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Pokal | Achtelfinale | 26.07.26 | TuS Hordel - FT Schweinfurt 3:1 Dabei gehörte die erste Gelegenheit den Gästen. Jose Gontan prüfte in der siebten Minute Hordels Torwart Jacob Montgomery. Es war ein früher Hinweis darauf, dass Schweinfurt durchaus am Spiel teilnehmen wollte. Nur musste diese Absicht anschließend häufiger mit dem tatsächlichen Geschehen abgeglichen werden. Schon in der fünften Minute hatte sich Maurice Beyer die Gelbe Karte abgeholt. Ob die Verwarnung seine Kollegen vorsichtiger machte oder Hordel schlicht schneller dachte, blieb offen. Jedenfalls legten Ernst Kunkel in der neunten und Tiago Valente in der zehnten Minute den Vorwärtsgang ein. Valente vollendete nach Vorarbeit von Innenverteidiger Nico Blum zum 1:0. Ein Abwehrspieler als Wegbereiter, ein Angreifer als Vollstrecker - Arbeitsteilung kann so angenehm unkompliziert sein. "Nico hat den Ball genau dahin gespielt, wo ich ihn haben wollte", sagte Valente später. "Ich musste nur noch ruhig bleiben. Das klingt leichter, als es vor so vielen Leuten ist." Hordel spielte offensiv, suchte mit langen Pässen den schnellen Gegenstoß und schoss bei beinahe jeder Gelegenheit. Trainerin Finkeldy hatte offenbar nicht "Geduld" an die Kabinentafel geschrieben, sondern eher: "Wenn ihr das Tor seht, versucht es." Kunkel nahm diese Botschaft besonders ernst und feuerte in der ersten Hälfte mehrfach auf das Schweinfurter Gehäuse. Das 2:0 erzielte jedoch der erst 18 Jahre alte Joshua Klein in der 28. Minute. Kurz zuvor hatte Reece Leech auf der anderen Seite eine Schweinfurter Chance vergeben. Dann ging es schnell, Klein traf - und die Gäste wirkten, als hätten sie beim Umschalten kurz auf die Bedienungsanleitung gewartet. "Ich habe einfach draufgehalten", erklärte Klein mit breitem Grinsen. "Danach war es so laut, dass ich meinen eigenen Jubel nicht mehr gehört habe." Finkeldy kommentierte trocken: "Mit 18 darf man unbekümmert sein. Mit 48 Prozent Ballbesitz übrigens auch." Noch vor der Pause sorgte Kunkel für die Vorentscheidung. Valente legte in der 37. Minute auf, Kunkel traf zum 3:0. Schweinfurts Herbert Lindblom antwortete zwar eine Minute später mit einem Abschluss, doch Hordel ging mit einem komfortablen Vorsprung in die Kabine. Der Pausenpfiff dürfte sich für die Gäste ungefähr so erlösend angehört haben wie eine Schulglocke nach einer unangekündigten Prüfung. Schweinfurt kam entschlossener aus der Pause. Nach einer Gelegenheit von Dalia Ajalon in der 56. Minute bereitete die Mittelfeldspielerin eine Minute später den Treffer von Leech zum 1:3 vor. Plötzlich war zumindest ein Hauch von Spannung im Stadion. "Dalia hat mich perfekt eingesetzt", sagte Leech. "Wir haben gehofft, dass danach noch etwas kippt." Es kippte allerdings nichts - außer vielleicht der Optimismus der Gäste. Hordel blieb gefährlicher. Nico Blum versuchte es in der 58. Minute, Vincent Albinana gleich zweimal, später kamen Tim Pfeiffer, Valente, Fjodor Koroljuk und in der Nachspielzeit sogar Rechtsverteidiger Detlev Foerster zu Abschlüssen. Schweinfurt hatte durch Lindblom in der 80. Minute noch eine Möglichkeit, näher kam die FT aber nicht mehr heran. Am Ende standen 17:6 Torschüsse für Hordel. Schweinfurt hatte mit 51,93 Prozent zwar etwas mehr Ballbesitz, doch der TuS gewann auch die Zweikampfwertung mit 54,40 Prozent. Die Gäste ließen den Ball häufiger laufen, Hordel ließ lieber das Tornetz arbeiten. "Wir waren mutig und sehr konsequent", bilanzierte Finkeldy. "Nur nach dem 3:1 hätten wir das Spiel etwas ruhiger gestalten können." Dann lächelte sie: "Aber Ruhe ist offenbar nicht unsere Kernkompetenz." Für dieses Achtelfinale war das kein Nachteil. Hordel steht im Viertelfinale - und Schweinfurt nimmt immerhin etwas mehr Ballbesitz mit nach Hause. Dafür gibt es zwar keinen Pokal, aber vielleicht eine besonders schöne Statistikgrafik. 26.07.2026 20:50 |
Sprücheklopfer
Wir wollen uns von Spiel zu Spiel konzentrieren und die Tordifferenz verringern.
Christoph Daum