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VfB Merseburg zerlegt den Bonner SC - 4:0 und jede Menge Spaß für die Heimfans

Es war ein kalter Januarabend in Merseburg, aber was der VfB am 9. Spieltag der 1. Liga Deutschland ablieferte, wärmte selbst die kältesten Herzen unter den 33.753 Zuschauern. 4:0 hieß es am Ende gegen den Bonner SC - ein Ergebnis, das deutlicher kaum sein konnte, obwohl die Gäste mehr Ballbesitz hatten. Aber Ballbesitz war an diesem Abend nur eine Zahl, Tore schießen musste man trotzdem noch.

Schon die erste Viertelstunde zeigte, wohin die Reise gehen würde: Merseburgs offensiver Kurs, von Trainer Dieter Bergmann gewohnt forsch ausgerufen ("Wir spielen lieber 4:3 als 1:0"), setzte die Bonner früh unter Druck. Linksverteidiger Rafet Karaer, ein Mann, der offenbar vergessen hatte, dass er eigentlich Verteidiger ist, zog in der 21. Minute einfach mal ab - und zack, 1:0! "Ich dachte, ich probier’s, bevor mich der Trainer wieder zurückpfeift", grinste Karaer später.

Bonns Coach Lukas Teuber raufte sich da schon die Haare. Seine Mannschaft hatte zwar mehr vom Ball, aber weniger davon. Vier Torschüsse in 90 Minuten - das war so, als hätte man ein schickes Auto, aber keinen Führerschein. "Wir haben viel kontrolliert, aber eben nichts entschieden", sagte Teuber nachdenklich und blickte dabei wie jemand, der ahnt, dass die nächste Trainingswoche anstrengend wird.

Nach der Pause war Merseburgs Spielfreude kaum zu bremsen. Michele Romano, der im Mittelfeld die Fäden zog wie ein Dirigent, bereitete in der 64. Minute mustergültig für Stürmer Stille Scranton vor. Der Name war Programm - still war danach höchstens der Gästeblock. 2:0. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass ich treffe", gab Scranton zu und lachte dabei so breit, dass man ihm das fast abnahm.

Bonner Verteidiger Fabio Valdes holte sich kurz darauf Gelb - vermutlich aus Frust, dass er den Ball öfter von hinten sah als von vorn. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, legte Merseburg nach: In der 73. Minute traf Joseba Mascarenhas nach Vorarbeit von Karaer. Der linke Flügel funktionierte an diesem Abend wie ein Schweizer Uhrwerk - präzise, lautlos und gnadenlos.

Die Zuschauer standen längst, als Marian Iliew in der 82. Minute den Schlusspunkt setzte. Wieder war es Romano, der den Pass spielte, und Iliew verwandelte mit der Gelassenheit eines Mannes, der wüsste, dass heute alles klappt. 4:0, und die Bonner blickten in eine Fußballnacht, die sie wohl vergessen möchten.

Dabei hatte es gar nicht so schlecht begonnen: Ein früher Schuss von Adamantios Manos (3. Minute) ging knapp drüber, und einige Minuten lang durfte man glauben, Bonn würde hier mutig auftreten. Doch Merseburgs Abwehr, angeführt vom zweikampfstarken Pau Celis (der sich früh Gelb abholte und später verletzt rausmusste), ließ danach nichts mehr anbrennen. Selbst Torwart Vahit Üzülmez hatte einen dieser Abende, an denen man sich fragt, ob er überhaupt schwitzen musste.

Statistisch sah das Spiel kurios aus: Nur 45,7 Prozent Ballbesitz für Merseburg, aber 16 Torschüsse - im Gegensatz zu den vier kümmerlichen Versuchen der Gäste. Effektivität in Reinform. "Wir machen keine Kunst, wir machen Punkte", knurrte Coach Bergmann später, doch man merkte ihm die Freude an.

In der 80. Minute gab’s noch einen Schreckmoment: Abwehrchef Celis musste nach einem Schlag ausgewechselt werden. "Nur ein Pferdekuss", winkte er später ab. Für ihn kam Routinier Ignacio Enrico - und der passte gleich so sicher, als hätte er schon die ganze Zeit mitgespielt.

Das Spiel endete, wie es begonnen hatte - mit Merseburg im Angriffsmodus und Bonn im Versuch, wenigstens Schadensbegrenzung zu betreiben. Doch die Gastgeber wollten ihre Fans mit einem Feuerwerk verabschieden, und das taten sie auch.

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", meinte Bonns Kapitän Javier Domingo nach dem Abpfiff. "Vielleicht, dass wir das Rückspiel nicht abwarten können - aber bitte nicht nächste Woche."

Merseburg dagegen feierte ausgelassen. In der Kabine soll laut Augenzeugen gesungen worden sein - laut, schief und glücklich.

Und irgendwo zwischen Jubel, Dampf und Duschgel murmelte Trainer Bergmann noch: "Manchmal ist Fußball eben einfach schön, wenn man ihn einfach spielt."

Ein Satz, der nach diesem Abend wohl kaum jemand in Merseburg bestreiten würde.

03.05.643987 07:10
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Erich Ribbeck
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