Anpfiff
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Borussia Emsdetten siegt clever - Hamburger ASV rennt vergeblich an

Ein lauer Sommerabend in Hamburg, 4.741 Zuschauer im Stadion an der Elbchaussee, und der Hamburger ASV wollte endlich wieder drei Punkte einfahren. Doch daraus wurde nichts - Borussia Emsdetten entführte dank zweier eiskalter Momente von Davib Elliot einen 2:0-Auswärtssieg, der auf dem Papier nüchtern aussieht, auf dem Rasen aber eine kleine Lektion in Effizienz war.

Von Beginn an war klar: Hardy Hates junge Hamburger Truppe wollte mutig auftreten. Ein 17-Jähriger nach dem anderen stürmte über den Platz, als hätte man die U19 direkt in die Regionalliga geworfen. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur hübsch kombinieren, sondern auch treffen können", erklärte Hate nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln. Leider blieb es beim Wollen.

Schon in der 2. Minute prüfte Benyamin Barth Borussias Keeper Humberto Pauleta mit einem satten Linksschuss - der Portugiese im Emsdettener Tor riss die Hände hoch und klärte spektakulär. Das Publikum jubelte, als wäre der Ball schon drin gewesen. Es war ein Vorgeschmack auf 90 Minuten Hamburger Hoffnung und Emsdettener Coolness.

Die Gäste von Trainer Nico Wolf spielten zunächst aus einer defensiven Ordnung heraus. Ihr 4-4-1-1 wirkte wie ein Bollwerk aus Beton, das nur gelegentlich nach vorne wackelte. In der 42. Minute wackelte es dann aber richtig - allerdings im Hamburger Strafraum. Ricardo Quintana hatte über rechts Platz, legte klug zurück, und Davib Elliot drosch den Ball aus zentraler Position humorlos ins linke Eck. 1:0 für Emsdetten, mitten in die Hamburger Drangphase hinein.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", stöhnte ASV-Keeper Gunnar Nilsson später. "War er aber leider nicht", grinste Elliot, als er das hörte.

In der Pause schwor Hardy Hate seine Jungs noch einmal ein. "Weiter, Jungs, das kippt noch!", rief er laut, als würden ihn die Mikrofone bewusst mitnehmen. Und tatsächlich: Nach Wiederanpfiff rannte der ASV, drückte, schoss - Damian Assis, Seha Önüt, Emil Musiala - alle probierten es. Insgesamt 13 Torschüsse, aber keiner wollte rein. Emsdetten hielt dagegen, ohne großen Glanz, aber mit der stoischen Ruhe eines Teams, das wusste: Wir müssen hier nicht schön, sondern nur klug spielen.

Der Schiedsrichter hatte wenig zu tun, abgesehen von einer Gelben Karte für Tiago Antonio (67.), der nach einer Grätsche "einfach mal zeigen wollte, dass wir auch Körper haben", wie er anschließend süffisant meinte.

Und dann, als Hamburg alles nach vorne warf, kam der Moment, in dem Emsdetten das Spiel endgültig einfrohr. 81. Minute, ein schneller Gegenstoß über Xabi Panero, der in der Mitte Elliot bediente. Der junge Mittelfeldmann nahm Maß - und traf erneut. 2:0. Zwei Torschüsse, zwei Tore, zwei Mal Elliot. So einfach kann Fußball sein, wenn man das Glück auf seiner Seite hat.

"Ich hab einfach geschossen, weil keiner kam", lachte Elliot später im Interview. Trainer Nico Wolf kommentierte trocken: "Davib hat’s verstanden: Ball aufs Tor, nicht drüber."

Hamburg versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles. Seha Önüt traf in der 85. Minute das Außennetz, und Emil Musiala verzog in der 79. nur knapp. Der Ballbesitz sprach mit 49,6 zu 50,4 Prozent Bände - ausgeglichen, aber eben nicht effektiv.

Nach dem Schlusspfiff applaudierten die Fans trotzdem. Vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Stolz. Hardy Hate klopfte jedem Spieler die Schulter, als wolle er sagen: "Kopf hoch, ihr habt wenigstens versucht, schön zu verlieren."

Emsdetten dagegen freute sich leise, fast bescheiden. "Wir wollten kompakt stehen und Nadelstiche setzen", erklärte Coach Wolf. "Hat geklappt - zwei Stiche, zwei Treffer."

So bleibt der Hamburger ASV weiter im unteren Tabellendrittel der Regionalliga C hängen, während Emsdetten mit nun drei Siegen in Serie auf Kurs obere Tabellenhälfte bleibt.

Und irgendwo in der Kabine, zwischen Eisspray und Energydrinks, murmelte ein junger Hamburger Verteidiger: "Wenn wir so weitermachen, treffen wir bald das Tor. Vielleicht schon nächste Woche."

Man darf gespannt sein. Bis dahin bleibt nur festzuhalten: Wer Chancen nicht nutzt, der wird bestraft - und manchmal gleich doppelt von einem Mann namens Elliot.

31.01.644003 16:45
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