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Nullnummer mit Feuerwerk - Bonner SC beißt sich die Zähne an Marzahns Beton an

Es war ein Spiel, das alles hatte - außer Toren. 30.056 Zuschauer im Bonner Stadion am Rhein sahen am 12. Spieltag der 1. Liga Deutschland ein 0:0 zwischen dem Bonner SC und dem FC Marzahn, das so intensiv war, dass man sich fragte, ob die Spieler am Ende wenigstens das Tornetz einmal berührt hätten. Doch wer glaubt, ein torloses Remis sei langweilig, der hat dieses Duell nicht gesehen.

Schon vor dem Anpfiff wehten die Fahnen im kalten Januarwind, und Bonns Trainer Lukas Teuber stapfte mit entschlossenem Blick an der Seitenlinie entlang. "Heute machen wir Druck über die Flügel, bis der Rasen raucht", versprach er einem Reporter vor dem Spiel - und tatsächlich griff sein Team an wie eine Offensivmaschine ohne Zielsystem. 54 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse - aber eben null Tore.

Die erste Halbzeit war ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man das Tor umkreist, ohne es wirklich zu treffen. Pascal Grenier, Bonns quirliger Rechtsaußen, prüfte Marzahns Keeper George Eliot gleich dreimal zwischen der 28. und 34. Minute. Eliot, ein Mann mit Reflexen wie eine Katze auf Espresso, fischte sie alle raus. "Ich hab’ heute einfach so ein Gefühl gehabt", grinste der Torwart nach dem Spiel. Das Gefühl hieß wohl: kein Ball darf durch.

Auf der anderen Seite versuchte Marzahn das, was man höflich als "kontrolliertes Abwarten" bezeichnen könnte. Trainer Frank Henning hatte sein Team auf Konter eingestellt - und das so konsequent, dass man meinen konnte, die Berliner hätten ihre Hälfte gepachtet. Roman Bytschkow und Sergi Bischoff sorgten in der 30er-Minuten-Phase immerhin für ein paar gefährliche Nadelstiche, doch Bonns Torhüter Noe Mendoza war auf dem Posten.

Die spannendste Szene der ersten Hälfte kam in der 17. Minute - allerdings nicht durch ein Tor, sondern durch Gelb. Antonio Gutierrez, Bonns Linksaußen, bekam die Karte nach einem rustikalen Einsteigen. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", rechtfertigte er sich später schmunzelnd. Sein Trainer kommentierte trocken: "Ja, das hat er gezeigt, vielleicht ein bisschen zu deutlich." Kurz darauf kassierte auch Innenverteidiger Daniele Simeri Crichi eine Verwarnung - Bonns Aggressivität war unübersehbar.

Nach der Pause dasselbe Bild: Bonn stürmte, Marzahn wartete. Die Gäste blieben ihrer Linie treu - "Effort weak", wie es in der Taktiktafel hieß, aber offenbar effizient genug. In der 55. Minute prüfte Tyler Carsley Bonns Keeper Mendoza mit einem satten Schuss - der flog so knapp vorbei, dass selbst die Bonner Fans kurz das Einatmen vergaßen.

Dann wieder Bonn: Gerard Roorback (56.), Freddie Hiliard (59.) und Gutierrez (66.) feuerten, als gäbe es Punkte für Schussfrequenz. Doch Eliot blieb die Wand von Marzahn. "Wenn der heute noch einen Ball durchlässt, dann nur beim Abpfiff", murmelte ein Fan auf der Tribüne - und wurde zum Propheten.

Die Schlussphase hatte dann fast etwas Tragikomisches: Bonns Angreifer warfen alles nach vorn, Offensiv-Taktik auf Anschlag, Pressing hoch, Flanken aus allen Lagen. Antonio Gutierrez hatte in der 90. Minute die größte Chance des Spiels, als er nach einer Flanke von Grenier völlig frei stand - doch der Ball küsste nur die Latte. Bonns Trainer Teuber sank kurz auf die Knie, dann rieb er sich das Gesicht: "Ich dachte, der Ball sei schon drin. Aber offenbar wollte das Tor heute einfach nicht mitspielen."

Marzahn hingegen feierte das 0:0 wie einen Sieg. "Wir wussten, dass Bonn kommt. Wir wussten auch, dass sie nicht durchkommen", sagte Coach Henning mit einem schiefen Grinsen. Das Publikum quittierte es mit gemischten Gefühlen: Applaus für Einsatz, Seufzer für die Chancenverwertung.

Am Ende bleibt ein Punkt für jeden - und eine Erkenntnis: Auch ein torloses Spiel kann unterhaltsam sein, wenn beide Mannschaften sich nichts schenken. Der Bonner SC bleibt mit leichtem Übergewicht in Ballbesitz (54 Prozent) und Torschüssen (12:7) auf der Habenseite, der FC Marzahn dagegen mit sauberer Weste und cleverer Defensive.

Oder, wie Bonns Keeper Mendoza in der Kabine meinte: "Wir hätten heute bis Mitternacht spielen können - der Ball hätte trotzdem nicht reingewollt."

Vielleicht also das schönste 0:0 des Spieltags - jedenfalls für alle, die Fußball als Drama in 90 Akten verstehen.

26.05.643987 10:47
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