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Borussia Emsdetten hat am Samstagabend vor 3619 begeisterten Zuschauern in der Regionalliga C ein Fußballfest gefeiert, das man im Münsterland so schnell nicht vergessen wird. Mit 6:0 (2:0) wurde Greuther Fürth regelrecht vom Platz geschossen - und das, obwohl die Gäste sogar mehr Ballbesitz hatten. Doch während Fürth den Ball liebte, liebte Emsdetten die Tore. Schon nach zwölf Minuten ging es los: Aad Van Cortlandt, der flinke Rechtsaußen, zog beherzt ab, nachdem Jon Hästad in der eigenen Hälfte einen Ball erobert und mit langem Pass eingeleitet hatte. Der Schuss zischte durch Freund und Feind hindurch - 1:0. Der junge Van Cortlandt jubelte mit ausgebreiteten Armen, als wolle er sagen: "Ich hab’s euch doch gesagt, das Ding sitzt." In der 28. Minute legte Gabriele Cossu nach. Nach feinem Doppelpass mit Dennis Keil schob der Italiener überlegt ein - 2:0. "Dennis meinte noch: ’Mach du, ich bin zu alt für Sprintduelle!’", grinste Cossu später in der Mixed Zone. Zur Halbzeit hatten die Fürther zwar 53 Prozent Ballbesitz, aber nur einen einzigen Schuss aufs Tor. Emsdetten dagegen 18 - und zwei Treffer. "Wir hatten den Ball, aber sie hatten den Spaß", kommentierte Gästecoach Marco Zander trocken. Nach der Pause ging es munter weiter. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, klingelte es schon wieder. Cossu traf in der 51. Minute nach Vorarbeit von Van Cortlandt - 3:0. Zwei Minuten später durfte dann Ricardo Quintana ran, der sich nach Zuspiel des quirligen Van Cortlandt nicht zweimal bitten ließ. 4:0, und die Tribüne sang Lieder, die man sonst nur nach Aufstiegen hört. Doch das war noch nicht alles. In der 57. Minute marschierte Rechtsverteidiger Damiano Paola über den halben Platz, flankte eigentlich - und traf. "Ich schwöre, das sollte eine Flanke sein", gestand er lachend nach dem Spiel. "Aber wenn’s drin ist, ist’s drin." 5:0. In der 69. Minute machte Quintana mit seinem zweiten Treffer den halben Dutzend voll. Diesmal kam die Vorlage von Valter Bjorklund, der den Ball gefühlvoll in die Gasse steckte. Quintana blieb cool, schob ein - 6:0. Danach schien selbst das Tornetz Mitleid mit den Gästen zu haben. Fürth? Hatte in Minute 44 tatsächlich einen Schuss aufs Tor - Henry Elliot versuchte es von links, doch Emsdettens Keeper Frideborg Abramson pflückte den Ball so lässig aus der Luft, als handle es sich um einen Brötchenwurf beim Bäcker. Mehr kam nicht. Trainer Nico Wolf, sonst ein eher ruhiger Zeitgenosse, konnte sich nach Abpfiff ein breites Grinsen nicht verkneifen: "Die Jungs haben heute alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten - außer vielleicht, den Rasen nicht zu ruinieren." Auch Kapitän Dennis Keil, der mit drei Assists glänzte, zeigte sich zufrieden: "Das war brutal. Wir haben einfach Spaß gehabt. Wenn du so viele Schüsse kriegst, musst du irgendwann treffen. Oder sechsmal." Fürths Christopher Konrad, der in der 73. Minute Gelb sah, blieb selbstkritisch: "Wir waren zu brav. Emsdetten war in jedem Zweikampf giftiger. Wenn du 1:37 Torschüsse hast, brauchst du dich über das Ergebnis nicht wundern." Emsdetten agierte taktisch auffällig unspektakulär - ausgewogen, mit diszipliniertem Passspiel, kein wildes Pressing, aber gnadenlos effizient. Fürth dagegen hielt an seinem offensiven Ansatz fest, doch auf dem Platz wirkte das eher wie ein Spaziergang in die Falle. Kurz vor Schluss musste Erik Böhme verletzt raus, Vincent Arnaud kam für ihn. Böhme winkte beim Abgang, als wolle er sagen: "Lasst mich bloß nicht den Spaß verderben." Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen. Einige Fans forderten lautstark Freibier - berechtigt, nach solch einem Abend. "Ein 6:0 ist natürlich ein Statement", meinte Coach Wolf mit einem Augenzwinkern. "Aber nächste Woche zählen wieder null Punkte und null Tore. Leider." Fazit: Borussia Emsdetten spielte wie ein Aufstiegskandidat, Greuther Fürth wie ein höflicher Gast, der vergaß, warum er überhaupt eingeladen war. Und während die Flutlichter langsam erloschen, rief ein Zuschauer noch: "Lasst’s einfach so stehen - schöner wird’s nicht mehr!" Vielleicht hat er recht. Manchmal ist Fußball eben ganz einfach: sechs Tore, null Gegentore, und ein Abend, der in Emsdetten noch lange erzählt werden wird. 23.08.644000 12:30 |
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