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Steuden macht aus Vegesacks Pokalabend eine Verlängerungs-Lehrstunde

Pokal | 3. Runde | 26.08.26 | SG Vegesack - SV Steuden 1:4

20.250 Zuschauer waren gekommen, um in der dritten Pokalrunde einen packenden Fußballabend zu erleben. Sie bekamen ihn - allerdings mit einem klaren Sieger und einer Verlängerung, die für die SG Vegesack eher den Charakter einer unangekündigten Nachprüfung hatte. Der SV Steuden gewann mit 4:1 (1:0) nach Verlängerung und zog verdient in die nächste Runde ein.

Dabei begann der Abend im Vegesacker Stadion keineswegs wie ein Spaziergang für die Gäste. Steuden übernahm früh die Initiative, spielte mit hoher Aggressivität und suchte vor allem über die Außenbahnen den Weg nach vorn. Björn Kraft prüfte Vegesacks Torwart Liam Huber bereits in der 3. Minute, legte sechs Minuten später nach - zunächst jedoch ohne zählbaren Erfolg. Die Gastgeber standen tief, schlugen lange Bälle und warteten geduldig auf den einen Moment. Ein Plan, der ungefähr so offensiv wirkte wie ein Regenschirm im Sturm.

In der 23. Minute war es dann doch so weit: Günther Haupt setzte Björn Kraft in Szene, der zur 1:0-Führung für Steuden traf. Haupt, der im Mittelfeld nahezu nach Belieben schaltete, hatte zuvor schon mehrfach den Abschluss gesucht. Vegesack kam erst kurz vor der Pause besser ins Spiel. Walter Meister und Henry Macleod sorgten mit zwei Abschlüssen in der 40. und 45. Minute dafür, dass Steudens Vorsprung nicht völlig komfortabel wirkte.

"Wir wollten zunächst sicher stehen und auf unsere Chance warten", hätte Vegesacks Trainer Neville Omalley die defensive Ausrichtung wohl erklärt. "Leider hat Steuden seine Chance gefunden, bevor wir unsere überhaupt richtig gesucht hatten." Die Aussage ist eine szenische Rekonstruktion, da keine wörtlichen Trainerzitate überliefert sind.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst unverändert. Steuden war zweikampfstärker, gewann 53,02 Prozent der Duelle und hatte mit 51,10 Prozent auch etwas mehr Ballbesitz. In der 58. Minute belohnte sich Günther Haupt für seinen starken Auftritt mit dem 2:0, vorbereitet von Benyamin Schultz. Vegesack reagierte, blieb aber in der Offensive zu vorsichtig. Henry Macleod hatte mehrfach Gelegenheit, den Anschluss zu erzwingen; allein, der Pokalball zeigte sich an diesem Abend ausgesprochen unkooperativ.

In der 69. Minute erhöhte Julius Peters nach Vorlage von Haupt auf 3:0. Zehn Minuten später legte Benyamin Schultz nach, diesmal vorbereitet von Peters. Aus dem engen Pokalspiel war endgültig eine Angelegenheit mit höflicher, aber deutlicher Ansage geworden. "Wir haben uns vorgenommen, nicht nervös zu werden", hätte Steudens Trainer Karli Konter gesagt. "Nach dem 3:0 war das deutlich leichter." Auch dieser Satz ist nicht als echtes Zitat, sondern als rekonstruierte Szene zu verstehen.

Vegesack gab sich dennoch nicht auf. Duarte Flores verkürzte in der 104. Minute nach Vorarbeit von Bradley Hunt auf 1:4. Es war der verdiente Lohn für eine Mannschaft, die immerhin neun Torschüsse verbuchte. Steuden war mit 14 Abschlüssen jedoch klar gefährlicher und ließ auch in der Verlängerung keinen Zweifel mehr am Ausgang.

Am Ende feierte der SV Steuden einen souveränen Pokalerfolg. Vegesack hatte gekämpft, aber zu lange gewartet. Und im Pokal gilt bekanntlich: Wer erst nach 104 Minuten aufwacht, darf sich nicht wundern, wenn der Gegner längst die Koffer gepackt hat.

27.08.2026 06:48
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