schon zuvor hatte er sich in der 71. Minute die erste Karte abgeholt, diesmal wegen Meckerns. "Ich hab nur gesagt, dass der Ball rund ist", verteidigte sich Seidel. Der Schiedsrichter sah das offenbar anders.

In Unterzahl war Lima zwar weiter am Drücker, aber Iquitos verteidigte mit allem, was Beine hatte. Trainer Olli Kahn - in dieser Liga eine schillernde Figur zwischen Wut und Wunder - raufte sich an der Seitenlinie die Haare. "Wir hatten 21 Schüsse und null Tore. Da werde selbst ich philosophisch", sagte er auf der Pressekonferenz. "Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal einfach weniger zielen."

Die Gastgeber setzten nach der Pause vor allem auf Konter. Bruno Garces hatte in der 30. Minute und später in der 39. noch Gelegenheiten, den Sack zuzumachen, scheiterte aber knapp. "Ich wollte’s schön machen", grinste der 22-Jährige, "dabei wär einfach reinbolzen wohl klüger gewesen."

Ab der 84. Minute wurde es noch einmal hitzig: Kendall, der Vorlagengeber des goldenen Treffers, holte sich ebenfalls Gelb ab, als er Christiano Meireles zu Boden riss. "Er ist einfach so schnell, ich musste was tun", sagte Kendall, der immerhin noch lächelte.

Limas Schlussphase war ein einziger Belagerungszustand. Zwischen Minute 88 und 92 feuerte die Mannschaft gleich fünf Abschlüsse ab - Galindo, Meireles, Hathaway - doch Barbosa hielt alles, was irgendwie auf seinen Kasten kam. Selbst als Galindo in der Nachspielzeit aus fünf Metern abzog, war der Keeper noch da. Kurz darauf ertönte der Abpfiff, und es klang wie eine Erlösung für die Gastgeber.

"Manchmal ist Fußball eben unfair", sagte Kahn beim Verlassen des Stadions, während im Hintergrund die Fans von Iquitos tanzten. "Aber heute war’s eher ungerecht, dass wir überhaupt verloren haben."

Sporting Iquitos klettert mit diesem Sieg in der Tabelle weiter nach oben, während Academia Lima mit leeren Händen dasteht - und wohl mit einem leichten Sonnenstich.

Und irgendwo in den Gassen von Iquitos wird Fernando Zapatero noch immer gefeiert. Nicht, weil er das schönste Tor des Jahres geschossen hätte, sondern weil es das einzige war, das in diesem Spiel zählte.

Schlusswort: Wenn 21 Schüsse nicht reichen, dann ist das keine Statistik - das ist Tragikomödie.

03.02.643997 20:55
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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