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TuS Hordel stürzt im Pokal: Germania Ilmenau siegt mit kühlem Kopf und heißen Flügeln

Es war angerichtet für einen dieser lauen Pokalabende, an denen die Luft ein bisschen nach Bratwurst und Sensation riecht. 44.250 Zuschauer drängten sich im Stadion, als der TuS Hordel am 3. Mai 2026 Germania Ilmenau empfing - und in den ersten Minuten sah es tatsächlich so aus, als stünde das Fußballmärchen kurz vor der Vollendung.

Denn kaum war die Stadionuhr auf acht Minuten gesprungen, zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Und wer hätte es gedacht: Ausgerechnet Rechtsverteidiger Detlev Foerster, sonst eher für rustikale Grätschen als für filigrane Torabschlüsse bekannt, drosch die Kugel nach einer abprallenden Ecke humorlos ins obere Eck. "Ich hab einfach mal draufgehauen - der Ball wollte ja auch mal was erleben", grinste Foerster später mit dem Charme eines Mannes, der sein Lebenswerk vollendet sieht.

Doch die Freude währte kurz. Germania Ilmenau, angeführt von Trainer Thorben Hartung, zeigte, warum sie nicht zum Kaffeetrinken angereist waren. Nur neun Minuten später kombinierte sich das Team über die rechte Seite durch, Luís de Freitas schob den Ball clever in den Lauf von Michael Lopez - und der 20-jährige Wirbelwind schob eiskalt an Hordel-Keeper Jacob Montgomery vorbei. 1:1, und die Partie begann von vorn.

"Da haben wir kurz vergessen, dass Fußball auch ohne Bewunderung des eigenen Tores weitergeht", knurrte Hordel-Trainerin Ute Finkeldy später. Ihre Mannschaft blieb zwar bemüht, doch Germania übernahm mit leichtem Ballbesitzvorteil (51 zu 49 Prozent) und einem sicheren Kurzpassspiel die Kontrolle. Deutlich ablesbar war das auch an den Torschüssen: 16 für Ilmenau, nur 10 für Hordel.

Nach dem Seitenwechsel kam, was kommen musste: Karl Maus, der flinke Linksaußen mit der Unschuldsmiene eines Chorknaben und der Abschlusswucht eines Presslufthammers, traf in der 55. Minute zur Führung. Er hatte sich zuvor elegant durch die Abwehr getankt, die eher wie beim Speed-Dating aufgestellt schien - kurz da, dann wieder weg.

Hordel versuchte, mit langen Bällen à la englische Schule dagegenzuhalten. Fjodor Koroljuk und Ernst Kunkel hatten zwischen Minute 54 und 63 gleich mehrere Chancen, doch immer wieder stand Ilmenaus Keeper Luis Kern im Weg, der sich an diesem Abend in eine Mischung aus Katze und Fliegenfänger verwandelte.

Als dann in der 61. Minute erneut Karl Maus zuschlug - diesmal nach Vorarbeit von Karl Gruber, was die Statistikfreunde im Stadion sicher erfreut haben dürfte ("Zwei Karls, ein Tor"), war der Deckel drauf. 3:1 für Germania Ilmenau, und Hordel stand da wie ein Boxer, der zwar noch stehen kann, aber längst weiß, dass der Punktsieg futsch ist.

"Wir haben uns an unseren Plan gehalten: kompakt bleiben, über die Flügel kommen und dann zuschlagen", erklärte Ilmenau-Coach Hartung sachlich, während er mit einem zufriedenen Lächeln die Hand seiner Kollegin Finkeldy schüttelte. Letztere wirkte gefasst, aber sarkastisch: "Wenn man schon rausfliegt, dann wenigstens gegen eine Mannschaft, die weiß, wie man Tore schießt."

Auch auf dem Platz blieb es nicht immer freundlich. In der 27. Minute sah Hordels Torschütze Foerster Gelb - "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch defensiv was kann", witzelte er später. Kurz vor der Pause traf es dann Ilmenaus Dirk Anders, der nach einem beherzten Zweikampf ebenfalls verwarnt wurde.

Die Schlussphase gehörte noch einmal den Gästen, die routiniert das Tempo rausnahmen, während Hordel mit aufgerissenem Hemd und letzter Moral kämpfte. Doch selbst als Marwin Rodriguez in der 90. Minute noch einmal abzog, blieb Kern die Wand im Tor.

So endete der Abend mit 1:3 (1:1) - und während die Ilmenauer Fans bereits "Berlin, Berlin" in die Nacht sangen, verabschiedete sich Hordel mit Applaus von den Rängen. "Wir haben Herz gezeigt", sagte Kapitän Koroljuk, "aber Herz allein schießt keine Tore."

Ein Satz, den man sich in Hordel merken sollte. Denn an diesem Pokalabend reichte Leidenschaft nicht gegen eine Ilmenauer Mannschaft, die taktisch klug, spielerisch reif und eiskalt vor dem Tor war.

Und irgendwo hinter der Haupttribüne, zwischen Bierstand und Bratpfanne, hörte man einen älteren Fan murmeln: "Früher hätten wir so ein Spiel noch gedreht." Vielleicht. Aber früher war auch mehr Lametta.

25.10.643999 23:40
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Ihr könnt euch da ja mal hinstellen, und wenn dann Ribery mit 180 Stundenkilometern an einem vorbeigelaufen kommt, gibt's wenige, die den stoppen können.
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