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3324 Zuschauer im Stadion an der Bischofsholer Damm sahen am Dienstagabend ein Regionalliga-Duell, das selbst eingefleischte Taktikfüchse ratlos zurückließ. Arminia Hannover und der FC Saarbrücken trennten sich nach 90 intensiven Minuten mit einem 2:2 - ein Ergebnis, das keiner so richtig wollte, aber irgendwie auch jeder verdient hatte. Schon der Auftakt versprach alles andere als Langeweile. Die Gäste aus Saarbrücken legten los, als wollten sie den Bus gleich wieder starten - David Mai prüfte nach fünf Minuten Arminia-Keeper Asger Hoj, der mit einer Mischung aus Reflex und Glück klärte. Trainer Heiko Stephan brüllte von der Seitenlinie: "Leute, wir spielen auch mit!" - und seine Jungs verstanden die Botschaft. In der 17. Minute war es dann Innenverteidiger Jesus Schöne, der den Ball nach einer Fischer-Flanke per Kopf ins Netz wuchtete. 1:0 für Arminia, und das Stadion vibrierte. "Ich hab’ einfach mal draufgehalten, wie im Training", grinste Schöne später. Seine Kollegen wussten: Wenn der Abwehrmann trifft, ist irgendwas Besonderes im Gange. Aber Saarbrücken antwortete prompt. Der erst 17-jährige David Metzger, frisch von der Jugend hochgezogen, nahm sich in Minute 24 ein Herz, tanzte zwei Hannoveraner aus und versenkte eiskalt zum 1:1. "Ich hab gar nicht nachgedacht, sonst wär’s wahrscheinlich daneben gegangen", sagte der Teenager nach dem Spiel und sah dabei aus, als könne er sein Glück selbst kaum fassen. Das Spiel blieb offen, Torchancen hüben wie drüben. Arminia hatte mit knapp 51 Prozent minimal mehr Ballbesitz, Saarbrücken dafür das klarere Zielwasser: 16 Torschüsse standen den 12 der Gastgeber gegenüber. In der 37. Minute folgte der nächste Paukenschlag: Theo Malfoy - nein, nicht der aus Hogwarts, sondern der aus Saarbrücken - traf nach Vorlage von Rechtsverteidiger Irakli Zizinow zur Gästeführung. "Ich hab den Ball gesehen und gedacht, der muss jetzt einfach rein. Und diesmal hat er gehört", lachte Malfoy später in der Mixed Zone. Doch wer dachte, Arminia würde sich in die Halbzeit retten, irrte. Christopher Fischer hatte andere Pläne. In der 45. Minute zog er von rechts nach innen, bekam den Ball von Mevlut Seyhan serviert und schlenzte ihn sehenswert zum 2:2 ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Fischer schmunzelnd zu, "aber manchmal hilft der liebe Fußballgott eben mit." Saarbrückens Torwart Daniel Kosowski schüttelte nur den Kopf - und wahrscheinlich noch Minuten später. Die zweite Halbzeit begann, als habe jemand die Remote-Taste verloren: Chancen im Minutentakt, aber keine Treffer mehr. Vicente Garcez sah in der 71. Minute Gelb, nachdem er im Mittelfeld mehr Rasen als Gegner erwischt hatte - "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch da sind", rechtfertigte er sich später mit einem Augenzwinkern. Saarbrücken wechselte fleißig - Metzger durfte nach 45 Minuten duschen, Simonyi kam. Später ersetzte Youngster Yanik Pan den wuseligen Herbert Ziegler. Trainer Carsten Altmeyer erklärte das so: "Wir wollten noch mehr Frische auf den Flügeln - und naja, vielleicht auch, um die Hannoveraner ein bisschen zu verwirren." Die Schlussphase hatte dann alles, was Regionalliga-Fans lieben: Kampf, Krämpfe und vergebliches Anrennen. David Mai prüfte in der 90. Minute noch einmal Keeper Hoj, der mit einer Glanztat den Punkt rettete. Auf der Gegenseite verzog Seyhan knapp, und Trainer Stephan warf sich theatralisch auf die Bank - "Ich hab den schon drin gesehen!", rief er in Richtung vierter Offizieller, als könne der das Tor nachträglich zählen. Am Ende blieb es beim 2:2 (2:2) - einem Spiel, das so ausgeglichen war wie die Statistik: fast identischer Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote für Saarbrücken (52,5 Prozent) und zwei Teams, die sich nichts schenkten. "Das war ein ehrliches Fußballspiel", meinte Arminia-Coach Stephan nach Abpfiff. "Ein bisschen wild, ein bisschen schön - so wie wir eben." Sein Kollege Altmeyer grinste: "Ich nehm den Punkt gern mit. Wenn’s nach Torchancen geht, hätten wir vielleicht gewonnen, aber das Leben ist kein Statistikprogramm." Und so gingen beide Mannschaften in die Nacht - Hannover leicht enttäuscht, Saarbrücken halb zufrieden, und die 3324 Zuschauer um eine Geschichte reicher. Der Schiedsrichter pfiff ab, der Wind wehte über den Rasen, und irgendwo in der Nordkurve meinte einer: "War doch ganz schön, oder?" - Ja, war’s. Nur die Abwehrtrainer dürften anderer Meinung sein. 23.06.643997 05:20 |
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In einem Jahr hab ich mal 15 Monate durchgespielt.
Franz Beckenbauer