Anpfiff
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Bochums Teenie-Sturm schockt den Hamburger ASV - 2:0 auswärts!

4732 Zuschauer im Hamburger Stadion sahen an diesem lauen Maiabend ein Spiel, das mit jugendlicher Unbekümmertheit begann und mit norddeutscher Ernüchterung endete. Der Bochumer Nachwuchssturm, angeführt vom 17-jährigen Harald Foerster, entführte beim 2:0 (1:0) alle Punkte aus der Hansestadt - und ließ den Hamburger ASV ratlos zurück.

Schon nach neun Minuten war das Heimteam kalt erwischt. Foerster, kaum alt genug, um selbst Auto zu fahren, versenkte den Ball eiskalt ins linke Eck, nachdem Fabian Wirtz, der Routinier im Bochumer Angriff, ihm den Ball fein in den Lauf gelegt hatte. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Foerster nach dem Spiel, "der Trainer sagt immer: Wenn du denkst, du bist zu jung, bist du zu spät."

Hamburgs Trainer - der Name blieb an diesem Abend lieber ungenannt - stand da wie jemand, der sich gerade fragt, ob das alles wirklich Regionalliga C oder doch ein Jugendturnier ist. Seine Elf, taktisch auf "ausgewogen" eingestellt, wirkte in der ersten halben Stunde durchaus bemüht. Benyamin Barth und Heinz Ludwig prüften den Bochumer Keeper Olaf Hoffmann mehrfach, doch der 22-Jährige entschärfte alles, was kam, mit einer Mischung aus Reflex und Glück. "Ich dachte kurz, ich hab den gar nicht mehr", lachte Hoffmann später, "aber anscheinend wollte der Ball heute mit mir nach Hause."

Während Hamburg sich mühte, das Spiel zu drehen, blieb Bochum unaufgeregt. Thorsten Peter, der Gasttrainer, gestikulierte an der Linie nur sparsam - vielleicht, weil er wusste, dass seine Teenager das schon irgendwie regeln würden. "Wir haben uns gesagt: ruhig bleiben, Ball laufen lassen, nicht in Panik verfallen", erklärte der Coach, während er sich demonstrativ ein Wasser bestellte.

Nach der Pause dann der nächste Nackenschlag für die Gastgeber: In der 51. Minute nutzte Hermann Meiser eine perfekte Flanke von - natürlich - Harald Foerster, um zum 2:0 einzuköpfen. Da war der Jubel im Bochumer Lager grenzenlos, während die Hamburger Defensive aussah, als hätte sie gerade kollektiv beschlossen, kurz an den Feierabend zu denken.

Hamburgs Offensivversuche danach wirkten verzweifelt, aber nicht ungefährlich: Barth, Ludwig und Mogilny feuerten insgesamt zehn Mal auf Hoffmanns Tor - keiner traf. "Wir hatten doch Chancen", seufzte Barth, "aber irgendwie wollte der Ball heute einfach nicht rein. Vielleicht war er beleidigt."

Ab der 66. Minute wurde es ruppiger: Eugenio Barberis und Barth holten sich Gelb ab, weil sie ihre Frustration nicht mehr ganz im Griff hatten. Auf der Gegenseite sah Hermann Meiser in der 87. Minute glatt Rot, nachdem er bei einem Konter den Ellenbogen etwas zu enthusiastisch einsetzte - ein unglücklicher Abschluss für den jungen Doppeltorschützen. Bochums Innenverteidiger Werner Nagel kassierte kurz darauf noch Gelb, was Trainer Peter mit einem ironischen "Willkommen im Männerfußball" kommentierte.

Statistisch war das Spiel fast ausgeglichen: 51,6 Prozent Ballbesitz für Bochum, 48,4 für Hamburg, 11 Torschüsse zu 10. Doch die Gäste machten eben die Tore - und das reicht im Fußball bekanntlich.

In den Schlussminuten warfen die Hamburger alles nach vorne. Selbst Linksverteidiger Marc Canalejas tauchte in der Nachspielzeit im Strafraum auf, scheiterte aber an Hoffmann. Als der Schiedsrichter schließlich abpfiff, blieb den Nordlichtern nur der höfliche Applaus für ein junges Bochumer Team, das an diesem Abend mehr Witz, Tempo und Zielstrebigkeit zeigte.

"Wir haben Lehrgeld bezahlt", fasste Hamburgs Mittelfeldmann Paolo Bortolotti trocken zusammen. "Die Jungs da drüben spielen, als hätten sie noch nie etwas zu verlieren gehabt - wahrscheinlich, weil sie wirklich noch nichts verloren haben."

Bochum hingegen feierte ausgelassen. Foerster, der Mann des Abends, wurde noch auf dem Rasen mit einem Handshake von Trainer Peter geehrt. "Ich hab ihm gesagt, dass er morgen trotzdem zur Schule muss", grinste der Coach.

Am Ende blieb ein klarer Sieg für die Gäste, die mit jugendlichem Schwung und taktischer Disziplin überzeugten. Der Hamburger ASV hingegen muss sich fragen, wie man gegen eine halbe U19 zwei Tore kassiert und selbst keins schießt - und das trotz Heimvorteil, 48 Prozent Ballbesitz und einer durchaus engagierten Vorstellung.

Vielleicht hilft ein norddeutscher Trost: Es war nicht alles schlecht - nur das Ergebnis. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions brummte: "Wenn die wenigstens Bier hätten treffen können."

23.08.644000 16:38
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Vor der Saison hat man mir mitgeteilt, dass wir vorne gut bestückt sind.
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