Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Davaria tanzt im Mai: 3:1-Heimsieg gegen Pirmasens

An lauen Frühlingsabenden können Fußballspiele manchmal zu kleinen Volksfesten werden - besonders, wenn 3898 Zuschauer in Davensberg beschließen, dass Donnerstagabend der neue Samstag ist. Davaria Davensberg besiegte am 29. Spieltag der Regionalliga B den FK Pirmasens verdient mit 3:1 (2:0) und zeigte dabei eine Mischung aus Effizienz, Spielfreude und gelegentlicher Tollkühnheit.

Schon nach elf Minuten war die Stimmung elektrisiert. Nils Hennig, der rechte Flügelflitzer mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen eines Mannes, der seine Schuhe selbst putzt, zog nach Pass von Carlos Obregon ab - und traf. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Hennig später und zuckte mit den Schultern. "Aber wenn der Ball so schön fliegt, darf man ihn ja nicht unterbrechen."

Pirmasens wirkte überrascht, als hätte man ihnen den Busschlüssel geklaut. Davaria nutzte den Moment, um die Gäste weiter zu verwirren. In der 31. Minute legte Hanns Franz nach, nach klugem Zuspiel von Peter Will. Ein klassisches Mittelfeldtor: technisch sauber, unspektakulär und doch tödlich effektiv. "Peter hat mich gesehen, bevor ich mich selbst gesehen habe", schwärmte Franz. Trainer Marc Hauser nickte dazu trocken: "Wir üben das im Training. Also, das Sehen."

Die erste Hälfte gehörte klar den Gastgebern. 12 Torschüsse, fast exakt 51 Prozent Ballbesitz - ein statistisches Patt mit ästhetischem Vorsprung für Davaria. Pirmasens kam zwar auf immerhin 13 Abschlüsse im ganzen Spiel, aber die meisten davon wirkten wie höfliche Anfragen beim Torwartamt von Maurice Berndt.

Nach der Pause trat Davaria an, als wolle man alle Zweifel gleich ersticken. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff sorgte Albert Valdes für das 3:0. Wieder war Peter Will der Lieferant des entscheidenden Passes - und man konnte beinahe hören, wie das Stadion "Will! Will! Will!" rief. "Ich hab einfach Spaß am Verteilen", sagte Will später lächelnd. "Vielleicht hätte ich Postbote werden sollen."

Pirmasens aber hatte noch nicht aufgegeben. In der 55. Minute gelang Marcel Baer mit einem beherzten Vorstoß über die rechte Seite der Ehrentreffer - vorbereitet von Noah Specht, der sich zuvor auf eben jener Seite durchgetankt hatte. Ein schöner Treffer, der kurz Hoffnung aufkommen ließ. "Da dachten wir, jetzt geht noch was", gestand Gästecoach Gudrun Schweitzer. "Aber dann fiel uns ein, dass Davaria an diesem Abend einfach besser war."

Das Spiel kippte trotzdem noch einmal - allerdings auf der Disziplinarseite. In der 39. Minute hatte Niels Kurz bereits Gelb gesehen, und in der 74. Minute folgte die Gelb-Rote Karte. Das Publikum reagierte mit einem kollektivem "Ohhhh!", das irgendwo zwischen Empörung und Schadenfreude lag. Kurz selbst meinte später: "Ich wollte eigentlich nur freundlich grüßen, aber der Schiri hat’s falsch verstanden." Trainer Hauser sah das anders: "Wir müssen an der Körpersprache arbeiten. Vielleicht auch am Timing."

In Unterzahl zog sich Davaria etwas zurück, was Pirmasens zu wütenden Angriffen inspirierte. Die Gäste schalteten auf Offensive, erhöhten das Pressing, spielten kurz und aggressiv - doch der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Dani Tabenkin und Alex Coviello vergaben in der Schlussphase gleich mehrere Chancen, während Davensbergs Torwart Berndt mit stoischer Ruhe alles abwehrte, was nach Arbeit aussah.

Nach 90 Minuten war klar: Der Abend gehörte Davensberg. Die Mannschaft feierte ausgelassen, die Zuschauer sangen, und selbst Trainer Hauser erlaubte sich ein Lächeln. "Wir haben heute gezeigt, dass man auch mit 49 Prozent Ballbesitz gewinnen kann", sagte er. "Das nennen wir Effizienz - oder Glück, je nach Blickwinkel."

Bei Pirmasens war die Stimmung eher gedämpft, doch Coach Schweitzer nahm es sportlich: "Wir haben 13 Torschüsse abgegeben. Wenn jeder zweite reingeht, reden wir über ein 6:3. Leider war heute keiner zweite drin."

So endete ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Karten, und Momente zum Schmunzeln. Davaria Davensberg festigt mit dem 3:1 seine Position im Mittelfeld der Liga - und die Fans träumen schon vom nächsten Heimabend.

"Wenn wir so weitermachen", sagte Peter Will beim Verlassen des Platzes, "braucht hier bald niemand mehr Netflix."

Und wer das Spiel gesehen hat, wird ihm kaum widersprechen wollen.

11.05.644000 03:23
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Auch ein Franz Beckenbauer kann einmal den Spielern in den sogenannten Hintern treten.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager