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Papenburg stürzt im eigenen Stadion - Hlinka-Gala bringt Hannover den Auswärtssieg

Ein lauer Maiabend, Flutlicht an, 42.250 Zuschauer im Papenburger Stadion - alles war angerichtet für einen dieser Fußballabende, an denen Helden geboren werden oder eben Verteidiger ins Grübeln geraten. Am Ende hieß es 2:4 (1:2) aus Sicht des SC Papenburg gegen ein eiskaltes Hannover, das in Person von Henrich Hlinka schlicht die besseren Antworten auf die Fragen dieses Spiels hatte.

Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Hausherren. Trainer Frank Helmbrecht hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, Ballbesitzfußball mit kurzen Pässen - und tatsächlich: Nach 25 Minuten klatschte das Stadion, als Jorge Martins eine butterweiche Flanke von Leandro Eusebio volley nahm und den Ball zum 1:0 ins Netz drosch. "Da hab ich gar nicht nachgedacht", grinste Martins später, "sonst wär er wahrscheinlich drübergegangen."

Doch wer glaubte, Papenburg würde nun die Kontrolle übernehmen, sah sich getäuscht. Hannovers Antwort kam keine fünf Minuten später. Der junge Xavi de Almeida, 23 Jahre alt, flink wie ein Wiesel, dribbelte sich durch die linke Seite, und ehe Torwart Daniel Cabrera wusste, wie ihm geschah, zappelte der Ball im Netz - 1:1. "Wir wussten, dass Papenburg Räume lässt, wenn sie den Ball verlieren", erklärte Hannovers Trainer Daniel Dietrich. "Xavi hat das eiskalt ausgenutzt."

Und Hannover blieb dran. Noch vor der Pause köpfte Routinier Henrich Hlinka nach einer butterweichen Flanke von Nikolaj Grigorenko das 2:1 - zur sichtlichen Verzweiflung von Helmbrecht, der an der Seitenlinie wild mit den Armen fuchtelte. "Ich hab versucht, sie wachzurütteln", sagte er später trocken. "Hat wohl nicht ganz geklappt."

Zur Pause waren die Statistiken zwar auf Papenburger Seite - 56 Prozent Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Ordnung - aber Fußball wird nun mal nicht nach Ballkontakten entschieden. Und Hannover verstand das Spiel der Effizienz an diesem Abend meisterhaft.

Nach Wiederanpfiff versuchten die Gastgeber, das Tempo zu erhöhen. Hans Van Tassel hatte gleich zwei gute Gelegenheiten (51. und 52.), scheiterte aber an Hannovers Keeper Adam MacIntyre, der mit stoischer Ruhe alles wegpflückte, was Richtung Tor kam. "Ich hab mich an meine Großmutter erinnert", witzelte der Schotte später, "die hat immer gesagt: ’Kind, fass alles an, was fliegt.’"

Dann kam die Phase, in der Hlinka endgültig den Unterschied machte. In der 65. Minute traf er nach einem feinen Pass des frisch eingewechselten Owen Macleod zum 3:1, kaum zwei Minuten später erhöhte Xabier Galan für Papenburg nach toller Vorarbeit von Eusebio auf 2:3 - das Stadion erwachte wieder zum Leben. Doch der Jubel verhallte schneller, als die Ultras ihre Trommeln fanden: Nur zwei Minuten später war es wieder Hlinka, diesmal nach Vorarbeit von de Almeida, der den Schlusspunkt setzte - 4:2 für Hannover.

Und während Papenburg weiter anlief, blieb Hannover eiskalt. Sieben Torschüsse reichten den Gästen in Hälfte zwei, um das Spiel endgültig zu entscheiden. Papenburg hatte zwar mehr vom Ball, aber weniger vom Glück - oder, wie es Kapitän Csaba Bene formulierte: "Wir haben das Spiel kontrolliert, nur leider nicht das Ergebnis." Bene selbst sah in der 59. Minute Gelb, nachdem er Hlinka mit einer Grätsche stoppen wollte, die eher an eine Notbremsung im ICE erinnerte.

Trainer Helmbrecht versuchte in der Schlussphase noch, mit lautstarker Kommunikation ("Lauf! Lauf doch endlich!") und wildem Gestikulieren Einfluss zu nehmen, doch Hannover ließ sich nicht mehr beirren. Dietrich wechselte clever, brachte frische Beine mit Macleod und später Delgado, während Papenburgs Ideen zunehmend im Mittelfeld versandeten.

Am Ende stand ein klarer, vielleicht etwas zu hoher Sieg für die Gäste, die mit einer Mischung aus Wucht, Präzision und norddeutschem Humor auftrumpften. "Wir haben heute gezeigt, dass man auch mit 44 Prozent Ballbesitz vier Tore schießen kann", grinste Dietrich nach Abpfiff.

Papenburg hingegen muss sich die Frage gefallen lassen, ob Ballbesitz allein noch als Trostpreis taugt. "Wir haben gut gespielt", sagte Helmbrecht, "aber Hannover hat besser getroffen. Das ist im Fußball manchmal der entscheidende Unterschied."

Und so verabschiedeten sich die 42.250 Zuschauer in einen milden Frühlingsabend, einige murmelnd, andere fluchend, alle wohl wissend: So bitter kann Fußball schmecken. Oder, wie ein Papenburger Fan am Ausgang seufzte: "Wenn Ballbesitz Punkte gäbe, wären wir Meister."

Ein Satz, der an diesem Abend wohl keiner in Hannover widersprochen hätte.

08.11.643999 03:12
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Ob der FC Bayern so viel Geld ausgeben würde, weiß ich auch nicht. Sollen sie lieber mir das Geld geben, dann laufe ich noch mehr.
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