Sverige Fotboll
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Last-Minute-Drama in Jönköping: Ronaldo stiehlt BK den Punkt in der 93.

20 000 Zuschauer im Stadsparksvallen hielten am Sonntagabend den Atem an - und viele von ihnen dürften es bis zur nächsten Trainingseinheit von Jönköping BK auch bleiben. In einem Spiel, das lange nach Nullnummer roch, entschied ausgerechnet ein Mann mit großem Namen: José Ronaldo von IF Brommapojkarna traf in der 93. Minute zum 1:0-Endstand. Der späte Siegtreffer war so etwas wie die Pointe zu einem Spiel, das viele Fragen offenließ - vor allem bei den Gastgebern.

Dabei sah es lange so aus, als würde die Partie auf die Liste der "Pflichtaufgaben ohne Pointe" wandern. Jönköping hatte mit 52,9 Prozent Ballbesitz leicht mehr vom Spiel, wirkte geordnet, aber ungefährlich. Brommapojkarna dagegen schoss aus allen Lagen - 20 Schüsse aufs Tor, um genau zu sein - und bekam vom Publikum irgendwann den ironischen Zwischenapplaus: "Wollt ihr nicht mal ins Netz treffen?" rief ein Fan in der 70. Minute, als Juanito Carvalho zum gefühlt zehnten Mal am glänzend reagierenden Keeper Ansgar Bengtsson scheiterte.

Doch während Jönköping den Ball pflegte, pflegte Brommapojkarna die Geduld. Trainer Andreas Godejohann, sonst ein Freund der kontrollierten Offensive, gab nach dem Spiel zu: "Ehrlich gesagt, ich hatte mich schon auf das 0:0 eingestellt. Dann macht José das Ding - und ich vergesse fast, dass wir seit der 57. Minute in Unterzahl waren."

Tatsächlich hatte der rechte Verteidiger Javi Martins in Minute 48 Gelb gesehen - und neun Minuten später Gelb-Rot. Sein Abgang war filmreif: erst ein ungläubiger Blick zum Schiedsrichter, dann ein ironisches Applaus-Klatschen in Richtung Haupttribüne. "Ich wollte nur Beifall für meinen Zweikampf", grinste Martins später, während die Teamkollegen ihn auf dem Weg in die Kabine stützten - nicht verletzungsbedingt, sondern um ihn vor weiteren Sprüchen der Heimfans zu schützen.

Jönköping hätte die Überzahl nutzen können, ja müssen. Doch es blieb bei harmlosen Abschlüssen von Leif Nilsson (62.) und Frideborg Hanson (66.). Trainer Söderberg - der nach Abpfiff "erst einmal ein stilles Wasser und eine sehr laute Kabinenansprache" versprach - sah sein Team zwar engagiert, aber ideenlos. "Wenn du achtmal aufs Tor schießt und keiner trifft, dann fehlt was. Vielleicht Zielwasser, vielleicht Mut."

Die Gäste dagegen bewahrten sich ihre Offensivlust. Selbst mit zehn Mann blieben sie gefährlich, besonders über den rechten Flügel, wo Francisco Pinto in der Nachspielzeit noch einmal antrat. Sein Pass auf José Ronaldo war so präzise, dass man kurz dachte, er habe den Ball mit GPS gesteuert. Ronaldo nahm in vollem Lauf an, drehte sich um die eigene Achse - und schob den Ball abgeklärt ins rechte Eck. Bengtsson flog, aber nur der Ball fand das Netz. 93. Minute, 0:1. Der Rest war kollektiver Jubel in Rot-Schwarz und kollektives Kopfschütteln in Grün-Weiß.

"Ich habe einfach gehofft, dass der Schiedsrichter nicht vorher abpfeift", sagte Ronaldo später und grinste in die Mikrofone. "Und dann dachte ich: Jetzt oder nie. Also: jetzt."

Die Statistiken erzählen die Geschichte eines Spiels, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte - und dann doch einen fand, weil einer den Unterschied machte. Brommapojkarna gewann 54 Prozent der Zweikämpfe, hatte trotz weniger Ballbesitz mehr Zug zum Tor und zeigte, dass Offensive auch Disziplin heißen kann.

Auf der Tribüne schüttelte ein älterer Fan von Jönköping den Kopf und sagte zu seinem Nachbarn: "Wir hätten noch drei Stunden spielen können, und das Tor wäre trotzdem zugenagelt geblieben." Sein Nachbar nickte. "Oder wir hätten einfach José Ronaldo gebraucht."

Godejohann nahm den späten Sieg mit Humor: "Ich sag’s mal so - wenn du 19 Chancen brauchst, um ein Tor zu machen, bist du entweder sehr geduldig oder sehr stur. Heute waren wir beides."

Jönköping BK dagegen muss sich ankreiden lassen, in Überzahl zu wenig riskiert zu haben. Die Defensive stand, die Ideen fehlten, und am Ende stand man mit leeren Händen da. Für die Zuschauer blieb immerhin die Erinnerung an ein dramatisches Ende - und an den Moment, in dem das Stadion für einen Herzschlag lang den Atem anhielt.

Ein Spiel, das zeigte: Fußball kann manchmal grausam gerecht sein. Das Team mit mehr Ballbesitz ging leer aus, das Team mit mehr Mut wurde belohnt. Und irgendwo in der Kabine summte José Ronaldo leise vor sich hin - vermutlich keine Hymne, sondern nur die Melodie des Sieges.

04.01.644000 21:57
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Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass die Mannschaft noch nicht reif für die Bundesliga ist. Aber dass einige Spieler so weich in der Birne sind, hätte ich nicht gedacht.
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