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Block-Doppelpack und ein Hauch Chaos: Hoffenheim ringt Homberg 3:2 nieder

Ein lauer Maiabend, Flutlicht im Dietmar-Hopp-Stadion, 5622 Zuschauer mit Sonnenbrandgesicht und kühlem Bier in der Hand - und auf dem Rasen ein Regionalligaspiel, das alles hatte: frühe Tore, wackelnde Abwehrreihen, gelbe Karten, Verletzungen und Trainer, die sich am Spielfeldrand die Stimmbänder ruinierten. Am Ende jubelte der TSV Hoffenheim über ein 3:2 gegen den FC Homberg - ein Ergebnis, das so knapp war, wie es das Spielgeschehen nicht immer vermuten ließ.

Kaum hatte der Schiedsrichter um 20:15 Uhr angepfiffen, da war Markus Block schon zur Stelle. In der fünften Minute zog der flinke Linksaußen nach Vorarbeit von Lucas Delap ab - zack, 1:0. Hombergs Torwart Aleandro Arcella sah den Ball wohl erst, als er schon wieder aus dem Netz rollte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, dabei war er schon drin", murmelte Hombergs Trainer Fridolin von Zahn später mit einem bitteren Lächeln.

Hoffenheim blieb am Drücker, dominierte mit 57 Prozent Ballbesitz und einer Passquote, die so ruhig wirkte, als hätten sie ein Metronom im Mittelfeld. Delap und Kozel kurbelten das Spiel an, Block rannte, als würde er nach jedem Sprint ein Stück Rasen geschenkt bekommen. 16 Torschüsse am Ende sprechen Bände - aber zur Halbzeit stand es nur 1:0, weil Hombergs Abwehr um den jungen Alfonso Da Cru in letzter Sekunde noch klärte und Hoffenheims Javier Beto mehrfach am glänzend reagierenden Arcella scheiterte.

Dann kam die zweite Hälfte - und mit ihr die Wende, der Wahnsinn, der Wackelkontakt im System. Homberg wechselte doppelt, brachte den 17-jährigen Janis Müller und den Ersatzkeeper Mika Suhonen. Und siehe da: Kaum war der Ball wieder im Spiel, klingelte es auf der anderen Seite. Doruk Bulut, der Sturmtank aus Istanbul, nutzte einen Moment kollektiver Hoffenheimer Verwirrung und traf in der 46. Minute zum 1:1. Nico Brauer hatte mustergültig aufgelegt.

Doch Hoffenheim antwortete wie ein beleidigter Platzhirsch. Drei Minuten später legte wieder Delap quer, und erneut war Block zur Stelle - Doppelpack, 2:1! Der Mann des Abends ballte die Fäuste, und Trainer Dennis Simon brüllte ihm von der Seitenlinie zu: "Genau so wollte ich das! Naja, fast."

Aber wer jetzt dachte, die Sache sei entschieden, kennt die Regionalliga schlecht. In der 52. Minute schoss Hombergs Aslaug Sörensen das 2:2 - ein Sonntagsschuss am Freitagabend, nach Vorlage von Innenverteidiger Da Cru. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Sörensen später, "der Ball hat wohl Mitleid mit mir gehabt."

Doch das Spiel blieb nicht lange ausgeglichen. Hoffenheim zeigte Moral und ein bisschen Sturheit. Nach einer Stunde verletzte sich Abwehrmann Lennard Arndt bei einem unglücklichen Zweikampf - Tikhon Beresuzki kam rein und sah später Gelb, weil er offenbar dachte, er müsse die Position seines Vorgängers auch in puncto Leidensfähigkeit übernehmen. Trotzdem: In der 64. Minute sorgte Javier Beto nach Vorlage von Kozel für das 3:2. Ein Schuss, trocken wie der Rasenrand - und unhaltbar.

Homberg rannte an, hatte durch Brauer (60.) und Damgaard (77.) noch Chancen, doch Hoffenheims Torwart Tommaso Aiello hielt, was zu halten war. In der 93. Minute dann noch ein Schreckmoment: Hombergs Herbert Lindblom verletzte sich bei einem letzten verzweifelten Sprint. "Ich wollte noch mal Gas geben", sagte er hinterher, "aber mein Bein wollte schon Feierabend."

Zwei Gelbe für Hoffenheim (Herlovsen in der 67., Beresuzki in der 85.) und jede Menge Adrenalin prägten die Schlussphase. Trainer Simon wirkte erleichtert, als der Schlusspfiff ertönte: "Das war kein Schönheitspreis, aber drei Punkte sind drei Punkte. Und Markus kriegt morgen frei - wenn er verspricht, nicht wieder so früh zu treffen."

Fridolin von Zahn dagegen sah es sportlich: "Wir haben offensiv gespielt, vielleicht zu offensiv. Aber wer will schon 0:0 sehen?" Ein Satz, der Beifall von der Presse bekam - und vermutlich Kopfschütteln vom Vereinspräsidenten.

So endet ein Abend, der den Begriff "Regionalliga" mit Leben füllte: ehrlicher Fußball, Emotionen, und ein Ergebnis, das beide Seiten irgendwie verdient hatten. Hoffenheim bleibt oben dran, Homberg fährt mit leerem Tank, aber erhobenem Kopf nach Hause.

Und irgendwo in der Kabine, so munkelt man, soll Markus Block nach seinem Doppelpack leise gepfiffen haben - aber das Lied bleibt geheim.

22.05.644000 17:42
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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