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Rohrbachs Torfestival endet im Chaos: Merseburg gewinnt 6:5

Bundesliga | 15. Spieltag | 25.08.26 | SV Rohrbach - VfB Merseburg 5:6

Was für ein Fußballabend in Rohrbach: 55.680 Zuschauer kamen am 15. Spieltag der Bundesliga, um ein Fußballspiel zu sehen, und bekamen stattdessen eine Mischung aus Tor-Gala, Nervenprüfung und kollektivem Blutdrucktraining. Der VfB Merseburg gewann beim SV Rohrbach mit 6:5 (2:4) - in einer Partie, die vermutlich selbst der Anzeigetafel zu schnell wurde.

Dabei begann der Abend aus Sicht der Gastgeber beinahe märchenhaft. Nach gerade einmal zwei Minuten traf Michael Maier, vorbereitet von Peter Blume, zum 1:0. Die Rohrbacher spielten offensiv, aggressiv und offenbar nach dem Motto: Wenn schon verteidigen, dann bitte erst später. In der achten Minute erhöhte Volker Esser nach Vorarbeit von Joschua Seifert auf 2:0.

Merseburg wirkte zu diesem Zeitpunkt wie eine Mannschaft, die den Anpfiff zwar gehört, aber die ersten zehn Minuten geistig noch im Mannschaftsbus verbracht hatte. Doch der VfB fand zurück ins Spiel. Lewis O’Brien verkürzte in der 31. Minute nach Zuspiel von Filipe Futre. Brandon Benett legte neun Minuten später, bedient von Amadeus Warzycha, zum 2:4 nach. Rohrbach führte zur Pause dennoch mit 4:2 - und durfte sich in der Kabine vermutlich kurz einreden, die Sache unter Kontrolle zu haben.

Dieser Irrtum hielt genau sieben Minuten.

Amaury Brito traf in der 52. Minute nach Vorlage von Igor Vukomanovic zum 3:4. Rohrbach antwortete umgehend: Joschua Kremer stellte in der 60. Minute nach einem Pass von Peter Blume den alten Abstand wieder her. Wer nun glaubte, Merseburg sei geschlagen, hatte entweder nicht aufgepasst oder zu früh das Siegerbier bestellt.

Lewis O’Brien erzielte in der 64. Minute seinen zweiten Treffer. Danach drehte der Mittelfeldspieler endgültig auf. In der 71. Minute traf Brito zum 5:5, ehe O’Brien drei Minuten später seinen Hattrick perfekt machte. Sein drittes Tor, vorbereitet von Albert Van Cortlandt, bedeutete das 6:5 für die Gäste - und den kompletten Stimmungswechsel im Stadion.

"Wir wollten über Konter kommen und gute Chancen nutzen", sagte Merseburgs Trainer Dieter Bergmann nach dem Spiel. "Dass wir dafür sechs Tore brauchen, war so nicht ganz abgesprochen. Aber manchmal ist Fußball eben ein Gespräch, bei dem beide Seiten sehr laut werden."

Rohrbachs Trainer Maik Kuntz wirkte verständlicherweise weniger begeistert. "Wir hatten das Spiel zweimal in der Hand", sagte Kuntz. "Leider haben wir es beide Male wieder hergegeben. Das ist ungefähr so, als würde man einen Regenschirm kaufen und ihn dann im Regen liegen lassen."

Statistisch war Rohrbach keineswegs die schlechtere Mannschaft. Die Gastgeber hatten 51,43 Prozent Ballbesitz und feuerten 16 Torschüsse ab. Merseburg kam auf 48,57 Prozent Ballbesitz und elf Torschüsse - verwandelte seine Möglichkeiten dafür mit der Effizienz eines Teams, das den Torwart des Gegners persönlich beleidigt hat. Die Zweikampfquote lag ebenfalls knapp bei Rohrbach: 50,70 zu 49,30 Prozent.

In der Schlussphase warf Kuntz noch einmal alles nach vorn. Bernd Hennig kam für Gerhard Noack, Georg Johansson ersetzte Michael Maier, später wurde Hennig wieder vom erfahrenen Hermann Hoffmann abgelöst. Johansson hatte in der 82. und 90. Minute noch Chancen, doch Merseburgs Tor hielt. "Ich dachte bei jedem Angriff: Jetzt fällt er", sagte Johansson. "Am Ende fiel nur ich selbst um."

So blieb es beim 5:6. Rohrbach hatte vier Tore Vorsprung, 16 Abschlüsse und mehr Ballbesitz - Merseburg aber hatte Lewis O’Brien, Amaury Brito und offenbar einen besonders belastbaren Taschenrechner. unerquicklich.

25.08.2026 21:08
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