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Bad Dürrenberg ringt Pirmasens nieder - Kuehn doppelt, Mahler lacht

Ein Freitagabend in Bad Dürrenberg, Flutlicht, Bratwurstduft und 4344 Zuschauer, die wissen wollten, ob ihre Elf auch am 11. Spieltag der Regionalliga B wieder Grund zum Jubeln haben würde. Nach 90 zumeist einseitigen Minuten stand fest: Ja, sie hatte - und wie! Mit 2:0 (2:0) schickte das Team von Trainer Daniel Mahler den FK Pirmasens zurück in die Pfalz.

Schon nach neun Minuten bebte das kleine Stadion: Jannick Kuehn, der Mann mit dem linken Fuß wie ein Skalpell, brachte Bad Dürrenberg in Führung. Nach feiner Vorarbeit von Dimas Eusebio zirkelte der 28-Jährige den Ball flach ins lange Eck - und hob anschließend beide Arme, als wolle er sagen: "Seht ihr, geht doch." "Dimas hat mir den Ball perfekt in den Lauf gespielt. Da muss man gar nicht mehr nachdenken, nur noch treffen", grinste Kuehn später in die Kameras.

Pirmasens versuchte es danach mit Kontern, wie es Trainerin Gudrun Schweitzer in der Taktiktafel angeordnet hatte - "offensiv bei Ballgewinn, aber bitte ohne Harakiri". Doch die Gäste wirkten nervös, besonders nach der frühen unfreiwilligen Umstellung: Schon in der 13. Minute musste Innenverteidiger Tiago Gomes für Stürmer Alex Coviello aufs Feld. "Wir wollten stabiler stehen", erklärte Schweitzer, "aber wenn du gleich danach das zweite Tor fängst, sieht das natürlich unglücklich aus."

Dieses zweite Tor fiel in der 38. Minute - und wieder hieß der Torschütze Jannick Kuehn. Diesmal hatte Urban Larsson den Ball von rechts mit viel Übersicht quergelegt, Kuehn stand, wo ein Stürmer stehen muss, und drückte das Leder über die Linie. 2:0, die Fans sangen, und Trainer Mahler konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Ich sag’s den Jungs immer: Wenn ihr mal einfach Fußball spielt, sieht das richtig gut aus."

Zur Pause hatte Bad Dürrenberg 57 Prozent Ballbesitz, mehr Torschüsse (15 zu 7) und eine zweikampfstarke Defensive, die auch vom robusten Grigori Jursinow angeführt wurde. Der 33-Jährige räumte hinten ab, als ginge es um sein Wohnzimmer. "Keiner kommt hier rein, ohne dass ich’s erlaube", rief er einmal lachend Richtung Bank.

Pirmasens kam mit offensiverer Haltung aus der Kabine, Schweitzer hatte auf 4-3-3 umgestellt, das Pressing etwas nach vorne gezogen. Doch die Hausherren blieben cool, ließen Ball und Gegner laufen und kombinierten sich immer wieder sehenswert durchs Mittelfeld. Der junge Pal Szucs (20) zeigte auf der linken Seite Mut und Tempo, auch wenn ihm das Glück im Abschluss fehlte.

Einen Hauch von Spannung gab es in der 76. Minute, als Niko Bock - frisch eingewechselt - aus 18 Metern abzog. Doch Hugo da Costa im Tor der Dürrenberger flog wie ein junger Panther und lenkte den Ball über die Latte. "Den hab ich gesehen, bevor er geschossen hat", witzelte der Keeper später. "Vielleicht sollte ich Lotto spielen."

Danach war die Partie im Grunde entschieden. Mahler wechselte ruhig durch, ließ seine Mannschaft das Ergebnis verwalten. Im Publikum wurde schon über den nächsten Gegner diskutiert, während Kuehn in der 86. Minute fast noch seinen dritten Treffer erzielte - diesmal hielt Pirmasens-Keeper Dennis Frei glänzend.

"Wir haben heute Lehrgeld bezahlt", bilanzierte Gäste-Trainerin Schweitzer mit ernster Miene. "Bad Dürrenberg war wacher, hungriger, einfach besser organisiert." Ihr Gegenüber Mahler nahm’s sportlich: "Zwei Tore, kein Gegentor - das unterschreibe ich jederzeit. Aber wir hätten das früher zumachen müssen."

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel die Anspannung von Spielern und Fans gleichermaßen ab. Kuehn wurde zum Mann des Abends erklärt, Eusebio und Larsson bekamen Extraapplaus für ihre Vorlagen. Die Statistik sprach eine klare Sprache: mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Kontrolle - Bad Dürrenberg hatte an diesem Abend schlicht das bessere Konzept.

Und während die Flutlichtmasten langsam erloschen, sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen trocken: "Wenn der Kuehn so weitertrifft, müssen wir bald Eintritt verlangen, nur fürs Aufwärmen." - Ganz Bad Dürrenberg dürfte ihm da kaum widersprechen.

14.10.643999 13:32
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