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Bundesliga | 21. Spieltag | 26.07.26 | Bonner SC - Bornaer SV 2:0 Schon um 20.30 Uhr begann Bonn mit bemerkenswerter Ungeduld. Rui Eusebio prüfte die Bornaer Defensive bereits in der ersten Minute, Louis Reich legte kurz darauf nach. Der Plan war leicht zu erkennen: schießen, bevor irgendjemand auf die Idee kommen konnte, lange über den Plan nachzudenken. Trainer Harry Kane ließ ausgewogen spielen, gestattete seiner Mannschaft aber Abschlüsse aus allen Lagen. Das klang auf dem Papier vernünftig und sah auf dem Rasen noch vernünftiger aus. Borna hatte sich defensiv eingerichtet, setzte auf Konter, kräftigen körperlichen Einsatz und zunächst überhaupt kein Pressing. Eine Strategie, die ein wenig daran erinnerte, bei Regen die Fenster zu schließen und anschließend auf besseres Wetter zu hoffen. Dennoch kamen Jaroslaw Schatalow in der elften und Matthew Fairchild in der 13. Minute zu Abschlüssen. Auch Claudios Bleecker und Vincent Varela versuchten es später - Gefahr war vorhanden, Durchschlagskraft eher in homöopathischer Dosierung. In der 15. Minute sah Marvin Heinz für Borna Gelb. Bonns Ludvig Berg folgte zwölf Minuten später. "Wir wollten Präsenz zeigen", sagte Gästetrainer Wer Ninho nach dem Spiel. "Vielleicht haben wir zeitweise etwas zu viel Präsenz und etwas zu wenig Fußball gezeigt." Ein Rückschlag traf die Gastgeber in der 21. Minute: Charles Haddington verletzte sich und musste durch Claude Amyot ersetzt werden. An der Bonner Spielkontrolle änderte das wenig. Bernardo Contreras, Alejandro de Almeida und Amyot hielten den Druck hoch, ehe in der 31. Minute der Bann brach. Der erst 18 Jahre alte de Almeida bereitete vor, Vicente Izquierdo traf zum 1:0. "Alejandro hat den Ball genau dorthin gespielt, wo ich ihn haben wollte", erklärte Izquierdo später. "So etwas sollte er ruhig häufiger machen. Ich werde mich nicht beschweren." De Almeida grinste daneben und entgegnete: "Ich nehme das als Arbeitsauftrag." Mit der knappen Führung ging Bonn in die Pause. Wer Ninho hielt an der defensiven Kontertaktik fest. Harry Kane wiederum verzichtete auf eine große Kabinenrevolution - vermutlich auch deshalb, weil seine Mannschaft keinen Anlass bot, Möbel umzustellen. Nur eine Minute nach Wiederbeginn fiel die Vorentscheidung. Diesmal wurde Izquierdo vom Torschützen zum Vorbereiter, Rui Eusebio vollendete in der 46. Minute zum 2:0. Borna war gedanklich offenbar noch beim Pausentee. "Vicente hat mich gesehen, ich habe nicht lange überlegt", sagte Eusebio. "Als Stürmer sollte man Denken und Schießen gelegentlich sauber voneinander trennen." Danach verwaltete Bonn nicht nur, sondern suchte weiter den Abschluss. Contreras versuchte es in der 53. Minute, Eusebio in der 63., 75., 82. und 86. Minute. Auch Amyot, de Almeida, Innenverteidiger Marco Caneira und Ludvig Berg beteiligten sich am munteren Scheibenschießen. Borna brachte nach der Pause lediglich durch Varela in der 55. Minute einen weiteren registrierten Torschuss zustande. Die Zahlen erzählten entsprechend deutlich vom Spiel: 18:7 Torschüsse für Bonn, dazu 58,93 Prozent Ballbesitz. Auch in der Zweikampfwertung lagen die Gastgeber mit 55,15 Prozent vor Borna, das auf 44,85 Prozent kam. Die Gäste kassierten durch Rolando Longo und Jorge Capucho weitere Gelbe Karten; auf Bonner Seite wurde Louis Reich verwarnt. Platzverweise gab es keine - ein kleiner zivilisatorischer Erfolg. In der Schlussphase wechselten beide Trainer noch einmal. Bei Borna kamen Vitorino Escudero, Pascal Schumacher und Tiago Baro, Bonn schenkte dem 17-jährigen Haluk Zan ab der 86. Minute Einsatzzeit. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. "Wir waren geduldig, klar und gierig", bilanzierte Kane. "Nur bei der Chancenverwertung hätten wir uns einen ruhigeren Abend machen können." Das war die einzige ernsthafte Bonner Beschwerde. Borna hingegen fuhr mit einer Erkenntnis nach Hause, die im Fußball seit Jahrzehnten erstaunlich aktuell bleibt: Kontern funktioniert besser, wenn man dabei irgendwann auch ein Tor schießt. 26.07.2026 21:33 |
Sprücheklopfer
Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt.
Mario Basler